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„Alptraum von der EM ist zurück“

Bei der Fußball-WM in Russland kämpfen am Sonntag (20.00 Uhr MESZ, live in ORF eins) im zweiten Spiel der Gruppe H Polen und Kolumbien gegen das frühe Aus. Wer in Kasan auch im zweiten WM-Spiel leer ausgeht, ist praktisch draußen. Dass es zu diesem frühen Showdown kommt, hat auch viel mit den beiden Bayern-Stars Robert Lewandowski und James Rodriguez zu tun.

Denn der Toptorjäger aus der deutschen Bundesliga und der WM-Torschützenkönig von 2014 geben bisher Rätsel auf. Nach starken Vorbereitungsspielen mit den Polen war Lewandowski beim 1:2 gegen Senegal praktisch nicht zu sehen. Während des kompletten Spiels kam er auf lediglich 34 Ballkontakte, gewann nur 29 Prozent seiner Zweikämpfe. Viel zu selten wurde er von seinen Mitspielern mit Pässen in die Spitze gefunden, versuchte sich selbst die Bälle aus dem Mittelfeld zu holen.

Robert Lewandowski (Polen) wird von seiner Frau Anna Lewandowska getröstet

Reuters/Kai Pfaffenbach

Lewandowski musste nach dem verpatzten Auftakt von seiner Frau getröstet werden

Der Kapitän schien danach dermaßen frustriert, dass er drastische Worte wählte. „So holen wir hier keine Punkte“, meinte Lewandowski. „Der Alptraum von der Europameisterschaft ist zurück.“ Schon bei der EM 2016 in Frankreich hatte Lewandowski seine Extraklasse nicht unter Beweis stellen können. Gegen Kolumbien aber wird sie mehr denn je gefragt sein: Sonst könnte sein Münchner Teamkollege Rodriguez von Lewandowskis Schwäche profitieren.

Gruppe H, zweiter Spieltag

Sonntag, 20.00 Uhr:

Polen - Kolumbien

Kasan-Arena, SR Ramos (MEX)

Mögliche Aufstellungen:

Polen: Szczesny - Piszczek, Bednarek, Pazdan, Rybus - Zielinski, Krychowiak - Blaszczykowski, Milik, Grosicki - Lewandowski

Kolumbien: Ospina - Arias, Mina, Zapata, Mojica - Aguilar, Lerma - Cuadrado, J. Rodriguez, Bacca - Falcao

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Muskelverletzung gibt Rätsel auf

Doch auch der kolumbianische Nationalheld bereitet wegen ominöser muskulärer Beschwerden Sorgen. Beim 1:2 gegen Japan spielte der Mittelfeldakteur nur die letzte halbe Stunde, weil er anscheinend eine Wadenverletzung noch nicht vollständig auskuriert hat. Trainer Jose Pekerman trug bisher wenig zur Aufklärung bei. Zuletzt zeigte sich Rodriguez aber wieder mit seinem strahlenden Lächeln auf dem Trainingsplatz.

Nach dem misslungenen Auftakt machte der 26-Jährige dem Team und sich selbst Mut. „Sieger lassen sich nicht von Fehlern aufhalten. Sie nehmen den Kopf hoch und warten mit Geduld auf die nächste Möglichkeit, es besser zu machen“, twitterte er. „Ich vertraue meiner Mannschaft.“ Auch und vor allem Stürmer Radamel Falcao von AS Monaco hofft auf seine Rückkehr in die Startformation. Der Kapitän hatte die WM 2014 wegen einer Knieverletzung verpasst und ist neben Rodriguez die Säule in der Offensive der Kolumbianer.

Der kolumbianische Stürmer Falcao im Spiel gegen Japan

APA/AFP/Filippo Monteforte

Falcao denkt nicht daran, nach drei WM-Spielen schon wieder nach Hause fahren zu müssen

„Zwei Mannschaften unter Druck“

„Ich sehe diese WM nicht wie ein Geschenk. Ich habe die vergangenen vier Jahre sehr viel dafür gearbeitet, um hier zu sein“, sagte der 32-Jährige. Jetzt soll gegen Polen nicht schon alles vorbei sein. „Wir sind zwei Mannschaften unter Druck. Das Spiel wird sicher ein Endspiel, das darüber entscheidet, wer weiterkommt und wer nicht. Beide Teams werden hart um den Ballbesitz kämpfen und den Raum des Gegners eng machen“, meinte der Monaco-Stürmer.

Umgekehrt sind sich auch die Polen der Bedeutung der Partie bewusst. „Sie haben eine Menge großartiger Spieler und werden ein harter Gegner sein. Aber wir wissen, worum es in diesem Spiel geht“, erklärte Abwehrspieler Bartosz Bereszynski.

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