Britpop hallt durchs Luschniki-Stadion
Der Beginn der Fußball-WM 2018 in Russland, der mit rund 12,2 Milliarden Euro teuersten der Geschichte, hat sich in seiner Bescheidenheit von den Spektakeln voriger Endrunden abgehoben. Statt einer aufwendigen Eröffnungsshow erlebten die knapp 80.000 Zuschauer am Donnerstag vor dem Eröffnungsspiel im Luschniki-Stadion in Moskau ein buntes, aber kein protziges Fest.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Vor dem WM-Auftaktspiel trat in einer knapp 20-minütigen Show Popstar Robbie Williams zusammen mit der russischen Sopranistin Aida Garifullina auf. Auch Brasiliens Fußballidol und zweimaliger Weltmeister Ronaldo, der die „Selecao“ 2002 in Japan und Südkorea zum fünften WM-Titel schoss, war bei der Eröffnungsfeier dabei und trug Hand in Hand mit einem russischen Buben den offiziellen Matchball ins Stadion. Will Smith, Nicky Jam und Era Istrefi werden mit ihrer offiziellen WM-Hymne „Live it up“ erst im Finale live zu hören sein.
FIFA WM 2018: Die Eröffnung
Robbie Williams ist gemeinsam mit der russischen Opernsängerin Aida Garifullina das Highlight der kurzen Eröffnungsfeier. Einen Kurzauftritt hatte Brasiliens Fußballidol Ronaldo.
„Let Me Entertain You“
Eröffnet wurde die Show von Williams mit seinem Hit „Let Me Entertain You“, den er auf einem überdimensionierten Fußball inmitten bunter Tänzerinnen, Jongleure und Artisten zum Besten gab. Gleich im Anschluss wurde Garifullina, die mit Rollen im renommierten Mariinski-Theater in St. Petersburg bekannt geworden war und derzeit an der Wiener Staatsoper arbeitet, auf einem Riesenvogel sitzend ins Stadion getragen und sang im Duett mit dem britischen Popstar zunächst „Feel“ und im Anschluss „Angels“.

APA/AFP/Dale de la Rey
Bevor der Rasen den Fußballer gehörte, fungierten Williams und Garifullina als Stimmungsmacher
Während das Spielfeld für die Auftaktpartie zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien vorbereitet wurde, sang Williams als Zugabe noch „Rock DJ“. Wobei er gleich für den ersten WM-Skandal sorgte, als er bei der Songzeile „I did this for free“ („Ich habe das umsonst gemacht“) demonstrativ den Mittelfinger seiner linken Hand in die Kamera hielt.
Davon unbeeindruckt sprach der russische Staatschef Wladimir Putin im Anschluss unmittelbar vor dem Auftaktspiel von einem Feiertag für den Weltsport: „Die Liebe zum Fußball verbindet uns alle zu einer Mannschaft.“ FIFA-Präsident Gianni Infantino lobte in einer knappen, teilweise in Russisch gehaltenen Ansprache den Gastgeber.

Reuters/Maxim Shemetov
Eine kurze, bunte Show gab den Startschuss zur WM in Russland
Nur spärlich besetzt war unterdessen die Ehrentribüne. Doch auch wenn westliche Staatschefs der Eröffnungsfeier aus Protest fernblieben, durfte der russische Präsident Wladimir Putin einige Ehrengäste auf der Tribüne begrüßen. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und ein Dutzend anderer Staatsgäste wie Russlands verbündete Präsidenten Alexander Lukaschenko (Weißrussland), Ilham Aliyev (Aserbaidschan) und Nursultan Nasarbajew (Kasachstan) wohnten der Feier bei.

AP/Pavel Golovkin
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman mit Infantino und Putin
Russland ist erstmals Gastgeber einer Fußball-WM. Das Turnier mit 32 Mannschaften und insgesamt 64 Spielen in vier Zeitzonen und in elf Städten des Landes dauert bis zum 15. Juli und gilt nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi als zweites großes Prestigeprojekt von Putin. „Ich wünsche allen Mannschaften Erfolg und den Zuschauern unvergessliche Erlebnisse“, sagte der Präsident.
Link: