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Hierländer schießt Sturm ins Glück

Der Uniqa-ÖFB-Cup 2018 geht in die Steiermark. Puntigamer Sturm Graz besiegte am Mittwoch vor 27.100 Zuschauern im Klagenfurter Wörthersee Stadion in einem intensiv und leidenschaftlich geführten Finale Titelverteidiger FC Red Bull Salzburg nach Verlängerung durch ein Tor des Ex-Salzburgers Stefan Hierländer in der 112. Minute mit 1:0.

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Die Salzburger mussten ab der 71. Minute in Unterzahl spielen, nachdem Andre Ramalho mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Die „Bullen“ konnten die gesamte Spielzeit über kaum gefährliche Torszenen herausspielen. Der am Sonntag fixierte Meistertitel und das knappe Scheitern im Europa-League-Semifinale hatten offenbar Tribut gefordert. Es war die erste Niederlage im Cup für Salzburg nach 29 Spielen.

Hierländer wird zum Goldtorschützen (112.)

Marvin Potzmann bringt den Ball zum frei stehenden Stefan Hierländer, der nach etwas mehr als 111 Minuten das Siegestor für die Grazer erzielt.

Sturm hingegen, das am Sonntag in der Liga noch mit 1:4 in Salzburg untergegangen war, war von der ersten Minute an auf Sieg eingestellt, was die Elf von Heiko Vogel mit wuchtigen Angriffen und viel Härte im Zweikampf unter Beweis stellte. Angetrieben von gut 20.000 steirischen Fans im Stadion holten sich die „Blackies“ zum fünften Mal den Cupsieg, den ersten seit 2010. „Das war einfach magisch, wie wir taktisch gespielt haben“, sagte Lukas Spendlhofer in der ersten Stellungnahme im ORF. Die Partie hatte allerdings mit 15 Minuten Verspätung begonnen.

Plastiktransparent sorgt für Aufregung

Als Grund für die Verzögerung nannte der ÖFB das erhöhte Verkehrsaufkommen rund um das Klagenfurter Wörthersee Stadion. Das Problem war ein übergroßes Transparent der Sturm-Fans, das von der Feuerwehr nicht offiziell abgenommen wurde, weil es offenbar leicht entflammbar war.

Sturm-Fans

APA/Erwin Scheriau

Dieses riesige, leicht entflammbare Transparent aus Plastik sorgte bei den Behörden für Kopfzerbrechen

Die Anhänger weigerten sich jedoch, das Transparent abzuhängen, woraufhin die Polizei den gesamten Sektor sperrte. Schließlich wurde das Utensil nach Rücksprache mit den Behörden doch zugelassen. Allerdings verzögerte sich dadurch der Einlass der Sturm-Fans ins Stadion.

Deshalb und aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens entschied man sich zu einer Verschiebung um eine Viertelstunde. „Im Sinne der Verhältnismäßigkeit“ habe der ÖFB auf einen Polizeieinsatz verzichtet, meinte ÖFB-Direktor Bernhard Neuhold im ORF. Eine Minute nach Spielbeginn rollten die Fans das Spruchband mit den riesigen Sturm-Lettern wieder ein.

Intensives Endspiel

Salzburg-Coach Marco Rose hatte wieder einige Änderungen parat. Reinhold Yabo spielte statt Amadou Haidara, Cican Stankovic war anstelle von Alexander Walke der Cupgoalie, Patrick Farkas kam für den verletzten Andreas Ulmer zum Einsatz. In dem intensiven Endspiel war von Anfang an Pfeffer in der Partie.

Turbulente Szenen in Klagenfurt (16.)

Ein Patzer von Lukas Spendlhofer führt beinahe zur Salzburger Führung. Kurz darauf wird Stefan Hierländer von Duje Caleta-Car niedergegrätscht, worauf es zu einer Rudelbildung kommt.

Stefan Hierländer räumte in der siebenten Minute bei einer Kopfballmöglichkeit Tormann Cican Stankovic weg, für Schiedsrichter Harald Lechner war das etwas zu viel Körpereinsatz. Sonst tat sich in der Auftaktviertelstunde nicht viel. Salzburg war im Spielaufbau ungewohnt fehleranfällig, Sturm spielte seine mit Tempo vorgetragenen Angriffe jedoch auch nicht gut zu Ende.

