Hektik in Kiew
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew wird vor der EM 2012 auf der Baustelle auf dem Sportiwnajaplatz auch an den heißen Sommertagen gearbeitet. Pausenlos. Zwei Metro-Stationen vom berühmten Majdan Nesaleschnosti entfernt - wo im Winter 2004 die Orange Revolution das politische Bild des Landes veränderte - entsteht das neue Olympische Stadion. Hier soll am 1. Juli 2012 das EM-Finale stattfinden.
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Die Zeit ist aber knapp, denn laut UEFA-Regeln soll die Arena mindestens ein Jahr vor dem Anpfiff fertig werden. Deswegen herrscht große Hektik in der ukrainischen Hauptstadt. Viel Zeit ist aufgrund der Wirtschaftskrise und des politischen Chaos schon verloren gegangen. Jetzt kann man aber nichts mehr verschieben.
Nach der Wahl von Präsident Viktor Janukowitsch im vergangenen Februar veränderte sich die Lage in Kiew und in der Ukraine: das Ende der Orange Revolution und damit auch ein Ende der Streitereien zwischen Präsident und Premierminister, die für viel Instabilität gesorgt haben. Nun besitzt Janukowitsch eine solide Mehrheit im Parlament, und die Zusammenarbeit mit Premierminister Mykola Asarow funktioniert innenpolitisch reibungslos. Dazu kommt die Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung.
Flughafen wird ausgebaut
Auch auf dem Internationalen Flughafen Borispil wird ständig gearbeitet, neue Terminals werden gebaut, auch mit Hilfe von ausländischen Investoren. Millionenkredite wurden von der japanischen Bank für Internationale Kooperation genehmigt, die türkische Firma Dogus Alarko ZAD hat die Aufträge übernommen. Die Ukraine ist in Sachen Euro 2012 auf die Hilfe von außen angewiesen, nicht nur von der EU. Die ukrainische Wirtschaft zeigt nach dem katastrophalen Jahr 2009, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mehr als 15 Prozent sank, schon Anzeichen der Erholung.
Vorbereitungen in Donezk fast abgeschlossen

AP Photo/Photomig)
Die neue Donbass-Arena in Donezk.
Am weitesten mit den Vorbereitungen ist der östlichsten Austragungsort Donezk. Außer Fußball und Industrie hat Donezk nichts zu bieten. Neben der neuen Donbass-Arena, die vor einem Jahr eingeweiht wurde, sieht man die Steinkohlebergwerke, die seit Jahrzehnten in Betrieb sind.
Die Stadt ist der einzige der vier ukrainischen EM-Austragungsorte, wo die Vorbereitungen auf das Großereignis praktisch abgeschlossen sind. Die Metropole am Fluss Kalmius - 1970 von der UNESCO als grünste Industriestadt ausgezeichnet - muss zwar noch einiges in Sachen Infrastruktur, Modernisierung des Flughafens und Hotels, tun, aber alles spricht dafür, dass es keine Probleme geben wird.
Zwei Sorgenkinder
Sorgenkinder sind Charkow im Osten und Lemberg im Westen. In Charkow sollen drei Gruppenspiele der EM stattfinden, wenn die UEFA im September nicht anders entscheidet. Vor allem Probleme mit der Infrastruktur machen nämlich die Kandidatur sehr wacklig.
In der galizischen Stadt Lemberg, die von 1772 bis 1918 unter österreichischer Herrschaft stand, bekommt man die schwierige Lage zu spüren, sobald man auf dem internationalen Flughafen landet: zu klein das Terminal, zu kurz die Landebahn. Die Pläne für die Modernisierung existieren zwar schon seit Jahren, wurden aber noch nicht umgesetzt. Es mangelt an Geld in Lemberg. Und nicht nur für den Flughafen, sondern auch für das Stadion, für die Hotels, für die Straßen.
Negativer Höhepunkt war, als im Februar der Stadionbau „wegen Planungsproblemen“ gestoppt werden musste. Nach Kritik von UEFA-Präsident Michel Platini wurde daraufhin der Haupt-Bauunternehmer entlassen worden.
Große Pläne
Sollte die EM problemlos über die Bühne gehen, hat man in Lemberg Großes vor: Auf den Spuren von Russlands Regierungschef Wladimir Putin, der die Olympischen Winterspiele 2014 nach Sotschi geholt hat, will der neue ukrainische Präsident Janukowitsch dasselbe erreichen. Die Olympischen Winterspiele 2022 sollen nach Lemberg und in die Karpaten kommen.
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