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Nadal zeigt viel Respekt

Im Halbfinale von Wimbledon kommt es am Freitag zum Klassiker zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic. Die beiden Stars treffen zum bereits 52. Mal aufeinander, die Bilanz ist mit 26:25 für den „Djoker“ praktisch ausgeglichen. In der anderen Tableau-Hälfte machen sich Kevin Anderson und John Isner den zweiten Finalplatz aus.

Djokovic gegen Nadal ist eines der größten Duelle im modernen Tennis. Da die beiden vielfachen Major-Sieger zuletzt aber nicht immer zugleich auf der Höhe ihres Könnens waren, gab es im Vorjahr und heuer bisher nur je ein Match gegeneinander. Djokovic gewann die sieben Vergleiche 2015 und 2016, die jüngsten beiden Duelle gingen aber an Nadal.

Nadal erstmals seit 2011 im Halbfinale

Vor dem Freitag-Match scheint die Ausgangslage offen zu sein. Nadal ist Weltranglistenerster und als Nummer zwei der höchstgereihte Spieler der Halbfinalisten. Unter die letzten vier auf dem „heiligen Rasen“ hatte es der 32-Jährige aber seit 2011 nicht mehr geschafft.

Rafael Nadal

Reuters/Toby Melville

Im Jahr 2008 holte sich Nadal seinen ersten Titel in Wimbledon

Auftrieb wird ihm der am Mittwochabend nach 4:47 Stunden gewonnene Viertelfinal-Hit gegen den Argentinier Juan Martin del Potro geben. Für den elffachen Gewinner der French Open geht es um sein sechstes Wimbledon-Endspiel nach 2006, 2007, 2008, 2010 und 2011. Zweimal, 2008 und 2010, hat Nadal das Turnier gewonnen, ein dritter Triumph wurde ihm vor sieben Jahren von Djokovic verwehrt.

Djokovic geht es „besser und besser“

2011 war die Titelpremiere des heute 31-jährigen Serben an der Church Road. Es folgte eine Endspielniederlage 2013 gegen den Schotten Andy Murray, in den beiden Jahren darauf aber zwei weitere Triumphe - jeweils gegen Roger Federer. In seinem fünften Wimbledon-Finale hätte Djokovic also die Chance auf seinen vierten Titelgewinn bei dem Traditionsturnier.

Novak Djokovic

Reuters/Eddie Keogh

Für Djokovic war es 2011 erstmals so weit

Nadal hat jedenfalls Respekt vor ihm: „Gegen Novak ist es immer eine große Aufgabe. Er ist einer der komplexesten Gegner.“ Djokovic sei wieder an seinem höchsten Niveau angekommen und spiele derzeit wirklich gut. Für den Serben ist es die erfolgreiche Rückkehr nach einer längeren Durststrecke. Sein letztes Major-Halbfinale hatte er 2016 bei den US Open erreicht. „Das ist super“, erklärte er nach seinem Viertelfinal-Sieg in vier Sätzen gegen den Japaner Kei Nishikori. „Ich habe mich schon während der Sandsaison langsam dahingearbeitet. Es geht immer besser und besser.“

Drittes Duell in Wimbledon

Insgesamt zweimal trafen der wiedererstarkte Djokovic und der unverwüstliche Nadal in Wimbledon bisher aufeinander. Die Premiere im Halbfinale 2007 endete mit einer Aufgabe von Djokovic, im Endspiel von 2011 setzte sich der Serbe durch. Auf ihrem Weg unter die letzten vier gaben beide Spieler nur je zwei Sätze ab - Nadal beide gegen Del Potro, Djokovic gegen Kyle Edmund (GBR) und Nishikori.

Ein Finaleinzug würde Djokovic auf Platz elf der Weltrangliste nach vorne bringen, mit dem Titelgewinn am Sonntag würde er in die Top Ten zurückkehren. An der Spitze ist hingegen seit dem sensationellen Viertelfinal-Aus Federers am Mittwoch gegen Kevin Anderson klar, dass nach einem monatelangen Kopf-an-Kopf-Rennen Nadal dem Eidgenossen im Ranking nun davonzieht. Schon nach aktuellem Stand wird der Spanier am Montag im Ranking 2.230 Punkte Vorsprung haben. Daraus könnten sogar 3.510 werden.

Anderson im zweiten Halbfinale Favorit

Weit weniger Meriten als Nadal und Djokovic haben die beiden anderen Halbfinalisten. Anderson ist nach seinem erstaunlichen Sieg nach 0:2-Satzrückstand und Abwehr eines Matchballs gegen Federer wohl zu favorisieren. Der 32-jährige Südafrikaner bewies spätestens in dieser Partie, dass er mehr als nur gut aufschlagen kann. Sein bisher größter Erfolg war der Einzug ins US-Open-Finale 2017. Anderson hat mit Position sechs ein neues Karrierehoch schon sicher, ein weiterer Sieg würde ihn auf Platz fünf bringen.

Diesen fünften Weltranglistenplatz hat auch Isner in Reichweite, er müsste dafür das Turnier aber gewinnen. Ein Erfolg über Anderson würde den 2,08-m-Riesen aus den USA an seinem Gegner vorbei auf Platz sechs bringen. Position acht ist ihm sicher, das ist ebenfalls ein Karrierehoch. Isner steht erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinale, das Head-to-Head mit Anderson spricht aber mit 8:3 klar für ihn. Das bisher letzte Duell liegt jedoch schon mehr als drei Jahre zurück, der einzige Rasenvergleich ging 2008 in Queen’s an Isner.

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