Burgenländer bezwingt Nummer eins
Bernd Wiesberger hat zum Auftakt der WGC Dell Technologies Match Play in Austin der Konkurrenz die Show gestohlen. Ohne den sensationellen Sieg des Österreichers gegen die Nummer eins der Welt Dustin Johnson wäre der Sieg von Peter Uihlein über den Nordiren Gesprächsthema Nummer eins gewesen. Wiesberger nutzte aus, dass Johnson einen noch schlechteren Tag erwischte als er selbst.
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Nach dem „3 und 1“-Sieg über die Nummer eins greift der Österreicher in Texas nun sogar nach dem Gruppensieg und dem erstmaligen Aufstieg ins Achtelfinale dieses 10-Mio.-Dollar-Events. Die Vorentscheidung konnte Wiesberger bereits am Donnerstag (Ortszeit) im zweiten Match der Gruppe 1 gegen Kevin Kisner herbeiführen. Der Amerikaner stand zum Auftakt gegen Adam Hadwin ebenfalls vor einem Sieg, musste sich am Ende gegen den Kanadier aber mit einer Punkteteilung zufriedengeben. Wiesberger „übernachtete“ damit sogar als Spitzenreiter, Hadwin ist am Freitag sein letzter Gruppengegner.
Unerwartete Überraschung
Zunächst schien im Austin Golf & Country Club auch gegen Wiesberger alles für Titelverteidiger Johnson zu laufen, der gleich auf der ersten Spielbahn in Führung ging. Aber noch vor dem Turn schaffte Wiesberger in einem spannenden, aber nicht unbedingt hochklassigen Match nicht nur den Ausgleich, sondern auch die Führung, die er auf dem elften Loch sogar auf „2 auf“ ausbaute. Dass er diese Führung gleich wieder verspielte, änderte nichts am Selbstbewusstsein des Österreichers, der sich letztlich auf dem 17. Grün vorzeitig zum Händeschütteln einstellen durfte.

APA/AFP/Getty Images/Darren Carroll
Wiesberger (l.) durfte sich bereits am vorletzten Loch zum Sieg gratulieren lassen
„Keiner von uns hatte eine wirklich guten Tag“, sagte Wiesberger nach der Sensation. „Er hat mir etwas unerwartet einige Löcher geschenkt, ich ihm umgekehrt aber auch welche“, sagte der Oberwarter und sah Arbeitsbedarf danach auf der Range für beide. „Der drehende Wind hat es schwer gemacht, die Distanz ins Green gut einschätzen zu können. Ich muss mit Sicherheit morgen um einiges zulegen“, so Wiesberger. „Obwohl wir beide heute mit Abstand nicht unser bestes Golf gespielt haben, bin ich aber natürlich trotzdem extrem happy mit dem Erstrundensieg“, schrieb er zusätzlich auf Facebook.
Das Match-Play-Format
Im Match-Play-Format Spieler gegen Spieler ergibt jeder Lochgewinn einen Punkt. Wer am Ende mehr Löcher als der Gegner gewonnen hat, hat auch das Duell in der Tasche. Auch Unentschieden sind möglich. Liegt ein Spieler zum Beispiel nach dem 16. Grün mit bis dahin drei gewonnenen Löchern mehr vorne, ist das Match nach dem Zählverfahren „3 und 2“ vorzeitig entschieden. Wird über den Sieg erst am 18. Loch entschieden, wird es mit „1 auf“ gewertet.
Wiesberger ist zum bereits fünften Mal beim zweiten Saisonturnier der World Golf Championships am Start, alleine durch seine Teilnahme hat er 49.000 US-Dollar (rund 40.000 Euro) sicher. Ein Aufstieg in die K.-o-Phase wäre 163.000 Dollar (132.671,33 Euro) wert. Der Austin-Sieger erhält einen Scheck von mehr als 1,7 Mio. Dollar (1,38 Mio. Euro). Gespielt wird seit 2015 zunächst von Mittwoch bis Freitag in 16 Vierergruppen, auf die sich die besten 64 Golfer der Rangliste aufteilen. Die Gruppenersten steigen ins Achtelfinale auf. Auch das Viertelfinale geht noch am Samstag über die Bühne, die Entscheidungen fallen am Sonntag.
„Muss deutlich besser spielen“
Der Sieg über Johnson war Wiesbergers bisher wertvollster Erfolg im noch jungen Golfjahr 2018. Trotz des unerwarteten Triumphes über den Amerikaner wird für Wiesberger das Match gegen Kisner zu einer harten Nuss. Johnsons Landsmann ist die Nummer 32 und muss gewinnen, will er seine Chancen wahren. Wiesberger wollte deshalb seinen Sensationssieg nicht zu laut bejubeln. „Ich muss deutlich besser spielen, um auch gegen die anderen zwei bestehen zu können“, sagte der Burgenländer.
Zum Auftakt gegen den Favoriten anzutreten, habe die Sache sogar leichter für ihn gemacht, gestand die Nummer 52 des Turniers. „Eigentlich war es das leichteste Match, das ich bekommen konnte“, sagte Wiesberger im Rückblick, „ich war der Außenseiter, der gegen den Titelverteidiger spielt. Ich konnte rausgehen und abwarten, was passiert.“
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