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„Sehr schwierige Aufgabe“

Nach dem fixierten 28. Meistertitel und dem Einzug ins Halbfinale der Champions League peilt der FC Bayern auch das Finale des DFB-Pokals an. David Alaba und Co. gastieren am Dienstag (20.45 Uhr) im Halbfinale bei Bayer Leverkusen. Coach Jupp Heynckes erwartet einen echten „Leckerbissen“. Die zuletzt starke Werkself ist jedoch zuversichtlich und will den Bayern auf dem Weg zum Triple ein Bein stellen.

Leverkusen, bei denen Julian Baumgartlinger zuletzt Stammspieler war, präsentiert sich zurzeit in blendender Form und konnte mit zwei klaren 4:1-Siegen gegen Leipzig und Frankfurt wichtige Punkte im Rennen um die Champions-League-Plätze holen. „Die Bayern sind sicher gewarnt. Wir strahlen im Moment großes Selbstvertrauen aus“, sagte Torhüter Bernd Leno. „Wir wissen, dass wir einen Sahnetag brauchen. Aber wir wissen auch, dass in einem Spiel alles möglich ist.“

Bernd Leno

APA/AFP/dpa/Peter Steffen

Goalie Leno hofft, dass die Pokal-Reise von Leverkusen erst in Berlin endet

Auch DFB-Nationalspieler Julian Brandt, der gegen Leipzig und Frankfurt traf, wittert den großen Coup. „Wir haben in der Liga zwar zweimal 1:3 gegen sie verloren", sagte der 21-Jährige: "Aber wir haben auch zweimal beachtliche Leistungen geboten.“ Für Leverkusen genießt der DFB-Pokal als seltene Titelchance eine besondere Wertschätzung. Vor 25 Jahren holten sie dort ihre letzte Trophäe, seitdem stand Bayer nur noch zweimal (2002 und 2009) im Finale von Berlin.

Bayern weckt Erinnerungen an „Triple-Team“

Heynckes bewertet das Gastspiel beim aktuellen Tabellendritten der deutschen Bundesliga zwar als „sehr schwierige Aufgabe“, der unbedingte Wille zum Einzug ins Finale sei aber natürlich vorhanden. „Für den gesamten Verein, die Spieler, den Staff, ist es etwas Besonderes, am Pokalendspiel in Berlin teilzunehmen“, betonte der 72-Jährige. „Jeder wünscht sich, dass man da wieder hinkommt. Nur ist noch ein Hindernis zu überwinden.“

Jupp Heynckes

APA/AP/Matthias Schrader

Heynckes kann die Bayern wie schon vor fünf Jahren zum Triple führen

Heynckes erkennt in seinem aktuellen Team Parallelen zu den Münchner Triple-Gewinnern von 2013. Vor fünf Jahren seien „noch viele andere Spieler“ dabei gewesen, die die Champions League noch nicht gewonnen hatten. Coach Heynckes erinnerte an die Generation um Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Arjen Robben und Franck Ribery. „Das war eine Mannschaft, die es auch verstanden hat, zum Punkt hin topfit zu sein, auch zu wissen, was in den entscheidenden Spielen wichtig, von Bedeutung ist. Ich denke, dass das jetzige Team und der Kader auf einem ähnlichen Weg ist.“

Erst ein Leverkusen-Sieg über Bayern

Fünfmal standen einander Leverkusen und Bayern im DFB-Pokal bisher gegenüber. Nur einmal, im Viertelfinale 2009, gewannen die Leverkusener. Für Bayer traf damals beim 4:2-Heimsieg im Viertelfinale der heutige Münchner Arturo Vidal, der am Dienstag aber definitiv nicht mit dabei sein wird. Der defensive Mittelfeldspieler war am Sonntag beim Training im Rasen hängen geblieben und spürte einen Schmerz im rechten Knie. Vidal habe einen „freien Gelenkkörper im Knie“, berichtete Heynckes nun.

Während Leverkusen erst einmal triumphierte, holten die Bayern den Pokal alleine in diesem Jahrtausend schon achtmal. „Sie gehen den Wettbewerb immer sehr professionell an", sagte Brandt: "Sie werden auch der Favorit sein. Aber wir müssen uns nicht verstecken, alles ist möglich.“ Im Falle eines Weiterkommens geht es im Endspiel am 19. Mai in Berlin für Alaba und Co. bereits um den 19. Titel. Der Gegner wird am Mittwoch zwischen Schalke 04 (Guido Burgstaller, Alessandro Schöpf) und Vorjahresfinalist Eintracht Frankfurt ermittelt.

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