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„Würde ihn nach Den Haag schicken“

Der serbische Trainer Mladen Krstajic hat bei der Fußball-WM in Russland mit einer Äußerung über den deutschen Schiedsrichter Felix Brych am Samstag für Wirbel gesorgt. „Ich würde ihn nach Den Haag schicken, damit man ihm den Prozess macht, so wie man uns den Prozess gemacht hat“, sagte Krstajic nach Angaben des nationalen Fußballverbandes (FSS) vor serbischen Journalisten.

In Sozialen Netzwerken schrieb der frühere Spieler der deutschen Bundesliga weiter: „Augenscheinlich sind leider nur die Serben zu selektiver Gerechtigkeit verurteilt: Früher das verfluchte Haag und heute im Fußball der Videoassistent“, heißt es in der Mitteilung des 44-Jährigen.

Der serbische Teamchef Mladen Krstajic

APA/AFP/Attila Kisbenedek

Serbiens Teamchef Krstajic hat den Bogen mit seiner Aussage über Schiedsrichter Brych überspannt

Das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hatte in den letzten Jahren zahlreiche Serben wegen schwerster Verbrechen während der Kriege beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens (1991 bis 1999) verurteilt. In Serbien wird von vielen behauptet, das internationale Gericht habe besonders die Serben bestraft, während nur wenige Kroaten, Albaner und Muslime für die Schandtaten in den Bürgerkriegen zur Rechenschaft gezogen worden seien.

Strafraumszene lässt Wogen hochgehen

Der serbische Fußballverband, Spieler und zahlreiche Medien in diesem Balkanland werfen dem deutschen Unparteiischen vor, durch angebliche Fehlentscheidungen das Spiel Serbien - Schweiz auf Kosten Serbiens beeinflusst zu haben. Vor allem wird eine Strafraumszene nach gut einer Stunde kritisiert, als Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär Serbiens Stürmer Aleksandar Mitrovic regelrecht niedergerungen haben, Brych aber keinen Elfmeter gab.

Für Wirbel hatten schon zuvor die beiden Schweizer Torschützen Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri mit ihrem provozierenden Torjubel gesorgt. Die beiden Spieler formten mit den Händen einen doppelköpfigen Adler, der auf der Flagge Albaniens zu sehen ist - damit taten sich die vermeintlichen Helden keinen Gefallen. „Man soll den Sport und die Politik nicht vermischen“, meint der Schweizer Teamchef Vladimir Petkovic. Doch manche sind der Meinung, dass das längst geschehen sei - mehr dazu in news.ORF.at.

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