Sieg gegen Gladbach hilft nicht mehr
Der Hamburger SV ist als letztes Gründungsmitglied der deutschen Bundesliga nach 55 Jahren erstmals aus der höchsten Spielklasse abgestiegen. Den Norddeutschen reichte am Samstag ein 2:1-Heimsieg über Gladbach nicht, weil Wolfsburg gegen Köln 4:1 gewann und sich damit in die Relegation rettete. Im Finish der Partie in Hamburg sorgten HSV-Fans mit Feuerwerkskörpern für eine lange Unterbrechung.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Hundertschaften der Polizei kamen auf das Feld, auch um einen möglichen Platzsturm zu verhindern. Die überwiegende Mehrheit der Fans rief: „Wir sind Hamburger, und ihr nicht!“ und „Holt sie raus!“. Die Spieler beider Teams standen gemeinsam auf dem Platz. Nach einer Unterbrechung von einer guten Viertelstunde beendete Schiedsrichter Felix Brych dann auch offiziell.

Reuters/Morris Mac Matzen
Nach 55 Jahren heißt es für den HSV Abschied aus der obersten Spielklasse nehmen
Saisonendspurt kommt zu spät
Der HSV blieb trotz des Sieges Vorletzter und ist damit der zweite Direktabsteiger. Die Tore für die Gastgeber erzielten Aaron Hunt per Elfmeter (11. Minute) und Lewis Holtby (63.). Für die Gäste traf Josip Drmic (18.). HSV-Stürmer Bobby Wood musste mit Gelb-Rot in der 71. Minute vom Platz. Die Gladbacher wurden Tabellenneunter und verpassten die Qualifikation für die Europa League. Ihre Trauer hielt sich im Vergleich zu der der Gastgebern aber in Grenzen.
Bis zu den Ausschreitungen hatten die meisten HSV-Fans ihre Mannschaft für eine erneut starke Leistung gefeiert. Doch der Saisonendspurt unter Trainer Christian Titz mit nun 13 Punkten in acht Spielen kam zu spät.
Dramatik im Kampf um CL-Plätze
Dramatischer als der Abstiegskampf verlief das Rennen um die Champions-League-Plätze. Hoffenheim sicherte sich dank eines 3:1 vor eigenem Publikum gegen Dortmund aufgrund der besseren Tordifferenz Rang drei vor dem BVB. Nur drei Treffer hinter dem Club von Peter Stöger beendete Leverkusen die Saison nach einem Heim-3:2 gegen Hannover als Fünfter und muss daher mit der Europa League vorliebnehmen.
Leipzig bucht EL-Ticket
In der Europa-League-Qualifikation steht RB Leipzig durch einen 6:2-Auswärtserfolg gegen Hertha BSC. Meister FC Bayern kassierte im letzten Meisterschaftsmatch unter Trainer Jupp Heynckes ohne den verletzten David Alaba eine überraschende 1:4-Heimniederlage gegen den Siebenten VfB Stuttgart, der international spielt, wenn die Münchner gegen Frankfurt den DFB-Pokal holen. Guido Burgstaller erzielte das Tor zu Schalkes 1:0-Heimsieg über Eintracht Frankfurt, in Mainz traf Florian Kainz für Werder Bremen zum 1:1 und bereitete das 2:1-Siegestor der Hanseaten vor.
Im Fernduell gegen den Abstieg ging Wolfsburg schon nach wenigen Sekunden durch Joshua Guilavogui in Führung, dem Schlusslicht aus Köln gelang durch ein sehenswertes Tor von Jonas Hector (32.) der Ausgleich. Nach der Pause sorgten Divock Origi (54.), Robin Knoche (71.) und Josip Brekalo (90.) für den VfL, der nun in der Relegation auf Holstein Kiel trifft, für klare Verhältnisse.
Hoffenheim holt Platz drei
In Sinsheim stellte Hoffenheim nach einem Patzer von Dortmund-Goalie Roman Bürki auf 1:0 (26.), Marco Reus sorgte für den Ausgleich (58.). Die Tore von Adam Szalai (63.) und Pavel Kaderabek (73.) hievten die TSG noch an die dritte Stelle und ließen die Gäste im wohl letzten Match unter Stöger bis zum Schluss um die Champions League zittern.
Ein 5:0 von Leverkusen gegen Hannover hätte nämlich für den BVB Endrang fünf bedeutet. Die Werkself, bei der Julian Baumgartlinger in der 23. Minute verletzungsbedingt ausgetauscht wurde, führte lange 3:0, vergab durch Wendell einen Elfmeter und bekam einen zunächst zugesprochenen Strafstoß nach Videostudium aberkannt. In der Nachspielzeit gelangen Niclas Füllkrug und Martin Harnik die Ehrentore, die Bayers Champions-League-Hoffnungen endgültig zunichtemachten.
Zwei Punkte hinter Leverkusen beendete Leipzig die Saison nach einem 6:2 in Berlin gegen Hertha als Sechster, was die Position von Coach Ralph Hasenhüttl wieder stärken dürfte. Bei den Siegern fehlte der verletzte Marcel Sabitzer, Konrad Laimer spielte durch, Stefan Ilsanker wurde in der 76. Minute eingewechselt. Hertha trat ohne den verletzten Valentino Lazaro an.
Freiburg entgeht Relegation
Freiburg entging der Relegation mit einem 2:0-Heimsieg über den FC Augsburg, bei dem Martin Hinteregger und Kevin Danso durchspielten und Michael Gregoritsch wegen einer Adduktorenblessur fehlte. Auch Alaba musste beim überraschenden 1:4 der Bayern gegen Stuttgart passen. Der ÖFB-Star laboriert wieder an Rücken- und Oberschenkelproblemen, könnte aber bis zum DFB-Pokalfinale in einer Woche gegen Frankfurt fit werden.
Deutsche Bundesliga, 34. Runde
Samstag:
Hoffenheim - Dortmund 3:1 (1:0)
Tore: Kramaric (26.), Szalai (63.), Kaderabek (73.) bzw. Reus (59.)
Hoffenheim: Grillitsch spielte durch
Hertha - Leipzig 2:6 (1:3)
Tore: Ibisevic (4.), Kalou (64.) bzw. Upamecano (2.), Lookman (7.), Augustin (22., 54.), Werner (49.)
Leipzig: Laimer spielte durch, Ilsanker ab 76.
Leverkusen - Hannover 3:2 (2:0)
Tore: Alario (3., 18.), Brandt (56.) bzw. Füllkrug (91.), Harnik (94.)
Leverkusen: Baumgartlinger spielte durch
Schalke - Frankfurt 1:0 (1:0)
Tor: Burgstaller (26.)
Hamburg - Mönchengladbach 2:1 (1:1)
Tore: Hunt (10./Elfer), Holtby (63.) bzw. Drmic (28.)
Gelb-Rot: Wood (71./Hamburg)
Wolfsburg - Köln 4:1 (1:1)
Tore: Guilavogui (1.), Origi (54.), Knoche (72.), Brekalo (91.) bzw. Hector (32.)
Freiburg - Augsburg 2:0 (0:0)
Tore: Hofler (49.), Kleindienst (65.)
Augsburg: Danso, Hinteregger spielten durch
Mainz - Bremen 1:2 (1:1)
Tore: Gbamin (12.) bzw. Kainz (23.), Gebre Selassie (79.)
Bayern - Stuttgart 1:4 (1:2)
Tolisso (21.) bzw. Ginczek (5., 55.), Donis (42.), Akolo (52.)
Tabelle
Links: