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Kein grenzenloses Wachstum möglich

Ab kommendem Jahr wird die Formel-1-Saison auf 20 Rennen ausgeweitet. Doch wenn es nach Bernie Ecclestone geht, soll damit noch lange nicht Schluss sein. Allerdings wehren sich die Teams gegen eine weitere Verdichtung des Terminkalenders.

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Der Formel-1-Boss und der Internationale Automobilverband FIA haben für das nächste Jahr Indien in die WM aufgenommen. Der aufstrebende und vielversprechende Großmarkt für die Automobilkonzerne soll 2011 seine Grand-Prix-Premiere feiern.

Für „Nimmersatt“ Ecclestone bedeuten aber selbst 20 Rennen nicht die Obergrenze, der geschäftstüchtige Engländer spricht bereits von 22 Rennen. In den 50er- und 60er-Jahren waren noch um die acht Läufe die Regel gewesen. Als durch perfektionierte Vermarktung und TV-Übertragung immer mehr Geld in die Grand-Prix-Kassen floss, wuchs auch der Kalender an. Heuer stehen 19 Rennen auf dem Programm.

Viele Interessenten

Aber weitere Länder und Städte drängen darauf, in das Geschäft einsteigen zu können. Die USA sind 2012 mit Austin/Texas wieder dabei, dort wird momentan eine neue Strecke gebaut. Eine Unternehmensgruppe aus Rom schloss jetzt mit Ecclestone einen Fünfjahresvertrag ab. Dabei ist allerdings offen, ob das Projekt in Italiens Hauptstadt je realisiert werden kann. Auch Russland taucht immer wieder als möglicher Kandidat auf, Bulgarien buhlt ebenfalls.

Ecclestone kann sich angesichts dieser Konkurrenz die Hände reiben, da er die Interessenten gegeneinander ausspielen und so die Preise hochtreiben kann. Dabei sind die „goldenen Zeiten“ längst Geschichte, die Rennen in Deutschland, der Türkei, Bahrain oder Malaysia sind teilweise hochdefizitär.

Teams sehen auch die Schattenseiten

Für Piloten und Teams stehen die mit der Aufstockung verbundenen Belastungen im Vordergrund. Ross Brawn, der Technische Direktor von Mercedes GP, sagte in Monza: „Wir wollen die Ausweitung, aber es ist ein kritisches Stadium wegen der Personalsituation. Wir müssen eine Lösung finden.“ Um die Kosten zu senken, müssen alle Teams in der kommenden Saison ihre Belegschaft auf 350 Beschäftigte abbauen. Brawn erklärte, dass über eine Rotation bei den Mechanikern an der Strecke nachgedacht werde. „Bei den Ingenieuren wird das schwieriger, da sie enger mit den Fahrern zusammenarbeiten.“

„Mehr Rennen ist einerseits gut, weil wir dann mehr zum Fahren kommen“, kommentiert Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel die Aufstockung für kommendes Jahr. „Andererseits bedeutet das mehr Stress, vor allem die Überseerennen kosten auch die Teams Kraft.“ Er befürchtet auch Schwierigkeiten bei Aufbau und Abstimmung der Autos für die jeweiligen Streckenbedingungen. „Das sind keine Blechkisten, die man einfach hinstellt“, wies er auf die komplizierte und sensible Technik hin.

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