Geglücktes Debüt
Mit der Aufstellung von Martin Fischer im letzten und entscheidenden Einzel im Davis-Cup-Duell gegen Israel hat ÖTV-Davis-Cup-Kapitän Gilbert Schaller viele überrascht. Doch die Entscheidung zahlte sich aus. „Fisch, Fisch, Fisch!!!“, ertönte es in Katakomben der Nokia-Arena, als das Team seinen Helden nach seinem Erfolg lautstark feierte.
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Am Ende waren es die Österreicher, die nicht nur den längeren Atem hatten, sondern deren Schreie des Triumphs durch jene Arena hallten, in der drei Tage lang gegen sie geschrien und gepfiffen worden war. Der 3:2-Auswärtssieg nach 1:2-Rückstand gegen Israel in Tel Aviv war schon allein deshalb etwas ganz Spezielles, das ÖTV-Team kämpfte sich trotz Ausfällen im Vorfeld wieder in die Weltgruppe.

GEPA/ Matthias Hauer
Grenzenloser Jubel im ÖTV-Team
Rücktritt aus dem Team von Stefan Koubek, Verletzungen der Doppel-Spezialisten Julian Knowle und Oliver Marach und zwei Debütanten in der Mannschaft: Die Ausgangslage für Gilbert Schaller und seine Mannschaft war alles andere als einfach gewesen. Doch am Ende siegten die Klasse von Melzer und der Mut zum Risiko: Nach dem verpatzten Debüt von Andreas Haider-Maurer am Donnerstag stach am Sonntag das Atout Martin Fischer. Allen Unkenrufen zum Trotz, die noch während des verlorenen ersten Satzes von Fischer sowohl den Spieler als auch den Kapitän anzweifelten.
„Es war ziemlich riskant“
„Ich habe in den Wochen vor dem Davis-Cup nicht so gut gespielt. Es war ziemlich riskant“, gestand der Held selbst, ehe er sich die „vielleicht drei besten Sätze, die ich je gespielt habe“ attestierte. Der 24-jährige Vorarlberger wäre als Nummer 133 der Welt eigentlich zweitbester Österreicher.
„Ich habe gezeigt, dass man auch mal riskieren kann, dass man auch einmal auf die Jungen setzen kann. Ich habe es im Vorfeld mitbekommen, und es ist nicht so witzig, wenn du überall liest, es kann nur der Alex spielen“, sagte der Dornbirner, der gemeinsam mit Quebec-Siegerin Tamira Paszek seiner Heimatstadt an diesem Tag zu besonderen Ehren verhalf. „Du hast einfach das Gefühl, es steht nicht die ganze Nation hinter dir, es zweifelt jeder. Ich bin eigentlich ganz klar die Nummer zwei im Team und muss mich ständig rechtfertigen.“
Schon vor Fischers Partie hatte Melzer gemeint, dass Fischer ein „ganz Großer werden könne“, wenn er dieses Match gewinnt. „Das ist natürlich schön, wenn das der Jürgen sagt. Man darf aber nicht vergessen, unter welchem Druck auch der Jürgen gestanden ist. Man hat viel über seine Davis-Cup-Performance geredet. Das muss man jetzt, glaube ich, nicht mehr. Wenn dich so einer lobt, dann freut es einen“, gab Fischer das Lob an die Nummer eins zurück.
Hoffen auf Wild Card für Wien
Ein, zwei Tage werde er noch brauchen, um das zu realisieren. Fischer wird sich dann schon bei einem Hartplatz-Challenger in Izmir befinden. Danach hofft er auf eine Wild Card für die Bank-Austria-Trophy. „Die Wild-Card-Diskussion ist schon im Gange. Ich habe gehört, dass James Blake verpflichtet wurde, und Thomas Muster startet ein Revival. Ich hoffe doch, dass ich mich empfohlen habe und in Wien zeigen kann, wie ich spielen kann.“
Für Melzer geht es nach PR- und Sponsorterminen am Freitag zur Asien-Tour nach Bangkok. „Ich fühle mich wohl, habe den Ball wirklich sehr gut auf dem Schläger. Die Halle in Bangkok taugt mir, dann geht’s ins Freie, wo es sehr schnell in Tokio ist, und dann wird es ein bisserl langsamer in Schanghai.“ Bei allen drei Turnieren habe er sich immer sehr wohl gefühlt. „Ich hoffe, dass ich genügend Punkte mache, um mich in eine Position zu bringen, das Jahr vielleicht noch in den ersten zehn abzuschließen.“ Das hält Melzer auch für ein realistischeres Ziel als eine Qualifikation für das Einzel-Masters.
Weltgruppen-Play-off im Davis-Cup
| Tel Aviv (Hartplatz): |
| Israel |
Österreich |
2:3 |
| Dudi Sela |
Andreas Haider-Maurer |
6:4 6:1 6:3 |
| Harel Levy |
Jürgen Melzer |
4:6 3:6 3:6 |
| Jonathan Erlich / Andy Ram |
Jürgen Melzer / Alexander Peya |
7:6 (7/2) 6:4 6:4 |
| Dudi Sela |
Jürgen Melzer |
4:6 0:6 3:6 |
| Harel Levy |
Martin Fischer |
6:2 3:6 0:6 3:6 |
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