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Der Allrounder starb mit 51 Jahren
Ein Denkmal setzte sich der Architekt Hanappi mit der Planung des 1977 eröffneten Weststadions in Wien-Hütteldorf, Heimstätte von Rekordmeister Rapid. Der „Gschropp“, wie der technisch brillante und einsatzfreudige Wiener aufgrund seiner geringen Körpergröße liebevoll gerufen wurde, hatte sein Architekturstudium schon während seiner außerordentlich erfolgreichen Fußballkarriere abgeschlossen. Im Oktober 1981, 14 Monate nach dem Tod der Rapid-Ikone, wurde die Arena in „Gerhard-Hanappi-Stadion“ umbenannt.

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1950 stand Gerhard Hanappi noch eine große Zukunft bevor.
Seine sportliche Laufbahn begann Hanappi 1943 im Alter von 14 Jahren bei Wacker Wien. Bereits fünf Jahre später, am 14. November 1948, wurde der Mittelfeld-Läufer erstmals in die Nationalmannschaft berufen und gab sein Debüt beim 2:2 gegen Schweden. Es war der Startschuss für eine wohl einzigartige Teamkarriere.
55 Länderspiele in Folge
Mit 93 Einsätzen (zwölf Tore) war Hanappi bis 1998 ÖFB-Rekord-Internationaler. Hinter Andreas Herzog (103) und Toni Polster (95) belegt er Rang drei in der „Ewigen Einsatzliste“ des ÖFB. Nach wie vor unerreicht sind aber die 55 Länderspiele in Folge, die Hanappi von 1948 bis 1956 absolvierte.
Am bisher größten Erfolg der österreichischen Fußballgeschichte war der langjährige Teamkapitän (ab 1955) ebenfalls maßgeblich beteiligt. Bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz 1954 holten Hanappi & Co. Bronze. Die Teilnahme an der WM 1958 in Schweden und eine Einberufung in die FIFA-Weltauswahl gegen England (4:4) 1953 waren weitere Meilensteine in Hanappis internationaler Karriere, die 1962 zu Ende ging.
„Dauerbrenner“ im Rapid-Dress
Die grün-weißen Sternstunden des Ausnahmespielers in 321 von 338 möglichen Partien für Rapid zwischen 1951 und 1964 sind ebenso zahlreich. Hanappi war nach langwierigen Transferstreitigkeiten von Wacker in Meidling nach Hütteldorf gewechselt und gewann mit Rapid sieben Meistertitel, eine Cup-Trophäe sowie den Zentropa-Cup (1951). In der Saison 1960/61 schaffte er es mit Rapid bis ins Meistercup-Semifinale.
Nach dem Ende seiner Karriere 1965 wurde Hanappi als erster Fußballer mit dem „Goldenen Verdienstzeichen der Republik“ geehrt. 2003 verlieh Rapid-Trainer Josef Hickersberger seinem baulichen Andenken zusätzlichen Glanz und taufte die vom österreichischen Sportler des Jahres 1955 entworfene Arena inoffiziell „Sankt Hanappi“.