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Ricciardo bleibt zurückhaltend

Mit dem Sieg am Sonntag beim Grand Prix von Monaco hat Daniel Ricciardo nicht nur Werbung in eigener Sache gemacht, sondern auch zusätzliche Spannung in die WM gebracht. Nach sechs Saisonrennen hält der Red-Bull-Pilot ebenso bei zwei Siegen wie Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes und Ferrari-Star Sebastian Vettel.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat Ricciardo auch schon als gefährlichen Titelkonkurrenten ausgemacht. „Es ist nicht unmöglich, aber nicht mein wichtigster Gedanke. Lewis hat einen Riesenvorsprung auf mich“, verwies der Australier aber darauf, dass Hamilton 14 Punkte vor Vettel und schon 38 vor ihm liegt.

Allerdings könnte der Rückstand deutlich geringer sein, wenn Ricciardo nicht in Bahrain mit einem Elektronikschaden ausgeschieden wäre und es den Unfall mit seinem Teamkollegen Max Verstappen in Aserbaidschan nicht gegeben hätte.

„Eine kleine Außenseiterchance“

„Wenn wir wirklich mitmischen wollen, müssen wir vor der Sommerpause noch auf mindestens einer anderen Strecke beweisen, dass wir erneut gewinnen können. Und dann haben wir vielleicht eine kleine Außenseiterchance“, gibt sich Ricciardo vorsichtig.

Daniel Ricciardo

AP/Luca Bruno

Der zweite Saisonsieg von Ricciardo am Sonntag in Monaco hat die WM noch offener gemacht

„Auf jeden Fall ist es ein Dreikampf“, sagte Hamilton, „Seb ist noch immer der Stärkste, und Red Bull wird immer stärker werden in diesem Jahr.“ Vettel sieht es ähnlich: „Der Kampf wird zwischen allen drei Teams und allen sechs Fahrern ausgetragen.“

Sieg steigert Marktwert

Allerdings läuft es derzeit eher auf einen Dreikampf Hamilton - Vettel - Ricciardo hinaus, alle drei sind in ihren Teams die klare Nummer eins. Während das bei Mercedes und Ferrari von Saisonbeginn an klar war, hat sich der Australier diese Position bei Red Bull erst erarbeitet. Im Gegensatz zum talentierten, aber auch ungestümen Verstappen ist der Pilot aus Perth derzeit die heißeste Aktie auf dem Fahrermarkt. Ferrari und Mercedes haben auch schon ein Auge auf den italienisch sprechenden Sohn eines Sizilianers geworfen.

„Mal schauen, was die anderen so denken. Ich kann mich ja nicht selbst bezahlen“, kommentierte Ricciardo das Interesse mit seinem typischen Grinser. „Ich denke, ich habe mich in den ersten sechs Rennen ganz ordentlich verkauft.“ Und er schraubt seinen Marktwert weiter nach oben. Auf das Angebot Hamiltons, er werde für ihn den neuen Vertrag verhandeln, reagierte Ricciardo in Monaco schlagfertig: „Wenn Lewis am Saisonende aufhört, kann er ja mein Manager werden.“

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