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Zweisatzsieg gegen Kovalik

Vorjahresfinalist Dominic Thiem steht beim mit 2,794 Millionen Euro dotierten ATP-500-Sandplatzturnier in Barcelona im Viertelfinale. Der als Nummer drei gesetzte Niederösterreicher bezwang am Donnerstag im Achtelfinale den slowakischen Lucky Loser Jozef Kovalik mit 7:6 (7/5) 6:2.

In der zweiten Runde hatte sich der Weltranglistensiebente nach einem Freilos gegen den spanischen Wildcard-Spieler Jaume Munar nach ähnlichem Spielverlauf mit 7:6 (10/8) 6:1 durchgesetzt. Sein nächster Gegner ist am Freitag der Grieche Stefanos Tsitsipas, der im Achtelfinale gegen den als Nummer zehn gesetzten Spanier Albert Ramos Vinolas mit 6:4 7:5 gewann. Thiems Bilanz gegen den 19-jährigen Tsitsipas, aktuell die Nummer 63 im ATP-Ranking, lautet 2:0. Sowohl im Doha-Viertelfinale im Jänner (7:5 6:4) als auch in der zweiten Runde von Indian Wells im März (6:2 3:6 6:3) siegte Thiem.

Thiem im Viertelfinale von Barcelona

Dominic Thiem steht beim ATP-500-Turnier von Barcelona im Viertelfinale. Der Niederösterreicher schlug den Slowaken Jozef Kovalik in zwei Sätzen.

Will der 24-Jährige wie im Vorjahr das Barcelona-Endspiel erreichen, wird er sich aber ordentlich steigern müssen. Denn seine Leistungen sind zu unkonstant, auf tolle Winner folgten teils haarsträubende Fehler. Ein Quote von 48 Prozent beim ersten Aufschlag ist ebenso zu schwach wie die vielen unerzwungenen Fehler. 24 Winnern standen gegen Kovalik 33 „unforced errors“ gegenüber.

Starke Gegenwehr der Nummer 146

Thiems Erfolg gegen Kovalik war daher nicht so klar, wie es die Weltranglistenplatzierungen vermuten hätten lassen. Die Nummer sieben geriet gegen die Nummer 146 sogar mit einem Break 2:3 in Rückstand, schaffte aber umgehend das Rebreak. Im folgenden Game wehrte der 24-jährige Österreicher dann einen Breakball ab und nahm dem 25-jährigen Slowaken anschließend das Service ein zweites Mal zum 5:3 ab. Diesmal konterte Kovalik aber mit dem Rebreak. Im Tiebreak konnte sich der Favorit dann früh absetzen und verwertete nach exakt einer Stunde seinen vierten Satzball.

Jozef Kovalik

APA/AP/Manu Fernandez

Jozef Kovalik konnte über weiter Strecken mit Dominic Thiem mithalten

Im zweiten Satz nützte Thiem dann seine vierte Breakchance zur 1:0-Führung. In seinen nächsten zwei Aufschlaggames musste er noch jeweils einen Breakball abwehren, mit einem weiteren Break zum 4:1 stellte er aber die Weichen auf Sieg. Auch ein Zu-null-Serviceverlust brachte ihn nicht mehr aus der Spur, die Gegenwehr des Außenseiters war gebrochen. Nach insgesamt 1:43 Stunden servierte Thiem mit seinem zweiten Matchball aus und entschied damit auch das zweite ATP-Duell mit Kovalik ohne Satzverlust für sich. 2016 hatte er in Indian Wells zweimal im Tiebreak gewonnen.

Leichtere Auslosung als in Monte Carlo

Dank der günstigen Auslosung hofft Thiem, in Barcelona möglichst weit zu kommen. Bis zu den French Open Ende Mai in Paris hat er nämlich viele Ranglistenpunkte zu verteidigen. Bei schwachen Ergebnissen droht der Absturz aus den Top Ten.

Thiem war erst vergangene Woche in Monte Carlo nach fünfwöchiger Verletzungspause ins Turniertennis zurückgekehrt. Inklusive eines Sieges gegen den Serben Novak Djokovic war er im Fürstenturm bis ins Viertelfinale gekommen, dort aber gegen den späteren Gewinner und Weltranglistenersten Rafael Nadal chancenlos gewesen. Im Vorjahr hatte Thiem in Barcelona im Finale gegen den spanischen Sandplatzkönig verloren.

Hoffnung auf Steigerung wie im Vorjahr

„Gestern und heute habe ich nicht meine besten Leistungen gezeigt. Aber es war vergangenes Jahr ähnlich, da habe ich mein Level auch während des Turniers gesteigert. Ich hoffe, dass ich das dieses Jahr auch machen kann“, sagte Thiem in der Pressekonferenz zu seinen bisherigen Barcelona-Auftritten.

Dominic Thiem

APA/AP/Manu Fernandez

Dominic Thiem ist zuversichtlich, dass seine Form von Spiel zu Spiel steigt

Er selbst habe sich vom Spiel her im Vergleich zum Vorjahr gesteigert, „aber leider zeige ich es nicht immer“. In Sachen Weltrangliste ist dem 24-Jährigen aber klar: „Wenn ich in die Top Drei kommen will, dann muss ich in jedem Match gut spielen. Ich habe immer noch zu viele Ups and Downs. So wie vergangene Woche, als ich gegen Novak wirklich gut und am nächsten Tag gegen Rafa weit unter meinem Level gespielt habe.“

Dimitrow muss Matchbälle abwehren

Über ein mögliches Halbfinal-Duell mit dem Bulgaren Grigor Dimitrow wollte er noch gar nicht sprechen. „Ich denke nicht an Dimitrow. Ich muss morgen ein Match gewinnen“, sagte Thiem. Der Sieger der ATP World Tour Finals in London wäre beinahe bereits im Achtelfinale gescheitert. Die Nummer fünf der Welt setzte sich gegen den 34-jährigen Tunesier Malek Jaziri erst nach Abwehr von zwei Matchbällen mit 7:5 3:6 7:6 (10/8) durch.

Thiem kämpft jedenfalls um sein drittes Halbfinale in dieser Saison nach Doha und Buenos Aires, wo er seinen bisher einzigen Titel im Jahr 2018 geholt hat. Er hält nun bei 12:2 Saisonsiegen auf Sand und hat gemeinsam mit dem Argentinier Juan Martin del Potro die meisten Siege 2018 zu Buche stehen (Thiem 21:5, Del Potro 21:4).

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