Themenüberblick

Seit 16 Jahren kein klarerer Titelfavorit

Die Cleveland Cavaliers treffen ab Donnerstag (Ortszeit) im Finale der National Basketball Association (NBA) als klarer Außenseiter auf Titelverteidiger Golden State Warriors. Cavs-Superstar LeBron James, der bereits zum achten Mal in Serie im Finale steht, ist sich der schwierigen Ausgangslage in der „Best of seven“-Serie bewusst.

Die Gier auf seinen vierten NBA-Titel ist jedoch groß. „Ich versuche, die Orange auszupressen, bis kein Saft mehr übrig ist“, sagte der 33-Jährige. Bis zur totalen Erschöpfung kämpfte James im Verlauf der Play-offs und brachte den Vizemeister so zum vierten Mal hintereinander gegen die Warriors in die Endspielserie.

Während die Cavs vor dem ersten Spiel in Golden State komplett abhängig von James sind, können die Warriors wie gewohnt auf ihr Starensemble setzen. Laut US-Buchmachern gab es seit 16 Jahren keinen klareren Favoriten im Finale als die Warriors um ihren genialen Dirigenten Stephen Curry. Doch von den Prognosen will sich der 30-Jährige nicht blenden lassen - und ist vor allem vor James gewarnt.

612 Punkte von James im Play-off

„Es ist unglaublich, mit welcher Konstanz und auf was für einem extrem hohen Niveau er spielt und in der Eastern Conference dominiert“, sagte Curry. Kevin Durant, der zweite Superstar, meinte: „Was er leistet, lässt sich nicht beschreiben. Es ist einfach unglaublich.“ Zwar empfand es Curry als „unfair“, Cleveland nur auf James zu reduzieren. Doch Fakt ist: Er brachte die Cavs fast im Alleingang ins Finale, steuerte alleine 612 Punkte in den Play-offs bei. So viele wie kein anderer Spieler je zuvor.

Stephen Curry

Reuters/USA TODAY Sports/Thomas B. Shea

Stephen Curry ist mit den Golden State Warriors klarer Favorit auf den Titel

Entsprechend ausgepumpt und erschöpft war James nach dem Halbfinal-Sieg in Spiel sieben gegen die Boston Celtics allerdings auch. Ebenso brauchten die Warriors gegen die Houston Rockets sieben Spiele, um das Finalticket zu lösen. „Auf einmal scheinen die Unbesiegbaren verwundbar“, urteilte die Fachzeitschrift „Sports Illustrated“. Erstmals seit 1979 gingen beide Halbfinal-Serien über die volle Distanz.

Golden State kann Last verteilen

Der große Vorteil von Golden State ist, dass die Warriors die Last auf mehrere Schultern verteilen können. Läuft es bei Curry nicht, springt Durant ein. Oder Klay Thomson. Oder Draymond Green. Die Offensivpower scheint grenzenlos, vor allem bei den Distanzwürfen ist Golden State eine Klasse für sich.

Cleveland muss hingegen auch zu Beginn der Finals auf den angeschlagenen All-Star Kevin Love verzichten. Beim Titelgewinn 2016 hatte James noch mehr Unterstützung und drehte mit Cleveland einen 1:3-Rückstand sensationell in einen 4:3-Sieg. 2015 und 2017 siegten die überlegenen Kalifornier um Curry.

„Von Anfang an sehr aggressiv sein“

James hat bereits das achte Jahr nacheinander im Finale die Chance auf den Titel, nie wurde sein Team allerdings so schwach eingeschätzt wie 2018. Auch Trainer Tyronn Lue ist gewarnt. „Sie (die Warriors, Anm.) haben vier All-Stars und wissen, was sie tun. Unser Team muss von Anfang an sehr aggressiv sein“, sagte Lue, der aber auch um James’ Qualitäten weiß. Er sei „der beste Spieler der Welt“.

Mit 34 Punkten im Schnitt in den Play-offs ist King James einsame Spitze. Doch er hat schwere Monate hinter sich. Cleveland taumelte in der Hauptrunde lange Zeit, tauschte während der laufenden Saison fast die komplette Mannschaft aus. Nur er glänzte konstant. Eine „Achterbahnfahrt“ und eine „der wechselhaftesten Spielzeiten in meiner Karriere“ nannte James die bisherige Saison. Und trotzdem hat er wieder die Chance, sie mit dem NBA-Titel zu beenden.

Links: