Unterhaltsamer Sonntag in Budapest
Mark Webber hat sich am Sonntag in Budapest bei einem turbulenten Rennen in überzeugender Manier den Grand Prix von Ungarn gesichert und dem Red-Bull-Rennstall damit im 100. Rennen das passende Geschenk beschert. Zum perfekten Glück der „Bullen“ fehlte nicht viel, Pole-Mann Sebastian Vettel musste sich allerdings hinter Fernando Alonso mit Rang drei begnügen.
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Webber geht mit seinem vierten Saisonsieg, dem sechsten insgesamt, als Führender der WM-Wertung in die kurze Sommerpause. Nach zwölf von 19 Läufen führt der Australier mit 161 Punkten vor dem ausgeschieden Lewis Hamilton (157), Vettel (151), Weltmeister Jenson Button (147) und Alonso (141). Auch in der Konstrukteurs-WM hat Red Bull Racing mit 312 Zählern die WM-Führung vor Mclaren (304) übernommen. „Ein unglaublicher Erfolg für das Team“, freute sich Webber. „Das war heute ein bisschen ein Geschenk für mich, aber davon hatte ich ja noch nicht so viele.“

Reuters/Leonhard Foegers
Mark Webber genießt seinen sechsten Grand-Prix-Sieg in vollen Zügen.
Perfekter Start von Vettel
Der Trainingsschnellste Vettel erwischte diesmal einen perfekten Start und konnte auch den Angriff von Alonso, der Webber überholt hatte, in der ersten Kurve abwehren. Nach fünf Runden hatte der Deutsche bereits fünf Sekunden Vorsprung auf den Spanier und das sich dahinter aufreihende Feld. In dieser Tonart ging es weiter, pro Runde nahm Vettel den Verfolgern fast eine Sekunde ab.
Turbulente Szenen an der Box
Nach 15 Runden kam das Safety-Car auf die Strecke, weil ein Wagenteil auf der Strecke lag. Vettel büßte dadurch seinen bereits auf 15 Sekunden angewachsenen Vorsprung ein. Bis auf Webber kamen alle Fahrer der Spitzengruppe zum Reifenwechsel an die Box.
Dort ging es dann turbulent zu: Rosberg verlor ein nicht gut befestigtes Hinterrad, das quer durch die Boxengasse schoss und einen Mechaniker an der Williams-Box leicht verletzte. Kubica und Sutil krachten mit ihren Autos ineinander, für den Polen und den Deutschen war das Rennen ebenso vorbei wie für Rosberg.
Ausfall von Hamilton, Strafe für Vettel
Während Webber mit dem ersten Reifensatz vorne Gas gab, kam für den bisherigen WM-Leader Hamilton in Runde 24 wegen eines Getriebeproblems das Aus. Es war der erste Ausfall für den McLaren-Pilot in dieser Saison, er blieb damit zum zweitenmal nach Spanien ohne Punkte.
In der 28. Runde erhielt Vettel eine Boxendurchfahrtsstrafe aufgebrummt, weil er in der Safety-Car-Phase zu viel Abstand nach vorne gelassen hatte. Der Deutsche verstand diese Entscheidung offenbar nicht und absolvierte die Strafe mit deutlichen Handzeichen in Richtung Rennleitung. Durch den unfreiwilligen Umweg Vettels kam Alonso kampflos zu Rang zwei.
„Ich habe das einfach nicht verstanden. Während des Rennens wusste ich überhaupt nicht, warum ich die Strafe bekommen habe“, erklärte der Deutsche. „Ich habe früh die Funkverbindung verloren. Nach dem Rennen hat man es mir erklärt. Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Wir haben einen hohen Preis bezahlt. Ich finde es nicht gut, aber ich kann es nicht ändern. Das wäre heute ein Spaziergang gewesen, das Rennen zu gewinnen“
Webber macht es nur scheinbar spannend
Webber drehte unterdessen an der Spitze eine phantastische Runde nach der anderen und lag nach 35 Runden schon 17 Sekunden vor Alonso - für den noch zu absolvierenden Boxenstopp war das allerdings noch zu wenig.
In Runde 44 war es dann aber so weit, der Australier kam zum mit Spannung erwarteten Reifenwechsel herein. Da sein Vorsprung inzwischen aber schon über 20 Sekunden betrug, blieb Webber sogar deutlich vor Alonso und Vettel in Führung. Und auch mit den neuen Reifen änderte sich nichts am bisherigen Bild: Webber fuhr weiter in einer eigenen Liga und baute seinen Vorsprung Runde um Runde aus.
Schumacher gefährdet Barrichello
Im Finish gab es dann noch eine harte Szene zwischen den ehemaligen Teamkollegen Rubens Barrichello und Michael Schumacher, als der Brasilianer beim Überholmanöver vom Rekordweltmeister fast an die Boxenmauer gedrückt wurde. Nach dem Reifenpatzer bei Rosberg war das die zweite gefährliche Situation mit einem Mercedes in diesem Rennen, die beide zum Glück glimpflich verliefen.
„Das war grausam“, schimpfte Barrichello: „Wenn er vor mir in den Himmel kommen möchte, ist mir das egal.“ Schumachers Aktion rief auch die Rennkommissare auf den Plan. „Für meine Begriffe war genügend Platz, dass er vorbei konnte. Ich wollte ihm natürlich das Leben so schwer machen wie möglich. Faktum ist, dass wir uns nicht berührt haben und Rubens vorbei gefahren ist - leider Gottes“, wehrte sich Schumacher.
Grand Prix von Ungarn
Endstand nach 70 Runden:
| 1. |
Mark Webber |
AUS |
Red Bull |
1:41:05,571 |
| 2. |
Fernando Alonso |
ESP |
Ferrari |
+17,821 |
| 3. |
Sebastian Vettel |
GER |
Red Bull |
19,252 |
| 4. |
Felipe Massa |
BRA |
Ferrari |
27,474 |
| 5. |
Witali Petrow |
RUS |
Renault |
1:13,192 |
| 6. |
Nico Hülkenberg |
GER |
Williams |
1:16,723 |
| 7. |
Pedro de la Rosa |
ESP |
Sauber |
eine Runde |
| 8. |
Jenson Button |
GBR |
McLaren |
eine Runde |
| 9. |
Kamui Kobayashi |
JPN |
Sauber |
eine Runde |
| 10. |
Rubens Barrichello |
BRA |
Wiliams |
eine Runde |
| 11. |
Michael Schumacher |
GER |
Mercedes |
eine Runde |
| 12. |
Sebastien Buemi |
SUI |
Toro Rosso |
eine Runde |
| 13. |
Vitantonio Liuzzi |
ITA |
Force India |
eine Runde |
| 14. |
Heikki Kovalainen |
FIN |
Lotus |
drei Runden |
| 15. |
Jarno Trulli |
ITA |
Lotus |
drei Runden |
| 16. |
Timo Glock |
GER |
Virgin |
drei Runden |
| 17. |
Bruno Senna |
BRA |
Hispania |
drei Runden |
| 18. |
Luca Di Grassi |
BRA |
Virgin |
vier Runden |
| 19. |
Sakon Yamamotoama |
JPN |
Hispania |
vier Runden |
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