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Bremer Abend im Happel-Stadion

Österreichs Nationalmannschaft hat im Wiener Ernst-Happel-Stadion den Pflichtsieg über Außenseiter Aserbaidschan gefeiert. Beim 3:0-Erfolg waren mit dem Doppeltorschützen Marko Arnautovic und Sebastian Prödl zwei Bremen-Legionäre die ÖFB-Torschützen. Die Constantini-Elf konnte allerdings erst in der zweiten Hälfte spielerisch überzeugen.

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Österreich hat in der EM-Qualifikation mit dem 2:0 gegen Kasachstan und 3:0 gegen Aserbaidschan die fix eingeplanten sechs Punkte auf dem Konto. Die ÖFB-Auswahl feierte damit nicht nur erstmals seit März 2005 zwei Pflichtspielsiege in Folge, sondern ist auch für das schwere Auswärtsspiel am Dienstag in Belgien gerüstet.

Jubel österreichischer Spieler

ORF.at/Christian Öser

Prödl ebnet mit seinem frühen Tor den Weg zum ÖFB-Sieg.

Auch ohne Janko nominell offensiv

ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini setzte gegen die Vogts-Schützlinge auf Offensive. Für den angeschlagenen Twente-Legionär Marc Janko (Adduktorenverletzung) begann 2,02-Meter-Hüne Stefan Maierhofer. Neben der hängenden Spitze Roland Linz verstärkten Arnautovic und Martin Harnik über die Flügel das Angriffsspiel.

Die ÖFB-Startelf wurde von Constantini gegenüber dem 2:0-Zittersieg gegen Kasachstan gleich an fünf Positionen verändert. Neben Maierhofer, Arnautovic und Harnik rückten noch Franz Schiemer und Florian Klein für die verletzten Pogatetz bzw. Dag in der Viererkette in die Mannschaft.

Kein Elan trotz schnellem 1:0

Der Wunsch nach einem raschen österreichischen Führungstreffer wurde für die 26.500 Zuschauer bereits nach drei Minuten erfüllt. Bremen-Legionär Prödl kam nach einem Junuzovic-Corner völlig frei zum Kopfball und ließ Goalie Kamran Aghajew keine Chance.

Das dritte Länderspieltor des Innenverteidigers schien die Gastgeber allerdings mehr zu lähmen als zu beflügeln. Keine zwei Minuten später musste ÖFB-Tormann Jürgen Macho bei einem Freistoß von Elwin Mammadow zur Ecke klären. Wenig später hatte Prödl Glück, dass sein Foul an Aserbaidschan-Solospitze Rauf Alijew knapp außerhalb des Strafraums war. Der Freistoß brachte aber nichts ein.

vZlatko Junuzovic (AUT) im Zweikampf mit Samir Abbasov und Elvin Mammadov (beide AZE)

ORF.at/Christian Öser

Zlatko Junuzovic ging keinem Zweikampf aus dem Weg.

Auch danach war bei den Österreichern die Unsicherheit unübersehbar. Etliche Fehlpässe verhinderten einen kontrollierten Spielaufbau im ÖFB-Team. Der Außenseiter aus Aserbaidschan hatte sogar zeitweise ein spielerisches Übergewicht, blieb aber vor dem Tor ebenso harmlos.

Pfiffe von den Rängen als Weckruf

Nach 25 Minuten Spielzeit und 22 Minuten ÖFB-Leerlauf quittierten auch die Zuschauer die dürftige Leistung mit Pfiffen. Arnautovic reagierte als erster Teamspieler auf die Unmutsäußerungen des Wiener Publikums und leitete mit einer schönen Aktion über die linke Seite die erste ÖFB-Topchance aus dem Spiel heraus ein. Nach einer Flanke des 21-Jährigen scheiterte Maierhofer per Kopfballaufsitzer an Aghajew, der beim misslungenen Nachschuss des vollbärtigen Sturmriesen nicht mehr eingreifen musste.

Bis zum Pausenpfiff gab es abgesehen von einem Maierhofer-Schuss aus 20 Metern keine nennenswerte ÖFB-Aktion mehr, so dass bei den Fans an einem frischen Herbstabend der Pausentee vorerst für die „Erwärmung“ herhalten musste.

Stefan Maierhofer und Marko Arnautovic (beide AUT)

ORF.at/Christian Öser

Marko Arnautovic lässt sich feiern.

Arnautovic sorgt für frühe Vorentscheidung

Zu Beginn der zweiten Hälfte gingen die Constantini-Schützlinge viel aggressiver zu Werke und wurden bereits in der 53. Minute für ihr couragierteres Auftreten belohnt. Arnautovic bediente nach einer gelungenen Körpertäuschung auf der linken Angriffsseite Maierhofer, der im zweiten Versuch den Ball für den mitgelaufenen ÖFB-Jungstar aufrollte. Vom 16er schoss Arnautovic platziert zum 2:0 ein und ließ nach seinem ersten Teamtor seinem Jubel freien Lauf.

Mit der Zweitoreführung im Rücken bekamen die Österreicher die Partie endgültig in den Griff und kamen zu weiteren guten Möglichkeiten. Zunächst setzte Maierhofer nach einem Rückpass gut nach und blockte den Rettungsversuch von Keeper Aghajew beinahe zum 3:0 ins Tor (60.). Wenige Minuten später landete ein Scharner-Kopfball nach Junuzovic-Flanke nur knapp über dem gegnerischen Tor.

ÖFB-Jungstar trifft im Doppelpack

Der zweite ÖFB-Sieg ohne Gegentor war danach in keiner Phase gefährdet. Während Maierhofer nach einem Fuchs-Freistoß mit einem Kopfball erneut scheiterte, krönte Arnautovic in der Nachspielzeit seine starke Leistung mit dem 3:0. Der ÖFB-Jungstar war nach einem idealen Lochpass des eingewechselten Kavlak zur Stelle.

Rainer Titsch, ORF.at

Highlights von Österreich - Aserbaidschan in insider.ORF.at

EM-Qualifikation, Gruppe A

Freitag:

Österreich - Aserbaidschan 3:0 (1:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 26.500 Zuschauer, SR Nicolai Vollquartz (DEN)

Torfolge:
1:0 Prödl (3.)
2:0 Arnautovic (53.)
3:0 Arnautovic (92.)

Österreich: Macho - Klein, Prödl, Schiemer, Fuchs - Arnautovic, Junuzovic (78./Baumgartlinger), Scharner, Harnik (55./Kavlak) - Linz (59./Hoffer) - Maierhofer

Aserbaidschan: Agajew - Allahwerdijew, Sadigow, Junisoglu, Malikow - Abasow, Amirgulijew - Schukurow, E. Mammadow (59./Nadirow), Jawadow (74./Sadigow) - Alijew

Gelbe Karten: Prödl bzw. Allahwerdijew, Junisoglu, Alijew

Tabelle Gruppe A

1. Deutschland * 10 10 0 0 34:7 30
2. Türkei ** 10 5 2 3 13:11 17
3. Belgien 10 4 3 3 21:15 15
4. Österreich 10 3 3 4 16:17 12
5. Aserbaidschan 10 2 1 7 10:26 7
6. Kasachstan 10 1 1 8 6:24 4
* fix für EM qualifiziert
** im Play-off

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