Public Viewing auf Videoleinwand
Nach zahlreichen Protesten haben die iranischen Behörden den Frauen im Land erstmals den Zugang zu einem Fußballstadion gestattet. Laut der Nachrichtenagentur ISNA gilt die Erlaubnis aber nur für das Public Viewing des WM-Spiels Iran gegen Spanien am Mittwoch. In den Stadien Azadi und Takhti in Teheran dürfen Frauen auf der Familientribüne das Spiel auf einer Videoleinwand live verfolgen.
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Erstmals seit der Revolution 1979, in deren Zuge die konstitutionellen Monarchie abgeschafft und durch eine Islamische Republik ersetzt wurde, halten sich damit Frauen legal im Azadi-Stadion auf. Frauenaktivistinnen zeigten sich zuversichtlich, dass das der Beginn einer neuen Entwicklung sein könnte: „Wenn alles glattlaufen sollte, könnte das ein Auftakt sein für die generelle Aufhebung des Stadionverbots für die Frauen“, sagte die Abgeordnete Tajebeh Siawoshi der ISNA.
Auch das Public-Viewing-Verbot in Parks und anderen öffentlichen Anlagen wurde dem Bericht zufolge - zumindest für das Spiel gegen Spanien - aufgehoben. Beim ersten WM-Spiel gegen Marokko am Freitag hatte noch ein Verbot gegolten. Dennoch waren nach der Partie spätabends auch viele Frauen auf den Straßen unterwegs, um den iranischen 1:0-Sieg zu feiern. Laut Augenzeugenberichten nahmen manche ihre Kopftücher ab und tanzten mit männlichen Fans bis in die frühen Morgenstunden.
Verbot schwer nachvollziehbar
Nach Ansicht des erzkonservativen Klerus haben Frauen in Fußballstadien mit frenetischen männlichen Fans und markigen Slogans nichts zu suchen. Eine Argumentation, die nicht nur für weibliche Fans schwer nachvollziehbar ist. „Die Frauen können ja nicht bestraft werden, wenn Männer in den Stadien vulgäre Dinge von sich geben“, hatte sogar Präsident Hassan Rouhani, selbst ein Kleriker, gesagt.
Bei der WM in Russland hatten iranische Fans und Frauenaktivistinnen mit Plakaten auf den Tribünen gegen das Stadionverbot protestiert. Die FIFA hatte die Initiative ausdrücklich erlaubt.
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