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Schön langsam wird es ernst

Auf der „Ardennen-Achterbahn“ von Spa-Francorchamps ist für Sebastian Vettel kein Platz mehr für Fehler im Formel-1-Titelrennen. Nach dem Ende der Sommerpause hat der 23-Jährige nur noch sieben WM-Läufe Zeit, um doch noch der jüngste Champion der Königsklasse zu werden.

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„Nichts auf der Welt zählt für mich so viel wie der Gewinn der Weltmeisterschaft“, bekräftigte der Red-Bull-Pilot vor dem Großen Preis von Belgien am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF1).

Keine Fehler mehr erlaubt

Dafür muss Vettel schnellstmöglich an seinem Teamkollegen Mark Webber, der die WM mit 161 Punkten anführt, und McLaren-Star Lewis Hamilton (157) vorbei. Vor allem aber darf sich der mit 151 Zählern auf Platz drei liegende Deutsche nicht mehr solche Anfängerfehler wie zuletzt in Ungarn erlauben, als er wegen eines zu großen Abstands zum Safety Car bestraft wurde und den sicheren Sieg verschenkte.

Doch daran will Vettel nicht mehr denken, er blickt lieber in die Zukunft: „Unser Auto ist schnell, und ich habe volles Vertrauen in mein Team und meine Leistung. Ich bin zuversichtlich für das Rennen.“

Nachdem das McLaren-Duo Hamilton und Jenson Button zuletzt gegen Red Bull an Boden verlor, fährt Vettels ärgster Rivale wohl im eigenen Team: Mark Webber. Und der Australier will keinen Zentimeter preisgeben. „Ich will den Titel gewinnen. Ich weiß, dass er das Leben der Leute ändert, die Person verändert. Ich möchte wissen, wie sich das anfühlt“, erklärte der 33-Jährige.

Vierter Ferrari-Sieg in Folge?

Viel vor hat auch Fernando Alonso. Der spanische Ferrari-Pilot liegt als Fünfter 20 Punkte hinter Webber und verspricht eine Aufholjagd: „Wir haben nur zwei Rennen gebraucht, um wieder voll im Titelkampf zu sein. Wir sind auf dem richtigen Weg, das Auto ist sehr verbessert und das macht mich und das Team sehr zuversichtlich. In Spa werden wir wieder ein paar neue Teile haben und wir hoffen, dass wir damit noch mehr Fortschritte machen können.“

Die Strecke kommt Ferrari jedenfalls entgegen, immerhin haben die letzten drei Rennen in Belgien mit Siegen der „Scuderia“ geendet (2009 Kimi Räikkönen, 2008 Felipe Massa, 2007 Räikkönen).

Schumacher mit Handicap ins Rennen

Andere Prioritäten hat hingegen der verschärft unter Beobachtung stehende Rekordchampion Michael Schumacher. Mit seiner Vollgas-Attacke gegen den Williams-Piloten Rubens Barrichello handelte er sich in Budapest viel Kritik ein. Zur Strafe für das überharte Manöver muss er auf seiner Lieblingsstrecke in Spa zehn Plätze weiter hinten starten. „Es wird also schwierig, für das Rennen besondere Highlights zu erwarten“, sagte der Mercedes-Fahrer. Vor 19 Jahren gab Schumacher in Spa sein Formel-1-Debüt, sechsmal gewann er auf dem atemberaubenden Traditionskurs.

Ein siebenter Streich ist diesmal kaum drinnen. Der Silberpfeil ist aus eigener Kraft nicht siegfähig, zudem ist der Altmeister bei seinem Comeback-Jahr noch immer in der Lernphase.

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