Junge Lichtblicke in Porto
Rapids Torflaute hat auch in der Hafenstadt Porto angehalten. Das 0:3 im ersten Spiel der Europa-League-Gruppe L war das dritte verlorene Match in Folge, in dem man keinen Treffer erzielte. Obwohl die Enttäuschung am Donnerstag groß war, hatte der Abend auch Lichtblicke. Vor allem für Tanju Kayhan (21), Thomas Hinum (23) und Atdhe Nuhiu (21) fand Trainer Peter Pacult lobende Worte.
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Die ausgelassenen Chancen beim Stand von 0:1 durch Nuhiu und Stefan Kulovits waren in den Katakomben des Estadio do Dragao aber das beherrschende Thema - vor allem in den Reihen der Rapid-Spieler selbst. Wie schon bei den 0:1-Niederlagen gegen den LASK und im Wiener Derby am Sonntag (ebenfalls 0:1) suchten die Hütteldorfer auch gegen den starken FC Porto vergeblich den erfolgreichen Abschluss.
Ladehemmung bei Rapid
„Es kann nicht sein, dass wir keine Tore schießen und keine Punkte holen“, sprach der bei den Gegentoren schuldlose Keeper Raimund Hedl Klartext. „Wenn man die Möglichkeiten nicht nützt, wird international der Druck einfach zu groß.“ Auch Pacult sah „zwei, drei“ gute Gelegenheiten und stellte in Anspielung auf den Verkauf von Stürmer Nikica Jelavic zu den Glasgow Rangers unmissverständlich klar: „Wir haben diese Lücke noch nicht schließen können, so ehrlich muss man sein.“
Dabei war der Rapid-Coach, der Neuzugang Jan Vennegoor of Hesselink aus Fitnessgründen zu Hause gelassen hatte, mit Solostürmer Nuhiu durchaus zufrieden. Auch der gegen den Porto-Star Hulk erfrischend respektlose Kayhan, der sich auch gut in die Offensive einschaltete, sowie Thomas Hinum überzeugten Pacult. „Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht. Ich habe hier auch positive Dinge gesehen.“ Generell habe er eine Rapid-Mannschaft erlebt, „die trotz allem selbstbewusst aufgetreten ist, sich etwas zugetraut und nicht versteckt hat“.
Zwei ärgerliche Gegentore nach Eckbällen
Trotz der vielen Ausfälle - zu allem Überdruss verletzte sich auch noch Markus Katzer beim Aufwärmen am Oberschenkel - sah Pacult Einsatz und Kampfgeist. „Der eine oder andere Ballverlust war dann aber doch zu viel“, erklärte er nach dem Schlusspfiff. Innerhalb ihrer Möglichkeiten habe sich die Mannschaft jedenfalls gut verkauft. „Natürlich zwingt einen dieser Gegner zu Abspielfehlern, weil er sehr gut die Räume eng macht.“
Die Tore zu 0:1 und 0:2 waren Standardsituationen, genauer Eckbällen enstprungen - angesichts der spielerischen Qualität Portos fast kurios. „Mich ärgern alle Gegentore, nicht nur die durch Eckbälle“, wollte Pacult dieses Thema aber nicht öffentlich besprechen. „Bei diesen zwei Standardsituationen hatten die Porto-Spieler eben auch dieses nötige Quäntchen Glück, dass der Ball genau zu ihnen gesprungen ist. Aus dem Spiel heraus haben wir nicht viel zugelassen.“
Kayhan zeigt auf
Die dritte Niederlage zu Null in Serie gehört für den Rapid-Meistermacher 2008 zu den „Fakten“, das sei einmal so und wurde von Pacult auch nicht kleingeredet. „Porto gehört aber zu den besten zehn Mannschaften in Europa“, führte Pacult zu Recht an. „Nach diesem starken Saisonstart hatte der Gegner natürlich auch Selbstvertrauen. Porto gehört eigentlich in die Champions League und wird in der Europa League heuer sicher eine gewichtige Rolle spielen.“
Eine gewichtige Rolle bei Rapid könnte in Zukunft der schnelle, kleine und bullige Kayhan spielen, dem Pacult in Porto eine teamreife Leistung attestierte. „Nach der Verletzung vom ‚Mecky‘ Katzer habe ich links statt rechts gespielt und mich auf das Duell mit Hulk gefreut“, erzählte Kayhan. „Gegen ihn war es sehr schwer, er ist ein ähnlicher Typ wie Robben, der sehr gerne nach links zieht.“ Mit solchen Partien bekomme man als junger Spieler viel Erfahrung und Selbstvertrauen.
„Derby“ bei Amateuren mit Vennegoor of Hesselink?
Mit seinen Kollegen will Kayhan endlich die Torsperre durchbrechen, am besten am Sonntag in der zweiten ÖFB-Cup-Runde bei den Austria Amateuren. Und da spricht einiges für einen Einsatz des Niederländers Vennegoor of Hesselink. Was die Europa League betrifft, richtet sich der Blick auch nach vorne. Das Heimspiel gegen Besiktas Istanbul am 30. September verspricht einen Hexenkessel im Ernst-Happel-Stadion. „Und mit 50.000 Fans im Rücken ist alles möglich“, weiß Andreas Dober. „Aber zuerst einmal müssen wir wieder gewinnen.“
Harald Hofstetter, ORF.at aus Porto
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