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Panama möchte nächsten Favoriten ärgern

Englands Nationalteam winkt bei der Fußball-WM in Russland in Gruppe G der vorzeitige Aufstieg ins Achtelfinale. Ein Sieg am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) in Nischni Nowgorod gegen Panama würde dem Champion von 1966 nach dem 5:2-Erfolg Belgiens gegen Tunesien am Samstag den Einzug in die K.-o.-Runde bescheren.

Das Last-Minute-2:1 über Tunesien sorgte bei den Engländern für Erleichterung. Allerdings gab es auch Mangelerscheinungen, vor allem was die Chancenverwertung betrifft. „Wir müssen vor dem Tor effizienter sein“, forderte deshalb Abwehrspieler John Stones. Ob er damit auch den bei der Endrunde schon zweimal treffsicheren Harry Kane meinte, blieb offen.

Kane will sich in Russland beweisen

Englands Kapitän will seine Torausbeute in Russland weiter ausbauen. „Ich will mich bei einem großen Turnier beweisen. Ich will zu den Besten der Welt zählen, und das ist der einzige Weg dorthin“, sagte der Tottenham-Stürmer im Vorfeld des Duells mit den Mittelamerikanern. Gut gelaunt und mit viel Spaß verbrachten die Engländer die Trainingswoche nach dem 2:1 gegen Tunesien. Einzig Teamchef Gareth Southgate leistete sich einen Ausrutscher beim Joggen und kugelte sich die rechte Schulter aus.

Harry Kane (England)

APA/AFP/Nicolas Asfouri

Dank Kane konnten die „Three Lions“ ihr Auftaktspiel gegen Tunesien gewinnen

Doch gegen Panama ist ein Sieg Pflicht, damit aus der lockeren Stimmung keine Drucksituation im Gruppenfinale gegen Belgien (Donnerstag, 20.00 Uhr) wird. Dass Panama bei seinem ersten WM-Start die Favoriten ärgern kann, bewies der WM-Debütant gegen die Belgier, als er die Partie zumindest eine Spielhälfte lang offen hielt.

Panama träumt weiter von erstem Sieg

Panama hat den Traum vom ersten Sieg bei einer WM längst nicht aufgegeben. „Gegen die Engländer müssen wir unsere Anstrengungen noch verdoppeln, wenn wir sie schlagen wollen“, sagte Stürmer Luis Tejada. „Wir müssen weiter an uns glauben, dass wir ein WM-Spiel gewinnen können“, forderte der 36-Jährige. Seit Donnerstag gilt die Konzentration dem Duell mit England. „Alles Spieler sind fit“, berichtete Trainer Hernan Dario Gomez.

Bei ihrem ersten Match hatten die „Canaleros“ in Sotschi mit 0:3 verloren, sich aber lange tapfer gegen das Team um die Millionenstars Kevin De Bruyne und Eden Hazard gewehrt. Abwehrspieler Luis Ovalle findet es ganz normal, „dass andere Mannschaften auf uns herabschauen, weil wir Debütanten sind und sie Spieler haben, die Millionen Dollar wert sind“. Aber: „Auf dem Platz spielen Elf gegen Elf, da spielen die Millionen keine Rolle.“

„Belgien der schwerere Gegner als England“

Mittelfeldspieler Jose Luis Rodriguez ließ aufhorchen, als er im „Telegraph“ meinte: „Für mich ist Belgien der schwerere Gegner als England.“ Natürlich seien die „Three Lions“ ein großes Team, meinte der Profi von KAA Gent weiter. Rodriguez umriss die Ausgangslage für seine Mannschaft ganz gut. „Ich schaue jede Woche Premier League im Fernsehen. Es ist fantastisch, gegen einige dieser Spieler nun anzutreten.“

Gruppe G, zweiter Spieltag

Sonntag, 14.00 Uhr:

England - Panama

Nischni Nowgorod, SR Grischa (EGY)

Mögliche Aufstellungen:

England: Pickford - Walker, Stones, Maguire - Trippier, Lingard, Henderson, Loftus-Cheek, Young - Kane, Rashford

Panama: Penedo - Murillo, R. Torres, Escobar, Davis - Barcenas, Cooper, Gomez, Godoy, J. Rodriguez - Perez

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Geht es nach Roman Torres, dürfen sich die Stars von der Insel jedoch keine Schonung erwarten. Panamas Kapitän kündigte vehemente Gegenwehr an. „Fußball ist eben so. Man muss sich durchsetzen und sein Territorium markieren“, erklärte der Innenverteidiger der Seattle Sounders.

Die Engländer wollen dem auch ihre Stärke bei Standardsituationen entgegensetzen. Beide Treffer gegen Tunesien fielen aus Eckbällen. Southgate wird freilich auch aus dem Spiel heraus einmal anschreiben wollen. Personell gesehen stellte sich die Frage, ob Marcus Rashford gegen Panama anstelle von Raheem Sterling von Beginn an stürmt. Nicht ganz fit war Dele Alli, der im ersten WM-Spiel aufgrund einer Oberschenkelblessur im Finish bereits von Ruben Loftus-Cheek ersetzt wurde.

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