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Drittes Major-Viertelfinale im Visier

Siebenmal in Serie hat Dominic Thiem schon bei Grand-Slam-Turnieren das Achtelfinale erreicht. Möchte der 24-jährige Niederösterreicher aber auch sein drittes Major-Viertelfinale - neuerlich in Paris - erreichen, muss er am Sonntag (zweites Match nach 11.00 Uhr, live in ORF Sport +) gegen den Japaner Kei Nishikori sein bestes Tennis auspacken. „Es wird ein toughes ‚Best of five‘-Match“, so Thiem.

Trotz des Lobs bzw. der Favoritenstellung, die ihm beispielsweise Boris Becker für das dritte Duell mit dem früheren US-Open-Finalisten gibt, weiß Thiem, dass die Aufgabe gegen den nach einer Verletzung zurückgekehrten Japaner sehr schwierig wird. „Das zählt alles nichts. Ich glaube, dass die Chancen sehr ausgeglichen stehen“, konstatierte Thiem nach einer Trainingseinheit am Samstag.

Österreichs Nummer eins heiß auf mehr

Thiem ist heiß auf mehr, auch die Major-Achtelfinal-Niederlagen von Wimbledon (gegen Tomas Berdych), den US Open (Juan Martin del Potro) und zuletzt bei den Australian Open (Tennys Sandgren) liegen ihm noch im Magen. In allen drei Matches hatte er große Gelegenheiten gehabt, endlich auch auf Hartplatz oder Rasen in ein Grand-Slam-Viertelfinale vorzudringen.

Der japanische Tennisspieler Kei Nishikori

Reuters/Benoit Tessier

Beim Duell gegen Nishikori wartet auf Thiem die bisher wahrscheinlich größte Hürde

„Für mich geht das Turnier jetzt los. Jetzt kommen die ganz großen Gegner, die Runden wo man hin will“, sagte Thiem, der sich mit dem Einzug ins Achtelfinale nicht zufrieden geben will. „Vor ein, zwei Jahren war es schon noch eine Riesensache, aber jetzt will ich definitiv weiterkommen. In Australien war es eine große Enttäuschung wie ich rausgegangen bin, jetzt wäre es das gleiche wieder. Es zählt natürlich nur der Sieg, vor allem in Paris, das ist eines der größten Jahreshighlights für mich, deshalb würde ein Achtelfinale nicht reichen.“

Matchplan gegen Nishikori steht

Der Matchplan gegen den extrem fitten, kampfstarken Nishikori ist klar. „Er wird jetzt nicht hinter der Grundlinie bleiben, er wird in den Platz gehen. Mein Ziel ist, dass ich in ihn ein bisschen zurückdränge von der Grundlinie.“ Nishikori, der übrigens Thiems einhändige Rückhand bewundert, weiß Thiem einzuschätzen. „Er hat letzte Woche toll gespielt und hat Rafa geschlagen. Er kann ein sehr gefährlicher Spieler bleiben. Ich glaube, auf Sand ist es noch härter gegen ihn.“

Nishikori als Thiems nächster Gegner

Im Achtelfinale der French Open trifft Dominic Thiem am Sonntag auf den Japaner Kei Nishikori. Trainer Günter Bresnik studiert die Nummer 21 der Welt daher im Vorfeld genau.

Das bisher letzte Duell vor zwei Jahren in Rom wollen beide Spieler nicht überbewerten, schließlich hätten sich auch beide seither weiterentwickelt. „Das erste Mal war auf Rasen, da habe ich noch nie ein Match davor auf Rasen gewonnen. Und vor zwei Jahren in Rom: Das war in Ordnung, das Match, da hat er sehr gut gespielt und war damals Top Ten“, erinnerte sich Thiem an die beiden Niederlagen.

Thiem „extrem aggressiv und bestimmt“

Der Österreicher glaubt, dass Nishikori nach seiner Handgelenksverletzung „hundertprozentig wieder auf dem Weg dorthin“ ist. Noch ist der Japaner aber ATP-21. Dank dem 2013 in seinen Trainerstab hinzugekommenen Michael Chang, der seinerzeit 1989 im Endspiel der French Open Ivan Lendl entzauberte, hat Nishikori auf dem Platz auch etwas von der typischen japanischen Höflichkeit abgelegt.

Zähigkeit, großartiger Return und „Superbeine“ (Thiem-Coach Günter Bresnik) machen den ersten asiatischer Spieler, der ein Grand-Slam-Endspiel erreicht hat (US Open 2014), zum gefährlichen Gegner. Bresnik hofft, dass sich Thiem so präsentiert wie auch schon zuletzt: „Extrem aggressiv und bestimmt. Vielleicht ein bisserl zu verbissen, aber grundsätzlich ist das genau so, wie ein Spieler, der auf Nummer acht steht, auftreten sollte, wenn er genau weiß, was er will.“

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