Salzburg zum Abschluss mit höchster Pleite
Meister Red Bull Salzburg hat zum Bundesliga-Finish einen weiteren Rekord verpasst. In der 36. und letzten Runde musste sich der Champion am Sonntag bei der Austria mit 0:4 (0:2) geschlagen geben und kassierte damit die höchste Saisonniederlage. Für die Wiener endete eine völlig verpatzte Saison indes mit einem kleinen Erfolgserlebnis.
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16 Pflichtspiele war Salzburg gegen die Austria zuvor ungeschlagen geblieben, seit die Violetten am 26. März 2014 (3:0) zum bis dato letzten Mal gegen die „Bullen“ gewonnen hatten. Im Duell zweier stark ersatzgeschwächter Mannschaften beendete die Austria im Ausweichquartier Wiener Neustadt nach Toren von Christoph Monschein (29.), Dominik Prokop (37.), Patrizio Stronati (58.) und Dominik Fitz (85.) diese Unserie. Für Trainer Thomas Letsch und sein gebeuteltes Team war es der erste volle Erfolg seit Anfang April.
Almer vor Anpfiff verabschiedet
Salzburg verpasste den 26. Saisonsieg und damit die Bestmarke der Austria aus der Spielzeit 1985/86. Dem Team von Marco Rose dürfte das wenig ausmachen. Munas Dabbur blieb zum Abschluss zwar ohne Torerfolg, heimste mit 22 Treffern vor Sturms Deni Alar (20) aber die Torschützenkrone ein. Vor Anpfiff war bei der Austria die Zeit der Abschiede gekommen.
Der Club verabschiedete acht Akteure, darunter Robert Almer. Der Vertrag des seit Oktober 2016 nach einer schweren Knieverletzung pausierenden Ex-Teamtorhüters geht zu Ende. Ob der 34-jährige Almer seine sportliche Karriere fortsetzen kann, ist nach mehreren Operationen ohne Comebackaussicht mehr als ungewiss. Neben Almer laufen auch bei Raphael Holzhauser, David de Paula, Stronati, Ruan, Stefan Stangl, Lee Jinhyun und Osman Hadzikic die Verträge aus. Jener von Felipe Pires ist bereits aufgelöst.

GEPA/Christian Ort
Dominik Prokop war mit einem Tor und zwei Assists der Mann des Spiels
Kevin Friesenbichler fehlte im Matchkader aus einem anderen Grund. Der Stürmer soll vor einem Abgang zum FK Astana aus Kasachstan stehen. Die Partie gestaltete sich dann der Ausgangslage mit vielen Ausfällen auf beiden Seiten entsprechend. Das Spiel plätscherte dahin, Salzburgs Dreiergoalie Carlos Coronel war bei seinem Ligadebüt zunächst ebenso unterbeschäftigt wie sein Gegenüber Patrick Pentz. Der Austria-Keeper musste nur bei Fernschüssen der Mozartstädter auf der Hut sein.
Austria feiert klaren Sieg über Salzburg
In der letzten Runde der Meisterschaft kam die Austria zu einem unerwarteten Kantersieg über Meister Red Bull Salzburg.
Sehr junges Salzburg-Team
Mit einem Durchschnittsalter von 21,4 Jahren vertraute Rose auf die jüngste Startelf im Saisonverlauf. Dass die Konzentration beim Meister nicht die höchste war, verdeutlichte Austrias Führungstreffer. Enock Mwepu leistete sich einen Fehler in Strafraumnähe, Prokop setzte Monschein erfolgreich ein. Das Duo zeichnete auch für das 2:0 verantwortlich. Nach einem Salzburger Ballverlust im Mittelfeld schaltete die Austria schnell um, Prokop schloss nach Doppelpass mit Monschein ab.
Die Austria, bei der der angeschlagene Vesel Demaku mit Kreislaufproblemen früh vom Feld musste, freute sich über das herbeigesehnte Erfolgserlebnis. Die Antwort der Gäste blieb aus. Salzburg war bemüht, es fehlte aber Tempo im Spiel. In der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte war Dabbur einmal entwischt, Abdul Kadiri Mohammed klärte jedoch im letzten Moment.
Nach Seitenwechsel schloss Dabbur zu zentral auf Pentz ab (52.), ehe der Austria die Vorentscheidung gelang: Der eingewechselte Stronati war nach einem Prokop-Freistoß zur Stelle. Pentz’ Torsperre sollte danach nur bei einem Dabbur-Freistoß an die Stange (84.) wackeln. Der Austria gelang indes alles. Ein Fitz-Abschluss kullerte in der Schlussphase durch die Beine von Coronel ins Tor.
Stimmen zum Spiel:
Thomas Letsch (Austria-Trainer): „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die sehr kompakt war und im Umschaltspiel sehr schnell und direkt nach vorne gespielt hat. Wir waren auch effektiv und hatten das Quäntchen Glück, das uns zuletzt immer gefehlt hat. So gesehen war es ein schöner Abschluss. So kompakt zu spielen wie heute über 90 Minuten ist die Voraussetzung, um Erfolg zu haben.“ Zur Saison: „Wir werden sicher nichts schönreden, wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Wir müssen in der Vorbereitung die Zeit nutzen, es kommen viele neue Spieler.“
Marco Rose (Salzburg-Trainer): „Ich nehme die Verantwortung ein Stück weit auch auf mich, weil ich die Grundformation verändert habe und viele neue Dinge versucht habe. Das soll für die Jungs aber kein Alibi sein. Wir wissen, dass wir besser spielen können als heute. Wir können das Spiel auch ganz gut einordnen. Jetzt sind wir froh, dass wir Zeit für uns haben, wir sind alle schon sehr leer.“
Tipico-Bundesliga, 36. Runde
Sonntag:
Austria - Salzburg 4:0 (2:0)
Stadion Wiener Neustadt, 4.300 Zuschauer, SR Hameter
Torfolge:
1:0 Monschein (29.)
2:0 Prokop (37.)
3:0 Stronati (58.)
4:0 Fitz (85.)
Austria: Pentz - Kadiri (78./Blauensteiner), Madl, Ruan - Klein, De Paula, Demaku (17./Stronati), Stangl - Prokop - Fitz, Monschein (72./Frank)
Salzburg: Coronel - Pongracic, Onguene, Caleta-Car (81./Meisl) - Haidara (62./Schmid), Mwepu (57./Szoboszlai), Schlager, Minamino - Gulbrandsen, Dabbur, Daka
Gelbe Karte: Ruan
Die Besten: Prokop, Kadiri, Monschein bzw. Schlager, Dabbur
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