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Ellbogenverletzung überwunden

Er und Jürgen Melzer haben die gleichen Verletzungen am linken Ellbogen samt Operation überstanden. Doch während der 36-jährige Melzer diese Woche sein Comeback gestartet hat, hat sich die Rückkehr von Julian Knowle wegen einer Trainingsverletzung verzögert. Der Vorarlberger Doppel-Spezialist möchte nun bei gutem Verlauf Ende April um seinen 44. Geburtstag herum auf die ATP-Tour zurückkehren.

„Was die Ellbogenverletzung angeht, geht es mir super. Ich war während der ganzen Reha vor der Zeit und trainiere auch schon seit knapp zwei Monaten voll“, berichtete Knowle im Gespräch mit der APA. Der 19-fache ATP-Doppel-Turniersieger hatte im Vorjahr seinen x-ten Frühling und sich mit 43 noch einmal in die Top 50 zurückgekämpft, ehe besagte Ellbogenverletzung ihn im September zu einer Operation zwang. Nun hatte er nach der Reha im Training sehr gute Fortschritte bemerkt. „Die Grundschläge waren wirklich gut, da war ich echt sehr happy“, meinte Knowle.

Schulterblessur bei Krafttraining

Sehr motiviert ging Knowle auch viel in den Kraftraum, und dort erlitt er vor rund fünf Wochen einen Rückschlag. „Ich habe mich bei einer Übung am Seilzug an der Schulter verletzt. Ich habe zuerst gedacht, es ist nur ein bisserl ein starker Muskelkater, aber es ist nicht besser geworden.“ Nach einem MR hatte der zweifache Familienvater Gewissheit: mehrere kleine Faserrisse am Schulterblattansatz. „Da ich aber alles voll und zu hundert Prozent habe machen können außer servieren, bin ich nicht auf die Idee gekommen, dass es etwas Gröberes sein könnte.“

Philipp Petzschner (GER) und Julian Knowle (AUT)

Reuters/Bildbyran

Den bisher letzten seiner 19 ATP-Titel holte Julian Knowle im Juli 2017 mit dem Deutschen Philipp Petzschner in Bastad

Nach Ostern will er wieder leicht mit Service- bzw. Smash-Training beginnen. „Das Ärgerliche an der Verletzung ist: Wäre ich zu Hause auf der Couch liegen geblieben und hätte nichts gemacht, dann könnte ich schon lange wieder voll spielen.“ So muss Knowle erneut Therapien machen, aber er hofft trotzdem, auch mit dann 44 noch einmal in alte Sphären zurückzukehren.

Alter kein Kriterium

„Ich habe das wegen meines Alters nie infrage gestellt, sonst hätte ich schon lange aufhören müssen. Im Doppel ist das Alter, wenn man den Körper fit halten kann, nicht das Kriterium“, erläuterte Knowle, der am 29. April seinen 44. Geburtstag begeht.

Eigentlich könnte er seit dieser Woche mit dem „protected ranking“ von 68 für neun Monate bei neun Turnieren dieses Schutzranking einsetzen. Knowle hätte allerdings ohnehin erst mit 23. April wieder einsteigen wollen, damit er es im Falle des Falles auch bei den Australian Open im Jänner 2019 noch einsetzen kann. „Es macht sowohl sportlich als auch wirtschaftlich Sinn, denn man kann bei keinem Turnier so viele Punkte machen wie bei einem Grand Slam, das gilt auch für das Verdienst.“

In Sachen Doppel-Partner kann Knowle derzeit mit keinem fixen Spieler aufwarten. Für die French Open hat er sich einmal einen Einsatz mit dem Italiener Andreas Seppi ausgemacht, zudem wären einige Challenger-Turniere an der Seite von Jürgen Melzer geplant.

Karriereende ist nur „Plan B“

Sollte es mit dem Comeback allerdings nicht relativ rasch klappen, dann werde er ziemlich schnell zu „Plan B“ übergehen. Die Karriere beenden? „Ja. Wenn es mit der Schulter hinhaut, dann freue ich mich richtig, noch einmal anzugreifen, aber wenn nicht, dann muss ich sagen, dass ich keine 50 Millionen verdient habe. Und ich habe auch zwei kleine Zwerge, die Hunger haben“, sagte Knowle.

Der älteste Doppel-Spieler auf der Tour wäre Knowle übrigens immer noch nicht: Der Kanadier Daniel Nestor wird im September 46, der Inder Leander Paes im Juni 45. „Aber viele andere gibt es sonst nicht mehr.“

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