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„Realitätsverweigerung“ und „Fake News“

Rund zwei Monate nach den Olympischen Spielen in Pyeongchang hat der Österreichische Bob- und Skeletonverband (ÖBSV) aufgrund der kritischen Aussagen von Janine Flock gegenüber dem Verband eine öffentliche Entschuldigung gefordert. Sonst sei auch ein Ausschluss denkbar, sagte ÖBSV-Sportdirektor Christian Auer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

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Unter anderem steht die Behauptung im Raum, dass Flock ihren Physiotherapeuten bei den Olympischen Spielen selbst habe bezahlen müssen. „Ich bin menschlich zutiefst enttäuscht“, erklärte Auer. Flocks Freund, Skeletonfahrer Matthias Guggenberger, habe man außerdem trotz bis dahin „indiskutabler Leistung“ nach Südkorea geschickt, sagte Auer in Innsbruck. „Es war ein menschlicher Zug“, schob er nach.

Skeletonverband fordert Entschuldigung

Im Österreichischen Bob- und Skeletonverband (ÖBSV) gibt es Reibereien. Janine Flock und Matthias Guggenberger werden der Lüge während der Olympischen Spiele bezichtigt und sollen sich jetzt entschuldigen.

Tiefer Riss zwischen Verband und Athleten

Dass sich dieser dann „rotzfrech“ vor die Kamera gestellt und behauptet habe, dass der „Sportdirektor schuld sei, weil es zu wenig Training gab“, nannte Auer eine „maßlose Enttäuschung“. Zu den Vorwürfen von Flock meinte Auer, dass zwei Physiotherapeuten zu den Olympischen Spielen entsandt worden seien. Flock, die in Südkorea eine Medaille als Vierte knapp verpasste, habe aber ihren „persönlichen Betreuer“ dabeigehabt.

Janine Flock

GEPA/Christian Walgram

Janine Flock sorgte bei Olympia mit ihrer Kritik am Verband für ziemliche Verstimmungen

Dem vorangegangen sei ein Streit von Auer und ihrer ehemaligen Physiotherapeutin wegen des Tragens von „Fremdmaterial auf den Bobbahnen der Welt“. „Ich habe dann entschieden, sie aus dem Kader zu nehmen“, konstatierte Auer. Flock sei mit dieser Entscheidung nicht einverstanden gewesen, sagte Auer zu möglichen Hintergründen der „Anschüttungen“ des ÖBSV durch Flock.

„Massiver Schaden“ durch „Laienschauspieler“

Auch der Aussage der Tirolerin, sie habe „keinerlei Unterstützung“ vonseiten des Verbandes bekommen, widersprach Auer vehement. „Es gab 45.000 Euro an Individualförderung für Frau Flock, davon standen ihr 20.000 Euro zur freien Verfügung“, hielt er fest. Die laut Auer von Flock und Guggenberger getätigten Aussagen, dass die Fördergelder beim ÖBSV nicht zweckgebunden verwendet würden, begegnete der Sportdirektor mit dem Kommentar, dass er sich das von diesen „Laienschauspielern“ nicht gefallen lassen werde. Die beiden hätten „Fake News“ verbreitet.

Insgesamt sprach Auer davon, dass die beiden Skeleton-Sportler dem ÖBSV einen „massiven Schaden“ zugefügt hätten. Ein Großsponsor sei wegen deren Behauptungen abgesprungen und eine Fördersumme im sechsstelligen Bereich ausgeblieben. Konsequenzen bei der für Donnerstag angesetzten Vorstandsbesprechung werde es jedenfalls geben, hielt Auer fest.

Vorläufig kein Zusammenschluss mit Rodlern

Auch zu einem weiteren, für den ÖBSV wichtigen Thema, nahm man Stellung. Die Fusion mit dem Rodelverband kommt derzeit nicht. „Wir sind derzeit außerstande, die Fusionierung durchzuführen“, meinte in dieser Sache ÖBSV-Präsident Roman Schobesberger. Es gebe noch kein klares Statement von Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ), so Schobesberger. „Derzeit gehen wir davon aus, dass wir die Saison 2018/2019 wahrscheinlich eigenständig durchführen müssen“, führte er aus.

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