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Ex-Teamchef will Schadenersatz

Der französische Ex-Teamchef Raymond Domenech hat seinen früheren Arbeitgeber, den Französischen Fußball-Verband (FFF), vor einem Arbeitsgericht auf Zahlung von 2,9 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Grund ist die fristlose Kündigung des 58-Jährigen nach dem WM-Skandal von Südafrika.

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Der FFF und auch Domenechs Anwalt bestätigten am Mittwoch in Paris entsprechende Medienberichte. Nach dem skandalösen Auftritt der „Bleus“ bei der WM in Südafrika war Domenech - von Medien und Fans „verrückter Professor“ genannt - zunächst nach Vertragsende von Laurent Blanc als Nationalcoach abgelöst worden. Anfang September wurde der 58-Jährige dann auch noch den Posten als Trainerausbildner des Verbandes los. Der Direction Technique Nationale des FFF, dem Nationalen Technischen Trainingszentrum, gehörte er seit 1993 an.

FFF-Präsident Fernand Duchaussoy erklärte, er sei nicht überrascht von Domenechs Klage. Dies sei ein normaler Vorgang. „Aber die Höhe, die Herr Domenech als Entschädigung fordert, ist extravagant und stellt eine weitere Provokation dar“, hieß es in einer Mitteilung.

Drei Hauptpunkte

Zur fristlosen Kündigung führte nach Angaben des FFF „grobes Fehlverhalten“ in drei Hauptpunkten: Domenech wurde vorgeworfen, er habe die Funktionäre nicht informiert, nachdem er bei der WM von Stürmer Nicolas Anelka beschimpft worden sei. Kritisiert wurde auch das Verhalten das Trainers beim Trainingsstreik, mit dem das Team um Franck Ribery gegen den Ausschluss Anelkas protestierte.

ehemaliger Frankreich Trainer Raymond Domenech geht weg, nachdem er ein Statement vorgelesen hat

Reuters/Charles Platiau

Lange hatte Domenech einen breiten Rücken: bis er die Konsequenzen aus dem peinlichen Auftritt der „Bleus“ bei der WM in Südafrika ziehen musste.

Außerdem stieß die Weigerung Domenechs, seinem Gegenüber Carlos Alberto Parreira nach der 1:2-Niederlage gegen Südafrika die Hand zu schütteln, übel auf. Domenechs Anwalt Jean-Yves Connesson erklärte unterdessen in der Sporttageszeitung „L’Equipe“ (Mittwoch-Ausgabe), man müsse arbeitsrechtlich zwischen dem Job als Nationaltrainer und der Arbeit als Trainerausbildner unterscheiden.

„Schikanös und brutal“

„Die vom Verband kritisierten Punkte betreffen nur die Funktion als Nationaltrainer“, sagte er. Die fristlose Kündigung Domenechs sei „schikanös, brutal und verspätet“ und verletze das Arbeitsrecht, so Connesson. Domenech bezog als Trainerausbildner 12.000 Euro monatlich. Als Nationaltrainer hatte er 45.000 Euro verdient. Der Weltmeister von 1998 war in Südafrika nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden - aber die „Equipe Tricolore“ blamierte sich vor allem abseits des Platzes.

Domenech war von Anelka in der Halbzeit des Vorrundenspiels gegen Mexiko (0:2) wüst beschimpft worden. Als der Verband den Chelsea-Profi deshalb vorzeitig nach Hause schickte und die Spieler am 20. Juni mit einem Trainingsboykott gegen die Entscheidung des Verbandes protestierten, ließ sich Domenech im WM-Lager in Knysna sogar dazu überreden, den Protestbrief der Profis den Journalisten vorzulesen.

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