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„Mir hat Roland Garros sehr gefehlt“

Die ehemalige Weltranglistenerste Serena Williams hat beim ersten Grand-Slam-Match nach ihrer Babypause die zweite Runde erreicht. Die 36-jährige US-Amerikanerin besiegte bei den French Open die Tschechin Kristyna Pliskova am Dienstag mit 7:6 (7/4) 6:4. „Mir hat Roland Garros sehr gefehlt“, sagte Williams, die Französisch spricht und ein Apartment in der Seine-Stadt hat.

Der mühsame Erfolg gegen die zumeist ebenbürtige Nummer 70 der Welt stand nach 1:45 Stunden fest. Es war das erste Sandmatch der 23-fachen Grand-Slam-Siegerin seit zwei Jahren. „Das war sehr lange, aber ich habe hart auf Sand trainiert. Ich bin wirklich froh, dass ich hier ein Match gewonnen habe“, meinte Williams, die im vergangenen September Mutter geworden war.

Für Williams war es die erste Partie bei einem der vier wichtigsten Turniere, seit sie Ende Jänner 2017 die Australian Open gewonnen hatte. Bei ihrem 23. Grand-Slam-Titel war die nun auf Rang 451 der Weltrangliste abgerutschte Williams bereits schwanger. Nächste Gegnerin ist die Australierin Ashleigh Barty.

„Cat suit“ gegen Blutgerinnsel

Williams wurde nach ihrem ersten Grand-Slam-Match als Mutter auch auf ihr Outfit angesprochen und gefragt, ob es auch eine Anspielung auf den sehr erfolgreichen Hollywood-Film „Black Panther“ (über einen schwarzen Superhelden) sei. „Der ‚cat suit‘ wurde schon vor dem Film entwickelt, aber ja, ich wollte immer schon eine Superheldin sein“, meinte Williams in der Pressekonferenz lachend.

Serena Williams

AP/Alessandra Tarantino

Williams’ viel beachteter „cat suit“ hat auch einen funktionellen Sinn

Allerdings habe der Anzug nicht nur einen Spaßfaktor, sondern auch einen funktionellen Sinn. Seit ihren immer wiederkehrenden Problemen mit Blutgerinnseln, die ihr auch nach der Geburt ihrer Tochter beinahe zum Verhängnis geworden wären, helfe das auch bei der Blutzirkulation.

Warmer Empfang für Scharapowa

Unter völlig anderen Vorzeichen ist Scharapowa, ebenfalls eine frühere Nummer eins der Welt, nach Paris zurückgekehrt. Vor zwei Jahren wegen Dopings gesperrt, vor einem Jahr vergeblich auf eine Wildcard hoffend, freute sich die Russin über einen hart erkämpften 6:1 4:6 6:3-Erfolg über die Niederländerin Richel Hogenkamp. Das Publikum hatte die zweifache frühere Siegerin warm empfangen, und Scharapowa dankte es mit dem von ihr bekannten Kampfgeist.

Dass es nach einer 6:1 3:1-Führung doch noch weit knapper wurde, begründete sie mit Ungeduld. Sie geriet dann im dritten Satz gar mit 0:3 in Rückstand. „Ich bin sehr glücklich darüber, wie ich im dritten Satz wieder zurückgekommen bin.“

Bolelli ärgert Nadal im dritten Satz

Bei den Herren hatte Favorit Rafael Nadal in der Fortsetzung des am Vortag beim Stand von 6:4 6:3 0:3 wegen Regens abgebrochenen Spiels gegen den Italiener gegen Simone Bolelli mehr Mühe, als ihm lieb war. Zwar egalisierte der Spanier den Rückstand, musste dann aber im Tiebreak bei 3/6 drei Satzbälle abwehren. Nach Abwehr eines vierten setzte er sich schließlich mit 11/9 durch. Den ersten Schritt von sieben auf dem Weg zum elften Rekordtitel in Paris hat der Weltranglistenerste somit getan.

Nadal in Paris eine Runde weiter

Titelverteidiger Rafael Nadal ist bei den French Open eine Runde weiter. Der zehnfache Paris-Sieger setzte sich gegen den Italiener Simone Bolelli in drei Sätzen durch, hatte dabei aber viel Mühe.

„Es war ein gutes und schwieriges Match, weil er so aggressiv und sehr gut gespielt hat“, sagte Nadal in Richtung von „Lucky Loser“ Bolelli. Es sei immer schwierig gegen Spieler, die jeden Ball so hart schlagen möchten, und das dann auch noch in der ersten Runde.

Rafael Nadal

APA/AFP/Christophe Simon

Nadal gab bereits zum Auftakt gegen „Lucky Loser“ Bolelli beinahe einen Satz ab

Dazu befragt, wie er es schafft, dass er nach all den Erfolgen nicht überheblich geworden ist, hatte Nadal eine klare Antwort parat: „Wäre ich zu überheblich oder zu selbstzufrieden gewesen, hätte ich niemals hier zehnmal, in Monte Carlo und Barcelona elfmal oder in Rom achtmal gewonnen. All diese Resultate sind mir nur gelungen, weil ich den Sport, jeden Gegner und den Wettkampf jeden Tag respektiere. Das ist der Grund, warum ich erfolgreich bin, weil ich jeden Tag auf den Platz gehe und weiß, dass ich gewinnen, aber auch verlieren kann.“

Cilic und Muguruza in zweiter Runde

Auch die jeweiligen Nummern drei bei Herren und Damen, Marin Cilic bzw. Wimbledon-Siegerin Garbine Muguruza, sind am dritten Turniertag, der zunächst etwas von Regen gestört war, in die zweite Runde eingezogen. Der Kroate Cilic gewann gegen den Australier James Duckworth mit 6:3 7:5 7:6 (7/4), die Spaniern Muguruza setzte sich gegen die Russin Swetlana Kusnezowa mit 7:6 (7/0) 6:2 durch.

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