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Lobnig und Co. setzen auf Heimvorteil

In Linz-Ottensheim findet von Freitag bis Sonntag auf der Regattastrecke auf dem Donau-Altarm der zweite Weltcup der Saison und damit die Generalprobe für die Ruder-WM 2019 statt. 40 Athleten in 21 Booten aus dem Olympiakader, U23-Bereich und Parasport schickt Österreich an den Start, insgesamt sind rund 1.000 Ruderer aus 45 Nationen dabei.

Magdalena Lobnig zog mit einem Sieg in ihrem Vorlauf souverän in das samstägige Halbfinale ein. Die Kärntnerin setzte sich im olympischen Einer mit mehr als vier Sekunden Vorsprung auf die Neuseeländerin Hannah Osborne durch. Für die fünftplatzierte Johanna Kristof geht es im Hoffnungslauf weiter. Florian Walk/Maximilian Kohlmayr/Rudolph Querfeld/Gabriel Hohensasser im Vierer ohne verpassten den direkten Einzug ins Halbfinale als Vierte um nur 16/100 Sekunden, sie bekommen am Nachmittag im Hoffnungslauf noch ein Chance.

Magdalena Lobning

GEPA/Christian Walgram

Die Olympiasechste Lobnig ist schon gut in Schuss

Das Gros der österreichischen Boote am Freitagvormittag legte es taktisch an und ging nicht Vollgas, denn oft benötigte es einen Laufsieg oder zumindest einen Top-Drei-Platz zum Direktaufstieg. Auf Ferdinand Querfeld/Christoph Seifriedsberger, Patrick Laggner/Mattijs Holler (jeweils Zweier ohne) sowie Chiara Halama/Miriam Kranzlmüller und Birgit Pühringer/Katharina Lobnig (jeweils Doppelzweier) warten nun die Hoffnungsläufe.

Einzelzeitfahren als Olympiatest

In Linz testet der Ruderweltverband (FISA) in Hinblick auf die Olympischen Spielen 2020 in Tokio in den Vorläufen das System mit Einzelzeitfahren, die Boote gingen pro Heat mit 30 Sekunden Abstand hintereinander zeitversetzt auf zwei Bahnen ins Rennen. Das soll dann angewandt werden, wenn es starken Seitenwind gibt. „Das Zeitlauf-System hat es früher schon gegeben, ich kann mich erinnern, dass ich es auch zweimal gefahren bin. Es soll die Fairness erhöhen“, sagte Ex-Athlet Norbert Lambing, der jetzt Sportdirektor des Österreichischen Verbandes (ÖRV) ist.

Bereit für die WM

Ottensheim bietet den Ruderern optimale Bedingungen. Sollte ein Training im Freien nicht möglich sein, dann steht den Ruderern und auch Kanuten seit Oktober der Indoor-Bereich des neuen Bundesleistungszentrums zur Verfügung. Bis zur WM wird der Olympiakader im Rudern daher oft seine Zelte in Ottensheim aufschlagen. „Das ist wahnsinnig wichtig gerade für Teambildungen. Magdalena (Lobnig, Anm.) liebt es in Kärnten, ist kaum wegzubekommen, aber auch sie nützt dieses Umfeld“, sagte Lambing.

Organisator Horst Anselm, der Präsident des Ruderlandesverbandes Oberösterreich, sagte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Ottensheim, dass man sehr stolz darauf sei, die ersten Weltmeisterschaften in einer olympischen Sommersportart in Oberösterreich durchzuführen. Ein Jahr vor dem Großereignis seien alle Baulichkeiten fertig, das gäbe es selten im Rudersport. „Der Weltcup ist die ideale Gelegenheit, alles auszutesten und zu probieren, es ist wichtig, dass das Organisatorische funktioniert. Aber natürlich sind wir auch gespannt auf die Ergebnisse.“

Er freue sich über Lobnig als „das Zugpferd schlechthin“, aber man habe beim Weltcup-Auftakt in Belgrad gesehen, dass die Flaggschiffe des ÖRV sehr gut aufgestellt seien. Und bei der WM im kommenden Jahr, die zugleich die Qualifikationsregatta für Olympiaquotenplätze 2020 ist, erhoffe man sich drei Tickets für die Olympischen Sommerspiele 2019 in Tokio.

Kampfansage an Luzern

Ottensheim will aber auch danach auf der internationalen Bühne groß mitspielen. „Wir sind mit der FISA im Gespräch für weitere Weltcups. Die Chinesen halten derzeit ein Trainingslager hier ab, wir führen auch Gespräche mit Neuseeland und Australien. Mein persönliches Ziel ist, Luzern als Mekka des Rudersports den Rang abzulaufen“, sagte Anselm über seine großen Pläne. Und er kann sich vorstellen, „wenn alle Umstände stimmen“, dass man sich bald wieder für eine WM bewirbt, vielleicht 2027.

Gerhard Wildmoser, der Präsident des Executive Board von Weltcup und WM, betonte die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit der Investition in des Bundesleistungszentrum: „Wir werden eine große Auslastung haben. Wir rechnen mit einer Vollauslastung von 200 Tagen im Jahr.“ Die Weltcup-Rennen beginnen am Freitag und Samstag jeweils um 9.00 Uhr, am Sonntag geht es ab 8.30 Uhr in den Finale A und B um die Ränge eins bis zwölf. Am Samstag (10.50 Uhr) und Sonntag (0.20 Uhr) werden die Rennen live in ORF Sport + übertragen.

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