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Zwei Tore in vier Minuten entscheiden

So schnell kann es gehen: Nach zwei Niederlagen zum Auftakt der Europa League brachte sich Rapid am Donnerstag mit einem 2:0 bei ZSKA Sofia wieder ins Rennen. Die Hütteldorfer holten im Nachzüglerduell der Gruppe L die ersten drei Punkte und schafften so den ersehnten Befreiungsschlag. Im Parallelspiel gewann Porto gegen Besiktas mit 3:1 und ist ungeschlagener Tabellenführer.

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Vor nur 12.000 Zuschauern im Wassil-Lewski-Nationalstadion von Sofia sorgten Jan Vennegoor of Hesselink (28.) und Steffen Hofmann (32.) mit einem Doppelschlag schon vor der Pause für klare Verhältnisse. In dieser Verfassung sollte ZSKA auch in zwei Wochen im Wiener Happel-Stadion kein Stolperstein für Rapid sein.

Jan Vennegoor (Rapid)

APA/EPA/Vassil Donev

Goalgetter Vennegoor of Hesselink auf dem Weg zu alter Form

Gefahr nur zu Beginn

Peter Pacult hatte erstmals in der Europa League mit Solospitze Vennegoor of Hesselink begonnen, dahinter sollte Steffen Hofmann in seinem 39. Europacup-Spiel für Rapid wie gewohnt die Fäden ziehen. Nach dem Anpfiff tat sich in der Offensive der Wiener aber zunächst einmal gar nichts. Zögerliche Angriffsversuche versiegten an der Strafraumgrenze, die Gastgeber wirkten zumindest entschlossen, ihre Fans für die Enttäuschungen der letzten Wochen zu versöhnen.

Die erste Schrecksekunde bescherte den 1.200 mitgereisten Rapid-Fans der wieselflinke Nelson (11.), der Markus Katzer auf der linken Abwehrseite austanzte und einen Flachschuss aus spitzem Winkel nur knapp an der langen Ecke vorbeizog. Dann pfiff ein schön angetragener 20-Meter-Freistoß von Marquinhos (15.) um Zentimeter an der linken Kreuzecke vorbei - Raimund Hedl wäre machtlos gewesen.

Nelson (Sofia) und Soma (Rapid)

AP

Ragnvald Soma grätscht und kämpft um wichtige Punkte in Sofia.

„Oranje“-Torjäger trifft

Bei der nächsten hochkarätigen Chance der Bulgaren konnte sich der Rapid-Keeper dann erstmals auszeichnen. Der irische Sturmhüne Cillian Sheridan (23.) hatte sich rechts an Tanju Kayhan vorbeigeschwindelt, Hedl hielt den gefährlichen Schuss aber souverän fest. Wie aus dem Nichts kam der immens wichtige Führungstreffer der Hütteldorfer, mit dem Vennegoor of Hesselink erstmals wirklich andeutete, wie wertvoll er auch in Zukunft sein könnte. Nach einer von Veli Kavlak getretenen und durch Ragnvald Soma verlängerten Ecke stand der Niederländer goldrichtig und schoss aus kurzer Distanz zum 1:0 (28.) ein.

Sofort schlug die schon verhalten positive Stimmung im nur zu einem knappen Drittel gefüllten Stadion in Wut gegen die ZSKA-Mannschaft und vor allem die Clubführung um. Der Zorn der Sofia-Fans hatte sich in den letzten Monaten aufgrund ständiger Trainerwechsel und Erfolglosigkeit aufgestaut, mit Schmähgesängen und wilden Flüchen in Richtung Ehrentribüne entlud er sich nun. Einige besonders wild Entschlossene versuchten gar, zu den Clubverantwortlichen vorzudringen und konnten von herangeeilten Polizisten nur mit Mühe daran gehindert werden.

Kapitän sorgt für Vorentscheidung

Rapid-Kapitän Hofmann, der trotz Schambeinreizung auf die Zähne gebissen hatte, blieb es vorbehalten, ZSKA in der 32. Minute den frühen „Todesstoß“ zu versetzen. Einen Katzer-Querpass von links ließ Christoph Saurer passieren, dahinter stand Hofmann bereit und schob den Ball in aller Ruhe zum 2:0 in die rechte Ecke. Eine längst gebrochene ZSKA-Elf schlich zur Pause mit hängenden Köpfen und unter dem gellenden Pfeifkonzert ihrer Anhänger in die Kabine.

Schon zu Beginn der zweiten Hälfte glaubte niemand mehr an ein Comeback der Hausherren. Rapid erkannte die Resignation des Gegners und beschränkte sich in der Folge auf das Nötigste. Ein Schuss von Kavlak (53.) fiel zu leicht aus, auf der anderen Seite war ein Kopfball von Marquinhos (55.) nicht mehr als eine Fangübung für Hedl. Vennegoor of Hesselink (59.) ließ mit einem Kopfball knapp über das Tor noch einmal seine Gefährlichkeit aufblitzen, eine Viertelstunde vor Schluss machte er dann Atdhe Nuhiu Platz.

Auch Stange spielte mit

Unmittelbar zuvor hatte Spas Delew (71.) die ZSKA-Fans fast noch aus ihren Schimpftiraden gerissen, doch die linke Torstange stand Hedl beim Schuss des linken Sofia-Außenspielers treu zur Seite. Rapid schaukelte das 2:0 locker über die Zeit, hätte bei dem einen oder anderen Konter auch das 3:0 machen können. In der Nachspielzeit pflückte Hedl einen völlig missglückten Versuch von Sheridan mit einer Hand herunter und beendete so das nur phasenweise unterhaltsame Match. Rapid konnte es recht sein, die ersten Punkte in der Gruppenphase sind nun eingepackt.

Harald Hofstetter, ORF.at aus Sofia

UEFA Europa League, Gruppe L, dritter Spieltag

Donnerstag:

ZSKA Sofia - Rapid 0:2 (0:2)

Wassil-Lewski-Nationalstadion, 12.000 Zuschauer, SR Trattou (CYP)

Torfolge:
0:1 Vennegoor of Hesselink (28.)
0:2 Hofmann (32.)

Sofia: M’ Bolhi - Minew (46./Tiboni), Widanow, Aquaro, Stojanow(72./Detschew) - Nelson (57./Tonew), Jantschew, Marquinhos, Trifonow, Delew - Sheridan

Rapid: Hedl - Kayhan, Sonnleitner, Soma, Katzer - Kavlak, Heikkinen, Hofmann (84./Trimmel), Pehlivan, Saurer (64./Drazan) - Vennegoor of Hesselink (77./Nuhiu)

Gelbe Karten: Tiboni (47.) bzw. Kavlak (14.), Heikkinen (40.)

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