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Einspruchsfrist bis 11. Mai

Das Lizenzverfahren für die kommende Saison der tipico-Bundesliga hat SKN St. Pölten die Tür geöffnet, den Relegationsspielen zu entkommen. Denn der Senat 5 der Liga verweigerte dem Aufstiegskandidaten TSV Hartberg in erster Instanz die Lizenz. Bleibt die Entscheidung aufrecht, würde die Relegation für die neue Zwölferliga ausfallen.

Hartberg, aktuell hinter Wacker Innsbruck Zweiter der Sky Go Erste Liga und damit hinter den Tirolern erster Kandidat auf den Aufstieg, wurde die Spielberechtigung in der erweiterten höchsten Spielklasse aus rechtlichen, infrastrukturellen und finanziellen Gründen versagt. Die Hartberger kündigten bereits an, gegen das vorläufige Urteil vorzugehen.

„Sehen das als Zwischenergebnis“

Sollte der TSV die Saison auf dieser Position beschließen und die Lizenzverweigerung aufrecht bleiben, würde es aus der Bundesliga keinen Absteiger geben und nur das Topduo - exklusive Hartberg - aufsteigen. Sprich das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht St. Pölten würde im Oberhaus bleiben und aktuell die SV Ried - im Moment Dritter der Ersten Liga - wieder in die Bundesliga zurückkehren.

Hartberg-Stadion

GEPA/David Rodriguez

Die mangelnde Bundesliga-Tauglichkeit des Hartberger Stadions ist einer der Gründe für die Lizenzverweigerung

„Wir sehen das heutige Urteil als ein Zwischenergebnis. Wir werden die Bedenken vom Senat 5 genau analysieren und beim Protestkomitee in zweiter Instanz ausräumen“, sagte TSV-Präsidentin Brigitte Annerl, „wir sind überzeugt davon, die Voraussetzungen für die höchste Spielklasse ordnungsgemäß zu erfüllen und werden alles dafür geben, die Lizenz zu bekommen.“

Lizenz deutlich verfehlt

Die Lizenzverweigerung für Hartberg fiel in der Bundesliga-Mitteilung relativ deutlich aus. Demnach wurde den Steirern aus rechtlichen, infrastrukturellen und finanziellen Gründen das Oberhaus-„Pickerl“ verwehrt. „Die Ausgliederung des Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft erfolgte nicht bestimmungsgemäß (Fristverzug). Der Stadionumbau in Hartberg konnte nicht ausreichend nachgewiesen werden. Weiters wird der Verfügbarkeitsnachweis für das im Falle des Umbaus geplante Ausweichstadion Merkur Arena in Graz als nicht ausreichend erachtet“, hieß es in der Aussendung.

Die Hartberger können die Entscheidung bis 11. Mai beim Protestkomitee anfechten und dabei auch neue Dokumente vorbringen. Das Protestkomitee fällt dann bis 16. Mai ein Urteil. Danach gäbe es noch die Möglichkeit, innerhalb von sieben Tagen nach der Zustellung des Protestkomiteebescheids eine Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht einzureichen, ohne dabei neue Unterlagen nachreichen zu können. Die Entscheidung des Ständigen Neutralen Schiedsgerichts erfolgt bis 31. Mai.

Wiener Neustadt kratzt Kurve

Ein weiterer Aufstiegsaspirant in die Bundesliga hat gerade noch die Kurve gekratzt. Der SC Wiener Neustadt, aktuell Vierter der zweiten Spielstufe, erhielt aufgrund des Stadionneubaus eine Ausnahmegenehmigung für die Lizenz. Die Heimspiele von 15. November 2018 bis 15. März 2019 muss der SC wegen der fehlenden Rasenheizung in St. Pöltens NV Arena austragen.

Außerdem gilt für die Wiener Neustädter auch die Finanzauflage eines quartalsmäßigen Reorganisationsprüferberichts - so wie für Ried, Austria Lustenau und Wacker Innsbruck. Gar keine Zulassung für die zweithöchste Spielklasse erhielt der Kapfenberger SV aus finanziellen Gründen. Auch der Regionalliga-Mitte-Club SV Allerheiligen darf nach derzeitigem Stand aufgrund mangelnder Stadioninfrastruktur und eines ausständigen Nachweises eines qualifizierten Physiotherapeuten/Sportwissenschaftlers nicht an der auf 16 Vereine erweiterten künftigen Zweiten Liga teilnehmen.

Nur Admira mit Auflagen

Anders als noch in der Vergangenheit erhielten hingegen alle aktuellen zehn Bundesliga-Vereine die Lizenz für die kommende Saison. Neun der zehn Clubs erhielten die Berechtigung ohne Auflagen, nur Admira Wacker Mödling muss auch künftig Auflagen erfüllen. Die Niederösterreicher sind weiter zu einem quartalsmäßigen Reorganisationsprüferbericht und monatlicher Liquiditätsberichterstattung verpflichtet.

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