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Titel zum Greifen nahe

Red Bull Salzburg ist dem fünften Titel in der tipico-Bundesliga am Sonntag ein weiteres Stück näher gerückt. Der Tabellenführer erfüllte zum Abschluss der 32. Runde mit einem klaren 2:0 (1:0) bei Schlusslicht SKN St. Pölten die Pflicht und kann in der nächsten Runde die neunte Meisterschaft in der Red-Bull-Ära aus eigener Kraft fixieren.

Amadou Haidara (20.) und Takumi Minamino (48.) nach einem schweren Patzer von St. Pöltens Schlussmann Christoph Riegler sorgten wenige Tage nach dem 0:2 im Semifinal-Hinspiel der Europa League bei Olympique Marseille wieder für ein Erfolgserlebnis der Salzburger. Dazu wurde den Gästen ein an sich regulärer Treffer von Fredrik Gulbrandsen zu Unrecht aberkannt. Gegen St. Pölten hat Salzburg in der Liga auch nach dem achten direkten Duell eine „weiße Weste“.

Takumi Minamino (Salzburg) und Tormann Christoph Riegler (St. Pölten)

GEPA/Walter Luger

Minamino (l.) sorgte unter kräftiger Mithilfe von Goalie Riegler für die Entscheidung

Salzburg schont Stammkräfte

Salzburg-Coach Marco Rose setzte angesichts des anstehenden Saisonhighlights, dem Rückspiel gegen Marseille, klarerweise auf Rotation. Nur Goalie Alexander Walke, Stefan Lainer, Haidara und Diadie Samassekou blieben im Vergleich zum Donnerstag in der Startelf. Die Niederösterreicher wollten davon profitieren und hielten auch in der ersten Hälfte ganz gut mit. Bei einem Kopfball von Aleksandar Vucenovic musste Walke eine Glanzparade zeigen (6.).

Auf der anderen Seite konnte Riegler einen Gulbrandsen-Schuss parieren (17.). Drei Minuten später war der Schlussmann der Hausherren aber geschlagen. Nach Gulbrandsen-Zuspiel vollendete Haidara aus rund elf Metern ins Eck. Bei einem Samassekou-Weitschuss konnte er sich hingegen auszeichnen (30.). St. Pölten fand kurz vor dem Pausenpfiff durch einen Kopfball von Dominik Hofbauer immerhin eine zweite brauchbare Möglichkeit vor (44.).

Patzer bringt Entscheidung

Die letzten Hoffnungen der Hausherren auf eine Wende waren gleich nach Wiederbeginn aufgrund eines groben Fehlers von Tormann Riegler schnell gestorben. Minamino beförderte den Ball ins leere Tor, nachdem sich der herauseilende Riegler bei einem weiten Pass aus der Salzburger Hälfte völlig verschätzt hatte und der Ball über seinen Kopf gegangen war (48.).

St. Pölten für Salzburg kein Stolperstein

Tabellenführer Salzburg hat sich auf dem Weg zum nächsten Titel von Schlusslicht St. Pölten wie erwartet nicht stoppen lassen. Haidara und Minamino sorgten für den sicheren Sieg.

Danach gab es für die Zuschauer in der NV-Arena nicht mehr viel zu sehen. Außer noch einen dritten Salzburger Treffer, der allerdings nicht in der Statistik aufschien. Schiedsrichter Rene Eisner verhinderte das 3:0 mit einer Fehlentscheidung. Ein Treffer von Gulbrandsen wurde wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung von Minamino wohl zu Unrecht aberkannt. Der Japaner stand aber eindeutig nicht im Abseits, wie die TV-Bilder zeigten.

Titelduell mit Sturm

Die Mannschaft von Trainer Marco Rose vergrößerte mit dem souveränen Sieg, dem dritten in der Liga in Folge, den Vorsprung auf Sturm Graz wieder auf elf Punkte. Bleiben die Salzburger kommenden Sonntag im direkten Duell mit Sturm ohne Punkteverlust, geht der Titel vorzeitig zum fünften Mal in Folge an die Salzach.

Auch am Tabellenende ist die Entscheidung nach der Niederlage der St. Pöltner so gut wie gefallen. Die Niederösterreicher liegen vier Runden vor Schluss zwölf Punkte hinter dem Wolfsberger AC und können nur noch mit einem Wunder die Relegation vermeiden. Am kommenden Samstag kommt es in der NV-Arena bereits zum direkten und damit entscheidenden Duell mit den Kärntnern. Der WAC hat nicht nur deutlich mehr Punkte auf dem Konto, sondern auch ein um 24 Treffer besseres Torverhältnis.

Stimmen zum Spiel:

Dietmar Kühbauer (St.-Pölten-Trainer): „Ich will erst einmal Salzburg zum Meistertitel gratulieren, sie stehen einfach über allen Mannschaften. Mit dem zweiten Tor war klar, dass es ganz, ganz schwierig wird, zurückzukommen. Wir können uns nicht mit Salzburg messen, sie haben verdient gewonnen.“

„Es wird von meiner Seite keinen Vorwurf (an Goalie Riegler, Anm.) geben. Ich kenne keinen Spieler, der noch keinen Fehler gemacht hat, er hat in den vorigen Spielen sehr gut gehalten. Bei meinen Spielern muss die Bereitschaft und der Wille nach vorne zu arbeiten da sein. Es muss sich schon noch einiges ändern. Aber man sieht, dass sich schon vieles gebessert hat.“

Marco Rose (Salzburg-Trainer): „Es war ein sehr wichtiger Sieg für uns, den wir uns hart erarbeitet haben. Wir haben nicht gut ins Spiel hineingefunden. Nach dem Tor waren wir dann besser im Spiel, am Ende haben wir verdient gewonnen. St. Pölten wünsche ich alles Gute. Man hat in den letzten drei Spielen gesehen, dass sie stabiler geworden sind.“

Tipico-Bundesliga, 32. Runde

Sonntag:

St. Pölten - Salzburg 0:2 (0:1)

St. Pölten, NV Arena, 3.552, SR Eisner

Tore:

0:1 Haidara (20.)
0:2 Minamino (48.)

St. Pölten: Riegler - Rasner, Huber, Luan, Ingolitsch - Ambichl, P. Malicsek, Hofbauer, D. Luxbacher - Atanga, Vucenovic (66./Keles)

Salzburg: Walke - Lainer, Pongracic, Onguene (46./Caleta-Car), Farkas - Haidara (70./C. Leitgeb), Samassekou, Minamino, X. Schlager (78./Hwang) - Gulbrandsen, Yabo

Gelbe Karten: Rasner, Luan bzw. keine

Die Besten: D. Luxbacher bzw. Gulbrandsen, Minamino, Lainer

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