Sturm kommt auf

Dann kochten die Emotionen hoch. Duje Caleta-Car fällte Hierländer im Tackling und holte sich nach einer Rudelbildung Gelb ab. Davor hatte Lukas Spendlhofer einen Pass von Goalie Jörg Siebenhandl schlecht angenommen, doch Munas Dabbur konnte den wegspringenden Ball nicht verwerten. Den nächsten Salzburger Vorstoß pfiff Lechner zu Recht wegen Abseits zurück, und einen vielversprechenden Angriff konnte Bright Edomwonyi (29.) nicht krönen, sein Abschluss fiel zu schwach aus.

Kopfballmöglichkeit für Alar (34.)

Thorsten Röcher zirkelt eine Flanke auf die Stirn von Deni Alar, neuerlich feht bei den Grazern die Genauigkeit im Abschluss.

In der 34. Minute dann die nächste Chance für Sturm, die offensiv wesentlich gefährlicher waren. Caleta-Car ließ Deni Alar zu viel Raum, der zweitbeste Ligatorschütze platzierte seinen Kopfball aber zu zentral. Die Partie wurde zusehends ruppiger. In den Zweikämpfen ging es ordentlich zur Sache, fünf Gelbe Karten verteilte Lechner bereits vor dem Pausenpfiff. Torchancen blieben dafür weiterhin auf beiden Seiten Mangelware.

Härteeinlagen statt Toren

Für Caleta-Car war mit Adduktorenproblemen das Match zur Pause vorbei. Für den jungen Kroaten kam der noch jüngere, kopfballstarke Franzose Jerome Onguene. Salzburg konnte die Verstärkung in der Defensive auch dringend benötigen, denn Sturm war weiter die druckvollere Mannschaft, auch wenn es mit dem Tor noch nicht klappen wollte.

Caleta-Car (RBS) und Deni Alar (Sturm)

GEPA/Daniel Goetzhaber

Immer wieder konnten die Spieler nur von Schiedsrichter Lechner (M.) beruhigt werden

Eine Stunde war vorüber und Härteeinlagen auf beiden Seiten waren weiterhin das Merkmal des Spiels. So musste Andre Ramalho, der ständig Schwierigkeiten mit Edomwonyi hatte, in der 71. Minute nach dem zweiten Foul in kurzer Zeit, mit Gelb-Rot vom Feld. Die ohnehin schon harmlosen „Bullen“ waren also nur noch zu zehnt.

Hierländer mit Lucky Punch

Rose brachte dann Haidara für Gulbrandsen (76.) und erhoffte sich wohl so doch noch einigen Schwung in der Offensive. Die Chancen auf den ersten Treffer hatten aber wieder die Steirer. Alar scheiterte zweimal mit Kopfbällen an „Titan“ Stankovic (78., 79.) und zögerte in der 80. Minute bei einer Möglichkeit zu lange. Diese Inkonsequenz vor dem Tor sollte sich rächen.

Die reguläre Spielzeit blieb nämlich torlos, eine Verlängerung musste her. Das Warten auf den erlösenden Treffer zog sich jedoch wie der sprichwörtliche Strudelteig. Dann endlich in der 112. Minute war es soweit: Hierländer drückte im Flug eine hohe Flanke von Marvin Potzmann ins Tor. Schwarz-Weiß jubelte und bekam den Pokal, Blau-Gelb hatte nach 95 Spielminuten ohne eigene Chance die Rechnung für die Inaktivität bekommen.

Sturm-Spieler jubeln

GEPA/Christian Walgram

Der fünfte Cuptitel der Vereinsgeschichte, der erste seit 2010, wurde ausgiebig gefeiert

Uniqa-ÖFB-Cup, Finale

Mittwoch:

Sturm - Salzburg 1:0 n. V. (0:0 0:0)

Klagenfurt, Wörthersee Stadion, 27.100 Zuschauer, SR Lechner

Tor: Hierländer (112.)

Sturm: Siebenhandl - Koch, Spendlhofer, Maresic, Potzmann - Hierländer, Jeggo, P. Zulj (122./Schoissengeyr) - Alar (118./Lovric), Röcher (102./P. Huspek), Edomwonyi (93./Jantscher)

Salzburg: C. Stankovic - Lainer, Ramalho, Caleta-Car (46./Onguene), Farkas - Yabo (99./Wolf), Samassekou, X. Schlager, V. Berisha - Gulbrandsen (76./Haidara), Dabbur (83./Hwang)

Gelb-Rote Karte: Ramalho (71./Foul)

Gelbe Karten: P. Zulj, Röcher, F. Koch, Jantscher, Potzmann bzw. Caleta-Car, V. Berisha, Hwang, Haidara

Die Besten: Edomwonyi, Hierländer, P. Zulj bzw. C. Stankovic

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