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Ausländische Kampagne?

Die Dopingaffäre um Tour-de-France-Sieger Alberto Contador und zwei weitere spanische Radprofis wirft ein schlechtes Licht auf den Spitzensport in Spanien. Die Iberer wehren sich aber energisch gegen den Eindruck, dass der Verdacht gegen Contador die jüngsten Erfolge des spanischen Sports insgesamt infrage stellen könnte.

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Ihr Land war in letzter Zeit in mehreren Sportarten zu einer Weltmacht aufgestiegen. Es stellt mit Contador nicht nur den besten Radprofi, sondern mit Rafael Nadal auch die Nummer eins der Weltrangliste im Tennis. Die Fußballer sind Welt- und Europameister, die Hand- und Basketballer gehören zur Weltspitze. In der Formel 1 macht sich Fernando Alonso Hoffnung auf seinen dritten WM-Titel. Man spricht von einem „Goldenen Zeitalter“ des spanischen Sports.

Erfolge nicht durch Doping getrübt

„Wir haben allen Grund, auf die Leistungen unserer Sportler stolz zu sein“, betonte die Sportzeitung „Marca“. „Nur weil in ein paar Einzelfällen zu unerlaubten Mitteln gegriffen wird, schmälert das nicht die Triumphe des spanischen Sports.“

Albert Soler, Generaldirektor der Sportbehörde (CSD), hielt Pat McQuaid, dem Präsidenten des Radsport-Weltverbandes (UCI), entgegen: „McQuaid weiß genau, dass wir im Kampf gegen das Doping eine Politik der Null-Toleranz verfolgen. Sonst wäre Jaime Lissavetzky auch nicht in den Vorstand der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gewählt worden.“

Mehrheit der Spanier glaubt Contador

In den jüngsten Vorwürfen gegen Contador sehen viele Spanier eine Schmutzkampagne des Auslands. Manche argwöhnen gar, dahinter könne Neid auf die Erfolge des spanischen Sports stecken. „Die internationale Presse lässt Contador bluten“, schrieb die Madrider Zeitung „Publico“.

Nach einer Umfrage des Sportblatts „As“ glauben 59 Prozent der Spanier den Unschuldsbeteuerungen des Tour-Siegers, der einen positiven Dopingtest auf Clenbuterol auf den Verzehr eines verunreinigten Steaks zurückführt.

Nachholbedarf im Anti-Doping-Kampf

Spanien hatte bis vor wenigen Jahren als ein „Dopingparadies“ gegolten, das es mit den Kontrollen nicht so genau nahm. Bis 2007 hatte das Land überhaupt kein Anti-Doping-Gesetz. Das hatte zur Folge, dass nach der Aufdeckung des großen Dopingskandals der „Operacion Puerto“ keine Anklage gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen um den Arzt Eufemiano Fuentes erhoben werden konnte.

Das im Februar 2007 in Kraft getretene Anti-Doping-Gesetz bleibt allerdings hinter den Regelungen in Italien oder Frankreich zurück. „Spanien hat im Kampf gegen das Doping Nachholbedarf“, gab „Marca“ zu und forderte die Einrichtung einer Sonderstaatsanwaltschaft für Dopingvergehen. „Wenn wir nichts tun, zerstören wir all das, was der Sport für das internationale Ansehen des Landes geleistet hat.“

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