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Comeback auf Zeit?

Christian Klien ist zurück in einem Formel-1-Renncockpit: „Ich freue mich, aber ohne in übertriebene Euphorie auszubrechen.“ Der Vorarlberger wird am Sonntag beim Grand Prix von Singapur (14.00 Uhr, live in ORF1) im Hispania Racing Team, für das er seit Anfang Mai als Testfahrer im Einsatz ist, den Japaner Sakon Yamamoto ersetzen.

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Der Japaner leidet nach Aussage von Teamchef Colin Kolles möglicherweise unter einer Lebensmittelvergiftung und fühlt sich nicht gut. „Ich hoffe, Sakon geht es bald schon wieder besser und dass er in der Lage ist, beim Grand Prix in Japan wieder zu fahren“, sagte Kolles. Ob Klien bei entsprechender Leistung nicht vielleicht doch im Team als Stammfahrer Fuß fassen kann, ist offen.

Zurück im Renncockpit

„Mein Ziel war es immer, wieder in der Formel 1 Fuß zu fassen“, so der 27-Jährige. Klien gab 2004 sein Formel-1-Debüt im Jaguar-Team, für das er in 18 Rennen drei Punkte holte. 2005 und 2006 fuhr er für Red Bull, in insgesamt 30 Grands Prix erreichte er elf Zähler. Seinen bisher letzten „Großen Preis“ bestritt der Hohenemser im September 2006 in Monza. Letzter Österreicher in einem Renneinsatz in der Formel 1 war Alexander Wurz, der im Oktober 2007 in China seine Abschiedsvorstellung gab.

Klien während des GP von Europa

GEPA/xpb.cc

Klien mit Hispania wieder auf der Überholspur.

Schneller als Senna

Bereits Anfang Mai hatte Klien für Hispania Racing in Montmelo nach einer Zitterpartie um die rechtzeitige Erteilung der Superlizenz ein ansprechendes Comeback im Training gegeben. Dabei distanzierte er seinen Teamkollegen Bruno Senna um mehr als eine halbe Sekunde.

„Dabei ist es für mich gar nicht um die Rundenzeiten gegangen“, versicherte Klien damals. „Ich wollte mich an das Auto gewöhnen. Dass ich auf Anhieb schneller bin als ein Stammpilot, der es kennt, habe ich selbst nicht gedacht.“ Dennoch kam Klien beim Grand Prix von Spanien nicht zum Einsatz.

Christian Klien

GEPA/Andreas Reichart

Kliens bestes Ergebnis war ein fünfter Platz 2005 in China.

Viel Arbeit für Klien und Co.

Klien war von Hispania verpflichtet worden, um mit seiner Erfahrung von 48 Grands Prix und als Testpilot bei BMW-Sauber und Honda das Auto schneller zu machen. Zu tun gibt es auf diesem Sektor genug. Dem HRT-Boliden fehlt einiges zur Spitze. „Viele Details entsprechen noch nicht dem Standard der Formel 1“, meinte der Vorarlberger noch im Mai. So sind etwa die Radaufhängungen nicht durchgehend aus Karbon, sondern zum Teil noch aus Stahl, und die Knöpfe am Lenkrad so klein, dass sie mit Handschuhen kaum zu bedienen sind. „Das sind grundlegende Dinge, die man verbessern muss“, erklärte Klien.

Für die kommende Saison soll ein ganz neues Auto gebaut werden. Wie und wo die Infrastruktur aufgebaut wird, steht noch nicht fest. Derzeit werden die Autos in der deutschen Kleinstadt Greding zwischen Ingolstadt und Nürnberg gelagert, wo auch die DTM-Equipe von Teamchef Colin Kolles ihren Sitz hat.

Kolles: Klien ein „großes Talent“

Der einstige Zahnarzt hält viel von Klien, der ihn einst schon bei Testfahrten für Spyker bzw. Force India überzeugte: „Ich habe ihn immer im Auge gehabt. Ich glaube, er hat großes Potenzial. Er hat großes Talent, ist schnell, jung und erfahren. Vielleicht hätte er mehr erreichen können.“ Klien war im Mai nicht wegen Sponsorengeldern in Millionenhöhe, sondern wegen seiner fahrerischen Qualitäten engagiert worden. „Das ist ein großer Vertrauensbeweis von Colin Kolles“, sagte der Österreicher.

Klien hatte zuletzt einige andere Angebote abgelehnt, um sich die Tür zur Formel 1 offenzuhalten. „Ich bin volles Risiko gegangen, und im Winter sah es für manche schon wie eine komplette Niederlage aus“, erinnerte Klien. „Mir war aber immer klar, dass sich auf dem Markt noch viel tun wird.“

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