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Noch ein „Dacapo“ in Paris?

Wenn Gianluigi Buffon die Bühne verlässt, wird es ein emotionaler Abschied, so viel war klar. Gefeiert, umjubelt, beweint, gerührt und mit einem letzten Sieg hat sich Italiens Rekordtorhüter am Samstag nach 17 Jahren und mehr als 1.000 Pflichtspielen von Juventus Turin verabschiedet. Das Publikum feierte den 40-Jährigen beim Spiel gegen Absteiger Hellas Verona, das der Meister daheim mit 2:1 gewann. Offen ist, ob der Abschied von Juve für Buffon auch das Karriereende bedeutet.

„Buffon geht in die Geschichte ein“, schrieb die Zeitung „La Stampa“ am Sonntag. Die italienischen Medien waren voll mit Bildern, auf denen Buffon gefeiert und umarmt wird. Im Turiner Stadion hatte die Menge getobt, als „Numero 1“ mit seinen Kindern im Arm einlief. „Es war, als hätte er alle küssen wollen, es war, als hätten ihn alle küssen wollen“, schrieb „La Repubblica“. Der Abschied sei „lang, unerträglich und glücklich“ gewesen. Er trieb auch dem ehemaligen Welttorhüter immer wieder Tränen in die Augen.

Gianluigi Buffon (Juventus) mit seinen Kindern

APA/AFP/Marco Bertorello

Das letzte Mal ging Gianluigi Buffon für Juventus auf den Rasen - und mit ihm seine drei Söhne

Auf Plakaten forderten die Fans „Gigi, Santo subito“ und damit die sofortige Heiligsprechung Buffons. Zugleich feierten die Zuschauer Juves siebenten Meistertitel in Serie, der aber schon seit dem vorherigen Spieltag feststand. Buffons deutscher Teamkollege Sami Khedira, twitterte: „Grazie Grande Gigi!“ und fügte hinzu: „Es war immer eine Ehre für mich, Seite an Seite mit einer lebenden Legende zu spielen.“ Juve werde ohne Buffon nicht das gleiche sein.

Champions-League-Titel fehlt noch

Offen ist, ob der 175-malige Nationalspieler und Weltmeister von 2006 noch einmal zu einem anderen Club wechselt oder seine Karriere beendet. Im Gespräch war auch ein Wechsel zu Paris Saint-Germain mit dem neuen deutschen Trainer Thomas Tuchel. Buffon hatte am Donnerstag seinen Abschied von Italiens Rekordmeister bekanntgegeben. „Gigi Buffon will die nie gewonnene Champions League verfolgen und die Idee, das in Frankreich zu tun, reizt ihn“, will die „Gazzetta dello Sport“ wissen. „Die Lust weiterzuspielen, wird wohl überwiegen.“ Die Entscheidung wird bald erwartet.

Gianluigi Buffon (Juventus) jubelt mit Mitspielern

APA/AFP/Marco Bertorello

Noch einmal durfte „Gigi“ Buffon den so oft gewonnenen Pokal für den italienischen Meister stemmen

Der letzte Auftritt für Juve dauerte für Buffon 63 Minuten. Der 40-Jährige zeigte in der ersten Hälfte einer fast freundschaftlichen Partie noch eine Glanzparade, das war es dann. Aus der italienischen Nationalmannschaft war Gigi bereits nach dem bitteren Aus der Italiener in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland zurückgetreten. Aus weiteren Einberufungen zu Freundschaftsspielen wird nun doch nichts mehr. Gemeinsam mit seinem Abschied von Juve gab Buffon nun auch das endgültige Ende in der „Squadra Azzurra“ bekannt.

Italienische Serie A

38. Runde

Samstag, 19. Mai:
Juventus Turin Hellas Verona 2:1
Sonntag, 20. Mai:
FC Genoa Torino 1:2
Napoli Crotone 2:1
AC Milan Fiorentina 5:1
Cagliari Atalanta 1:0
Ferrara Sampdoria Genua 3:1
Udinese Bologna 1:0
Chievo Verona Benevento 1:0
Lazio Rom Inter Mailand 2:3
Sassuolo AS Roma 0:1

Tabelle

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