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„Was nichts kostet, ist nichts wert“
„Beim Football geht es nicht nur um den Sport, sondern auch um das Rundherum“, erklärte Verbandspräsident Michael Eschlböck am Mittwoch vor versammelten Journalisten, „wir planen eine starke Event-Schiene“. In neun Monaten soll die WM als wichtigstes „Kind“ der heimischen Football-Szene bei den Gästeteams aus den USA, Kanada, Mexiko, Deutschland, Frankreich, Australien und Japan einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

GEPA/Christian Walgram
Für AFBÖ-Präsident Eschlböck (M.) steht das Prestige im Vordergrund.
Schöne Landschaft und Charme
Mit typisch österreichischen „Klischees“ will man die Fans aus den teilnehmenden Nationen zur Weltmeisterschaft locken. „Wir setzen auf die schöne österreichische Landschaft, die Gastfreundschaft und den österreichischen Charme“, umriss Eschlböck grob das Konzept der PR-Strategie. Eine Strategie, die man unter das Motto „Sound of Music meets Schweinehaut“, wie der ovale Ball im American Football auch genannt wird, stellen könnte: Die Gästefans sollen sich in Österreich wohlfühlen und möglicherweise als zahlende Touristen wiederkommen.
Aber nicht nur der Tourismusbranche soll geholfen werden, auch das Interesse der breiten Bevölkerung an der - trotz sportlicher Erfolge auf Clubebene noch immer - Randsportart soll geweckt werden. Vonseiten des Verbandes nimmt man sogar geringe finanzielle Verluste in Kauf. Eschlböck: „Natürlich sind schwarze Zahlen am Ende wichtig, vor allem für einen kleinen Verband wie den unsrigen, aber wirtschaftlicher Erfolg steht nicht im Vordergrund.“ Als Budget sind 1,5 bis zwei Millionen Euro veranschlagt.
Wie füllt man das Happel-Stadion?
Der Mut zum Risiko ist vonseiten der Organisatoren da. Vor allem in Sachen Finalschauplatz. Denn das knapp 50.000 Plätze fassende Ernst-Happel-Stadion an den Finaltagen 15. und 16. Juli halbwegs zu füllen ist die größte Herausforderung für Eschlböck. „Das Finale soll im ehrwürdigsten Stadion Österreichs stattfinden“, so der Verbandspräsident, der an den Finaltagen zumindest 20.000 Zuschauer ins Prateroval bringen will.
Verschenken will man Tickets jedoch nicht. „Was nichts kostet, ist nichts wert“, so die Devise des Verbandspräsidenten, „wenn am Finaltag nur 300 Leute im Stadion sitzen, haben wir sowieso etwas falsch gemacht.“ Ein starker Auftritt des österreichischen Nationalteams in der Gruppenphase sollte den Organisatoren helfen. Bei der EM 2010 in Deutschland erfüllte Österreich mit Bronze das Minimalziel eindrucksvoll und verpasste nur um zwei Punkte einen Sieg gegen den späteren Europameister Deutschland.

Reuters/Adam Hunger
Brett Favre spielte seit 1992 316 Spiele en suite in der NFL.
Vision: NFL-Star als Zugpferd
Damit die Last der sportlichen Werbung nicht nur auf den Amateuren aus Österreich liegt, soll auch der immer größer werdende Hype um die US-Profiliga National Football League (NFL) hierzulande genutzt werden. Dank beim diesjährigen NFL-Gastspiel in London geknüpfter Kontakte möchte Verbandspräsident Eschlböck Profis aus der NFL als PR-Zugpferde nach Österreich bringen.
Dabei schwebt Eschlböck ein ganz besonderer Coup vor. NFL-Legende Brett Favre, Superbowl-Sieger mit Green Bay 1997 und dreimal wertvollster Spieler der Liga, soll 2011 nach dem möglichen Ende seiner Karriere das US-Team als Quarterback und Spielmacher anführen. Eschlböcks „Geheimplan“ mit Augenzwinkern: „Vielleicht können wir ihn ja mit der Aussicht auf eine Jagd mit Pfeil und Bogen im Burgenland locken.“
Gruppeneinteilung noch offen
Wer sich jetzt schon Tickets für die Spiele in Graz, Innsbruck und Wien sichern will, muss sich allerdings noch gedulden. Die endgültige Einteilung der beiden Gruppen wird vom Internationalen Football-Verband erst vorgenommen. Fix ist nur, dass Titelverteidiger USA und Vize Japan nicht im selben Pool landen.
AFBÖ-Präsident Eschlböck wünscht sich, neben einer Revanche an Deutschland, die endgültige Einteilung lieber heute als morgen, auch um den ausländischen Fans rechtzeitig schmackhafte Reisearrangements nach Österreich bieten zu können. Schließlich soll das „Baby“ Weltmeisterschaft in neun Monaten nicht als „Fehlgeburt“ in die heimische Sportgeschichte eingehen.
Karl Huber, ORF.at