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Kurze Erholung vor Wimbledon

Die Generalprobe für das am 2. Juli beginnende Major-Turnier in Wimbledon ist für Dominic Thiem nicht ganz nach Wunsch gelaufen. Nach dem Auftaktsieg gegen den Russen Michail Juschni setzte es am Mittwoch im Achtelfinale von Halle gegen den Japaner Yuichi Sugita eine glatte Zweisatzniederlage. Die Pleite wirft den Niederösterreicher aber nicht aus der Bahn. Es fehlte vor allem eines: Präzision.

Nur rund eineinhalb Stunden benötigte Sugita, um Österreichs Nummer eins mit 6:2 7:5 aus dem Rasenturnier zu werfen. So wie im Vorjahr war für Thiem in der Runde der letzten 16 Schluss. Für den 24-Jährigen beginnt damit die kurze Erholungsphase in der Heimat früher als geplant. Mitte nächster Woche erfolgt aber bereits die Anreise nach London zum Grand Slam von Wimbledon.

Dominic Thiem

picturedesk.com/dpa/Friso Gentsch

Bei Thiem haperte es in beiden Spielen in Halle am Aufschlag

Auch wenn Thiem die Niederlage gegen Sugita nicht als Rückschlag empfand, wollte sich der Niederösterreicher die Schlappe nicht schönreden. „Ich habe sicherlich nicht gut returniert“, sagte Österreichs Nummer eins. „Aber trotzdem hat er (Sugita, Anm.) auch mit 200, 205 (km/h) an die Linien serviert.“ Diese Kombination der guten Serviceleistung des Gegners und der eigenen schwachen Return-Leistung habe es schwer gemacht.

„Rausfighten“ nur schwer möglich

Der Niederösterreicher fand im gesamten Spiel auch nur einen einzigen Breakball vor. Sugita hatte hingegen alleine im ersten Satz gleich achtmal die Chance, Thiem das Service abzunehmen. Zu Beginn nutzte der Japaner auch zweimal die Gelegenheit und zog auf 4:0 davon. „Und wenn ich die Aufschläge ins Spiel gebracht habe, dann meistens zu kurz, zu langsam, sodass er sofort in der Offensive war“, sagte Thiem.

Das Service des Österreichers sei wie schon am Montag gegen den russischen Qualifikanten Juschni wieder schnell und gut gewesen, aber zu unplatziert. Sugita erwischte hingegen einen Toptag und sprach nachher von seinem besten Karrieresieg. Zweifeln an sich lässt das Thiem jedoch nicht. „Auf Rasen ist alles einfach viel näher zusammen. Und wenn man keinen guten Tag erwischt, kann ich mich nicht wie auf Sand hinten einbuddeln und laufen und vielleicht was rausfighten. Das geht auf diesem Belag nicht“, so Thiem.

Doppel-Wildcard für Melzer

Jürgen Melzer hat unterdessen für Wimbledon eine Doppel-Wildcard erhalten. Der Niederösterreicher kam mit dem kanadischen Doppel-Spezialisten Daniel Nestor zum Zug. Insgesamt sechs Doppel-Wildcards wurden bei den Herren vergeben, drei bei den Damen. Der 37-jährige Melzer hat den Wimbledon-Doppel-Bewerb 2010 mit dem Deutschen Philipp Petzschner gewonnen.

Melzer hat 2010 mit Position sechs sein Karrierehoch im Doppel erreicht, auf Platz acht klassiert war er auch im Einzel in den Top Ten. „Kann es nicht erwarten, mit einer absoluten Legende unseres Sport zu spielen“, twitterte Melzer nun in Bezug auf den 45-jährigen Nestor. Melzer rangiert in der Doppel-Weltrangliste auf Rang 711. Nestor gewann 91 Doppel-Titel und war Weltranglistenerster. Derzeit hat der zweifache Wimbledon-Sieger (2008, 2009) wie Melzer keinen fixen Partner und ist 104.

Die Einzel-Wildcards für das am übernächsten Montag (2. Juli) beginnende dritte Major des Jahres gingen an die Briten Liam Broady und Jay Clarke sowie den Australier Alex de Minaur. Bei den Damen durften sich gleich sieben Spielerinnen über ein Ticket für den Hauptbewerb freuen. Neben sechs Britinnen ist die einzige „Ausnahme“ die Tunesierin Ons Jabeur.

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