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Kein Happy End für Golden Knights

Die Washington Capitals haben in ihrer 43. NHL-Saison erstmals den Stanley Cup der National Hockey League (NHL) gewonnen. Die Mannschaft von Superstar Alexander Owetschkin siegte Donnerstagabend (Ortszeit) auswärts im fünften Spiel der „Best of seven“-Serie gegen die Vegas Golden Knights mit 4:3 und entschied die Finalserie mit 4:1 für sich.

Owetschkin wurde mit 15 Toren, davon zehn auswärts, und zwölf Assists zum wertvollsten Spieler (MVP) der NHL-Play-offs gewählt und erhielt dafür die Conn Smythe Trophy. „Es ist unglaublich, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, so der 32-jährige Russe, der beim 4:3-Erfolg das Tor zum 2:1 (31. Minute) erzielt hatte. „Ich bin wahrscheinlich der glücklichste Mensch auf Erden. Ich freue mich so für meine Teamkollegen und die Fans in Washington.“

Liganeueinsteiger Vegas blieb damit die abschließende Krönung einer sensationellen Saison versagt. Nach dem ersten gewonnenen Spiel der Finalserie ging der Club aus Nevada viermal in Folge als Verlierer vom Eis, absolvierte aber die beste Saison eines Expansionsteams in der NHL-Geschichte.

Owetschkin macht den Unterschied

Devante Smith-Pelly (50.) und der Däne Lars Eller (53.) sorgten mit ihren Toren im Schlussdrittel für die Entscheidung und für Jubelszenen in Washington. Mehrere zehntausend Eishockey-Fans feierten auf den Straßen von Washington ihre Capitals, die in den kommenden Tagen bei der Siegesparade den Stanley Cup präsentieren werden. Den letzten Titel in einer „Major“-Sportart hatten die Footballer der Washington Redskins 1992 in die Hauptstadt gebracht.

Held des Abends in der US-Glücksspielmetropole war zweifellos Owetschkin. In seinem 13. NHL-Jahr gewann er endlich den langersehnten Stanley-Cup-Titel. In den letzten Sekunden des Spiels sprang der Capitals-Kapitän über das Eis und umarmte jeden Teamkollegen. Mit einem Jubelschrei nahm Owetschkin den Stanley Cup entgegen. Ihr einziges NHL-Finale hatten die Capitals vor 20 Jahren glatt mit 0:4 gegen die Detroit Red Wings verloren.

Jubel bei den Capitals

Reuters/USA Today Sports/Gary A. Vasquez

Nach 43 Saisonen des Wartens war das Gedränge der Capitals-Spieler um den Stanley Cup groß und verständlich

„Wir haben so hart gearbeitet. Wir haben alles dafür getan“, so der Russe, der sich in bester Eishockey-Tradition einen wild wuchernden „Play-off-Bart“ hatte wachsen lassen. „Heute wurden wir belohnt“, war Owetschkin glücklich. „Er hat den Unterschied gemacht. Keiner hat es so verdient wie er“, sagte Mitspieler Jay Beagle. „Er ist der Anführer. Die Mannschaft folgt ihm“, meinte Torhüter Braden Holtby.

Langes Warten wird belohnt

Owetschkin hatte in der Glücksspielmetropole auch eine Botschaft an die Fans: „Holt ein paar Bier oder was auch immer und feiert.“ Der Sohn eines ehemaligen Profifußballers und einer zweifachen Basketball-Olympiasiegerin beseitigte damit den Makel der Erfolglosigkeit.

Seit seiner Ankunft kamen die Capitals in der entscheidenden Meisterschaftsphase nie über das Viertelfinale hinaus, obwohl sie 2010, 2016 und 2017 das beste Team des Grunddurchgangs waren. Als Superstar im Team wurden diese Misserfolge an Owetschkin festgemacht. „Es waren schwierige Zeiten. Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet“, meinte der 32-Jährige nun neben dem Stanley-Cup-Pokal sitzend.

Trostpreis für Vegas

Traurig schlichen dagegen die Golden Knights vom Eis. Das Expansion-Team aus der Wüste Nevadas hat zwar eine sensationelle Debütsaison gespielt, doch den Titel ausgerechnet auf heimischem Eis holte der Gegner. In der Finalserie ging die vor der Saison mitunter als nicht konkurrenzfähig bezeichnete Mannschaft sogar mit 1:0 in Führung.

Danach kam den Golden Knights um ihren Stargoalie Marc-Andre Fleury aber die Leichtigkeit abhanden. „Wir hatten nie richtig Druck, spielten die gesamte Saison Vollgas, und auf einmal waren wir im Finale. Wir haben zu viel überlegt“, sagte der Schweizer Verteidiger Luca Sbisa zur Begründung. „Ihr wart der beste Neuling der NHL-Geschichte“, versuchte NHL-Commissioner Gary Bettman bei der Siegerehrung die Mannschaft aus Las Vegas zu trösten.

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