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„Müssen auf alles gefasst sein“

Der technische Aufwand ist gigantisch, die Herausforderungen an die Fahrer sind enorm: Der Flutlicht-Grand-Prix von Singapur (Sonntag, 14.00 Uhr, live in ORF1) ist in vielerlei Hinsicht einmalig. 23 zum Teil sehr enge Kurven pro Runde, ein Kurs, der trotz Ausbesserungen an eine Buckelpiste erinnert, dazu Dunkelheit, eine Außentemperatur von tropischen 30 Grad und vielleicht noch Regen.

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1.500 Scheinwerfer lassen die 5,073 Kilometer lange Strecke an der Marina Bay taghell erstrahlen - viermal heller als jedes Fußballstadion bei einem Abendspiel. Zwölf riesige Generatoren liefern den Strom. 240 Stahlträger halten die Gestelle, an denen die Lichtprojektoren hängen. 108 Kilometer Kabel wurden verlegt. Die Stromrechnung geht in die Millionen.

Neue Erfahrung: Regen bei Flutlicht

Für die 24 Piloten und die anderen Mitglieder ihrer Teams ist das Rennen aber nicht nur wegen der ungewöhnlichen Lichtverhältnisse eine echter Härtetest für Körper und Geist. In diesem Jahr könnte noch starker Regen als Handicap hinzukommen. „Wir haben bisher noch keine Erfahrungen mit nassen Strecken bei Flutlicht gehabt. Eines der größten Probleme ist die Gischt hinter den Autos. Das wird interessant, wenn das passiert“, meinte WM-Spitzenreiter Mark Webber von Red Bull.

Parcours von Singapur

Reuters/Edgar Su

Der Stadtkurs von Singapur ist ein wahres Glanzlicht im Formel-1-Zirkus.

Mit entspiegelten Visieren sollen die Fahrer jedoch in jedem Fall den Durchblick behalten. Auch in den vergangenen Jahren war immer wieder der große Regen während des Rennens befürchtet worden. Doch beide Male blieb es trocken. Im Übrigen würden auch bei dem Rennen dieselben Regeln gelten, sagte Webber: „Wenn zu viel Regeln fällt, und man nicht mehr fahren kann, dann ist Schluss.“

„Wir müssen auf alles gefasst sein“, weiß Ferrari-Fahrer Felipe Massa. Als Titelverteidiger geht der aktuelle WM-Zweite Lewis Hamilton ins Rennen, der Brite von McLaren fühlt sich in Singapur wohl: „Ich liebe Stadtkurse: Sie bieten die größte Herausforderung und den größten Spaß. Hier gibt es nur Mann, Maschine und Mauer.“

Fahrer schlafen bis zum Nachmittag

Am Grand-Prix-Wochenende haben die Piloten, Mechaniker und Ingenieure nicht nur den Kampf auf der Strecke, sondern auch gegen die innere Uhr zu führen. Das Freitag-Training und die Qualifikation am Samstag enden erst um 23.00 Uhr Ortszeit, damit auf dem wichtigsten TV-Markt in Europa zur gewohnten Zeit gesendet werden kann. Auch das Rennen beginnt am Sonntag erst um 20.00 Uhr (14.00 Uhr MESZ).

Die Nachbesprechungen der Teams ziehen sich bis tief in die Nacht. Um ihren Körper zu überlisten, versuchen die Fahrer, ihren Rhythmus aus Europa beizubehalten. So gehen sie in Singapur erst in den frühen Morgenstunden ins Bett und schlafen bis zum Nachmittag.

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