Drogen, Sex und Fußball
Er wandelt stets auf dem schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn: Mit seinen Skandalen machte Diego Maradona ebenso viele Schlagzeilen wie als Fußballlegende.
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Juni 1986: Maradona erzielt im WM-Viertelfinale gegen England das erste Tor beim 2:1 unübersehbar mit der Hand und erklärt, „die Hand Gottes“ habe ihn geleitet. Eine Woche später jubelt Maradona nach einem 3:2 gegen Deutschland über den Gewinn der Weltmeisterschaft.
April 1991: Italiens Fußballverband sperrt den Star des SSC Neapel wegen Dopings für 15 Monate. Tests wiesen Kokain im Urin nach. Die Sperre wird vom Weltfußballverband (FIFA) übernommen und gilt damit weltweit.
September 1991: Ein Gericht in Neapel verurteilt Maradona wegen Besitzes und Weitergabe von Kokain in Abwesenheit zu 14 Monaten Haft. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt.
Februar 1994: Maradona schießt mit einem Luftgewehr auf Journalisten, die vor seinem Haus bei Buenos Aires warten. Er wird zu zwei Jahren und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.
Juni 1994: Wegen Dopings wird Maradona nach dem Vorrundenspiel gegen Nigeria (2:1) von der Fußball-WM in den USA ausgeschlossen und im August für 15 Monate weltweit gesperrt.

AP/Jorge Rey
Drogen und Alkohol hinterließen ihre Spuren im Gesicht des Fußballstars.
August 1997: Der Argentinische Fußballverband gibt bekannt, dass das Idol erneut gedopt hat. Dank einer umstrittenen Richterentscheidung darf Maradona weiterspielen.
August 1999: Maradona verliert einen Vaterschaftsprozess in Buenos Aires. In einer außerehelichen Affäre hatte er eine Minderjährige geschwängert.
Jänner 2000: Vermutlich nach einer Überdosis Kokain wird Maradona in eine Privatklinik in Buenos Aires eingeliefert. Wegen seiner Sympathie für Staatspräsident Fidel Castro beginnt er eine Entziehungskur auf Kuba. Ärzte diagnostizieren ein vom Kokainmissbrauch verursachtes Herzleiden.
Jänner 2001: Bei einem Besuch in Rom empfangen Steuerfahnder Maradona, um ihm einen Zahlungsbefehl über umgerechnet 26 Millionen Euro zu überreichen. Während seiner Zeit in Neapel seien Millionen am Fiskus vorbeigeschleust worden.

.AP/Natacha Pisarenko
Maradonas Übergewicht war für seine Herzprobleme nicht förderlich.
Mai 2004: Der sucht- und herzkranke Fußballstar landet in einer psychiatrischen Klinik bei Buenos Aires. Wegen akuter Herz- und Lungenprobleme war er kurz zuvor bereits zweimal auf der Intensivstation.
September 2005: Als Moderator seiner eigenen Fernsehshow gelingt Maradona ein Comeback. Nach einer Magenverkleinerung speckte er nach eigenen Angaben 50 Kilo ab.
März 2007: Nach einem Schwächeunfall muss er wegen seines ungesunden Lebenswandels wieder ins Krankenhaus. Er sei gestresst, deprimiert, zu dick und rauche zu viele kubanische Zigarren, sagt sein Leibarzt. Im April muss er erneut in die Psychiatrie.
Oktober 2008: Allen Eskapaden zum Trotz wird Maradona argentinischer Nationaltrainer. Im WM-Viertelfinale 2010 scheitert sein favorisiertes Team mit 0:4 an Deutschland.
Juli 2010: Maradona kann sich mit dem argentinischen Verbandspräsidenten Juan Grondona wegen unterschiedlicher Ansichten in der Personalpolitik der Nationalmannschaft nicht über eine Weiterführung seines Vertrags einigen. Seine Ära als Teamchef ist damit zu Ende.
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