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Matchwinner im Geburtsland

Der Freudentanz der Austria vor dem harten Kern der Fans war befreiend, denn 94 Minuten lang wurden die Anhänger in einer wahren Hitzeschlacht auf die Folter gespannt. Das blamable Aus in der zweiten Qualirunde vor Augen, hatte eine am Ende dezimierte Austria gegen den nicht gerade übermächtigen bosnischen Club Siroki Brijeg das bitter nötige 1:0 über die Zeit gezittert.

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Der von einem Gegenspieler ins eigene Tor verlängerte Freistoß von Zlatko Junuzovic in der 80. Minute sorgte für violette Glückseligkeit in einer sowohl Nervenkostüm als auch Glück strapazierenden Partie. Anders als beim 2:2 im Hinspiel in Favoriten fand der Vizemeister bei 35 Grad im Schatten kein Konzept, die tief stehende Abwehr der biederen Mannschaft von Siroki Brijeg auszuhebeln. Im Konter fanden die Hausherren sogar die besseren Chancen vor, und auch im Finish stand Glücksgöttin Fortuna aufseiten der Austria.

„Wir mussten gewinnen, sie nicht“

„Wir sind glücklich weitergekommen, und das ist das Einzige, das zählt“, lautete das treffende Resümee des Goldtorschützen Junuzovic nach dem ersten Europacup-Auswärtserfolg der Favoritner seit fünf Jahren. Der im heute serbischen Loznica an der bosnischen Grenze geborene und mit drei Jahren nach Kärnten geflohene Mittelfeldspieler erlebte eine besondere Rückkehr in sein Geburtsland. „Ich war das erste Mal seit dem Krieg in Bosnien“, erzählte der 22-Jährige, der sich wie seine Mitspieler mit Platzverhältnissen und Hitze sehr schwer tat.

„Für uns war es schwierig. Wir mussten gewinnen, sie nicht. Es war einfach 90 Minuten Hölle in dieser Hitze und vor den emotionalen Zuschauern“, berichtete Matchwinner Junuzovic. Der Ausschluss von Julian Baumgartlinger tat sein Übriges. Nach einem Fehlpass von Aleksandar Dragovic in der Vorwärtsbewegung musste der erst fünf Minuten zuvor eingewechselte ÖFB-Teamspieler in der 74. Minute die Notbremse ziehen.

„Mit einem Bein draußen“

Zu diesem Zeitpunkt befürchteten nicht nur die Austria-Fans das Schlimmste. „Nach der Roten Karte waren wir schon mit einem Bein draußen“, meinte auch Manager bzw. AG-Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer. Und auch Trainer Karl Daxbacher gab zu: „Nach dem dummen Ausschluss ist meine Hoffnung geschwunden.“ An der Outlinie musste er lange Zeit das ineffektive Anrennen seiner Elf beobachten. Als die Führung dann geschafft war, war aber weiter Zittern angesagt.

Siroki Brijeg war mit einem Stangenschuss und zwei Großchancen dem Ausgleich sehr nahe. „Im Finish haben sie alles nach vorne geworfen, da waren wir sehr gefährdet und hatten in der entscheidenden Phase Glück“, analysierte Daxbacher. Zeit zur Regeneration bliebt nun aber nicht, denn für die Austria geht es Schlag auf Schlag weiter. Nach dem LASK wartet mit Ruch Chorzow in der kommenden Woche der nächste internationale Prüfstein auf dem Weg in die anvisierte Europa-League-Gruppenphase.

Polnische Gegner werden zur Gewohnheit

Gespielt wird am kommenden Donnerstag, aller Voraussicht nach in Lodz. Eine Woche später steigt im Horr-Stadion das Rückspiel - anders als beim „Geisterspiel“ gegen Brijeg wieder vor vollen Rängen. Durch den Aufstieg rechnet die Austria mit einem Gewinn von rund 100.000 Euro, polnische Gegner werden indes zur Gewohnheit. Nach zwei erfolgreichen Duellen mit Legia Warschau 2004 und 2006 gab es 2008 gegen Lech Posen ein bitteres Aus.

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