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„Serie ist noch nicht zu Ende“

Die Vienna Capitals benötigen zur erfolgreichen Titelverteidigung in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) einen Kraftakt. Nach der 2:5-Niederlage am Samstag im vierten Spiel der Semifinal-Serie gegen den HC Bozen stehen die Wiener vor der fünften Partie zu Hause mit dem Rücken zur Wand. Die Flinte ins Korn werfen will beim noch regierenden Meister aber niemand - allen voran Trainer Serge Aubin.

Vor 7.200 Zuschauern in der ausverkauften Palaonda von Bozen kassierten die Capitals am Samstagabend mit einem klaren 2:5 (0:2 2:2 0:1) die dritte Niederlage in Serie gegen die Südtiroler und stehen damit mit einem Bein im Urlaub. Der Titelverteidiger benötigt nun drei Siege in Folge, um die „Best of seven“-Serie gegen den EBEL-Sieger der Saison 2013/14 doch noch für sich zu entscheiden.

Wiener glauben an Aufholjagd

Caps-Coach Aubin gab sich angesichts des 1:3-Rückstands vor dem fünften Duell am Montag kämpferisch. Der 43-jährige Kanadier, der nach der Saison nach Zürich zu den ZSC Lions wechselt, hat die Hoffnung auf seinen zweiten Titel in Wien noch lange nicht aufgegeben. „Diese Serie ist noch lange nicht zu Ende. Das Einzige, was wir jetzt zu tun haben, ist, unsere eigene Arena zu verteidigen, um dann nach Bozen zurückzukehren und den nächsten Sieg einzufahren“, sagte Aubin.

Jerry Pollastrone (Vienna Capitals)

GEPA/Andreas Pranter

Jerry Pollastrone (M.) und Co. fanden in Bozen erneut in Goalie Pekka Tuokkola ihren Meister

Nach Meinung des Trainers der Wiener spiegelt der Rückstand in der „Best of seven“-Serie nicht das wahre Kräfteverhältnis wider. „Im Spiel fünf gegen fünf sind wir das klar bessere Team. Das wissen wir auch, und das gibt uns Selbstvertrauen. Jeder weiß, was er jetzt zu tun hat, und ist davon überzeugt, dass die Aufholjagd klappen wird.“ Einziges Manko aus seiner Sicht: Seine Truppe kassiert zu viele Treffer in Unterzahl.

Tuokkola bringt Caps zum Verzweifeln

Am Samstag waren die Wiener nach dem 0:3-Rückstand und dem dritten Powerplaygegentor (21.) deutlich überlegen, griffen im Schlussabschnitt vehement an. Die Bilanz von 24:2 Schüssen zugunsten der Gäste im Schlussdrittel (gesamt 51:19) spricht Bände. Doch der finnische Goalie Pekka Tuokkola, der im Oktober 2017 kurzzeitig bei den Wienern eingesprungen war, ließ sich nicht bezwingen. Der 34-Jährige spielt seit Dezember 2017 für Südtirol.

Der EBEL-Champion von 2013/14 war nach dem Grunddurchgang nur die Nummer neun der Liga gewesen, 35 Punkte hinter den Capitals, und als Achter gerade noch ins Viertelfinale gerutscht. Nun könnte das Team mit Coach Kai Suikkanen zum zweiten Mal in die Endspielserie einziehen. Auch wenn Andreas Nödl, Ex-NHL-Spieler im Dress der Capitals, meint: „Wir haben nichts mehr zu verlieren. Der gesamte Druck liegt jetzt bei Bozen. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass der vierte Sieg in einer Serie immer der schwierigste ist.“

Spannung im zweiten Semifinale

In der zweiten Halbfinal-Serie zwischen den Black Wings Linz und Red Bull Salzburg kann im fünften Spiel hingegen keine Entscheidung fallen. Die Linzer schafften mit einem klaren 5:2 zu Hause gegen die „Bullen“ den neuerlichen Ausgleich zum 2:2. In der hart umkämpften Serie deutet im Gegensatz zu jener zwischen den Capitals und Bozen viel daraufhin, dass das Semifinale über die volle Distanz von sieben Spielen geht. Bisher konnten sowohl Salzburg als auch Linz die Heimspiele gewinnen. Die fünfte Partie geht wieder im Salzburger Volksgarten über die Bühne.

„Jetzt ist es ‚Best of three‘“, sagte der Linzer Kapitän Philipp Lukas, „zwei der nächsten drei Partien müssen wir noch gewinnen, um die Serie zu beenden. Ich bin jetzt nicht der große Mathematiker, aber es liegt auf der Hand, was passieren muss, um die Serie für sich zu entscheiden“, sagte der langjährige Teamspieler mit Hinweis auf die Notwendigkeit eines Linzer Auswärtssieges. Lukas und seine Kollegen sind jedenfalls gewillt, im dritten Versuch auswärts zuzuschlagen. „Wir müssen einen Weg finden, einen dieser dreckigen Siege zu feiern und dann in Spiel sechs daheim voll anzugreifen“, sagte Stürmer Shane O’Brien.

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