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„Können gegen alle bestehen“

Marko Arnautovic hat mit dem österreichischen Nationalteam noch einiges vor. Der 29-Jährige bestreitet am Mittwoch (20.45 Uhr, live in ORF eins) in Innsbruck gegen Russland sein 70. Länderspiel. Als Nummer neun der ewigen ÖFB-Einsatzliste lässt er dann Legende Hans Krankl und EM-2008-Kapitän Andreas Ivanschitz hinter sich.

„Es ist halt immer im Fußball und im Leben das Ziel, die Nummer eins zu sein - nicht die Nummer neun“, sagte Arnautovic am Montag im ÖFB-Teamcamp in Schwaz. Rekordnationalspieler Andreas Herzog hält bei 103 Einsätzen. Arnautovic: „Man probiert natürlich, zum 100er zu kommen. Ob ich das schaffe, das wird man sehen.“

„Ich muss Tore machen, dafür bin ich da“

Über Statistiken will sich der Akteur mit den meisten Länderspielen und Toren (19) im aktuellen Teamkader allerdings erst nach der Karriere freuen. „Ich will Erfolge haben, wir haben das Potenzial dafür“, betonte Arnautovic. Sein eigener Anspruch sind Tore. Drei gelangen dem West-Ham-Angreifer zuletzt in den beiden März-Länderspielen gegen Slowenien (3:0) und Luxemburg (4:0).

Meiste ÖFB-Länderspiele (Herren)

Spiele Tore
1. Andreas Herzog 103 26
2. Toni Polster 95 44
3. Gerhard Hanappi 93 12
4. Karl Koller 86 5
5. Friedl Koncilia 84 0
. Bruno Pezzey 84 9
7. Herbert Prohaska 83 10
8. Christian Fuchs 78 1
9. Marko Arnautovic * 71 19
10. Hans Krankl 69 34
. Andreas Ivanschitz 69 12
12. Heribert Weber 68 1
. Martin Harnik 68 15
. Sebastian Prödl * 68 4
15. Marc Janko 66 28

* aktuell im ÖFB-Team aktiv

Stand vom 9. Juni 2018

Neun fehlen ihm noch auf den unter Neo-Teamchef Franco Foda noch nicht nominierten Marc Janko, mit 28 Teamtreffern die Nummer vier der ewigen ÖFB-Bestenliste. Arnautovic weiß: „Ich muss Tore machen, dafür bin ich da.“ Es gehe darum, der Mannschaft zu helfen - nach hinten und nach vorne. „Wenn der Ball nach vorne kommt, ist es meine Aufgabe, Akzente zu setzen. Ich alleine werde es aber nicht spielen. Es geht nur, wenn die ganze Mannschaft mit mir zusammenarbeitet.“

„Ich bin in Topform“

Seine Hochform bei West Ham konnte er zuletzt auch im Team umsetzen. Nach einem schlechten Start beim Londoner Traditionsclub wurde der 29-Jährige durch seine elf Tore in 31 Ligaspielen zum besten „Hammers“-Spieler der Saison gewählt. „Aber so war es in meinem ganzen Leben“, erinnerte Arnautovic. „In Österreich war es auch nicht immer ‚Holladrio‘, und jetzt ist es auf einmal ‚Wow‘. Ich bin in Topform.“

Marko Arnautovic stoppt den Ball

APA/Georg Hochmuth

Drei Tore erzielte Marko Arnautovic zuletzt in den Länderspielen gegen Slowenien und Luxemburg

Durch seine starke zweite Saisonhälfte soll Arnautovic laut britischen Medien auch seinen Ex-Trainer Jose Mourinho auf sich aufmerksam gemacht haben. Der Portugiese hatte den Wiener bereits in der Anfangsphase seiner Karriere bei Inter Mailand (2009/10) betreut und sucht beim englischen Vizemeister Manchester United einen durchsetzungsstarken Angreifer als Ergänzung zu Topmann Romelu Lukaku.

„Jeder Spieler will in einem Topverein spielen, aber ich habe einen Vertrag bei West Ham United“, betonte Arnautovic. Seiner beim Tabellen-13. der Vorsaison läuft bis 2022. „Ich habe nichts gehört und konzentriere mich voll auf West Ham.“

Gut aufgestellt und gut formiert

Das Selbstvertrauen des Wieners ist ungebrochen. „Ich bin 29 Jahre. Ich bin in einem Alter, in dem man sagt, das ist das Topalter, noch alles rauszuholen“, meinte Arnautovic, der aus Fodas Team nicht wegzudenken ist. Er will als Führungsspieler vorangehen.

Arnautovic über das Russland-Spiel

Interview mit Marko Arnautovic über das bevorstehende Russland-Spiel.

Der Fokus liege vorerst auf Russland. „Wir sind gut aufgestellt und gut formiert“, meinte Arnautovic. „Wenn wir ein gutes Spiel aufziehen und alles geben, denke ich nicht, dass etwas im Wege steht, dass wir da gut rauskommen aus diesem Spiel.“

Nach Russland warten die hochkarätigen Tests gegen Deutschland (Samstag, 18.00 Uhr, live in ORF eins) in Klagenfurt und in Wien gegen Brasilien (10. Juni, 16.00 Uhr, live in ORF eins). „Wir wollen diese drei Spiele gut absolvieren. Wir werden am Ende sehen, wo wir stehen, woran wir noch arbeiten müssen. Das ist für uns das Ziel. Wir glauben an uns. Wir glauben, dass wir gegen alle bestehen können“, betonte Arnautovic. „Aber es wird ein harter Brocken.“

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