55 Runden Spannung pur in Abu Dhabi
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Start: Alonso verpatzt seinen Start ein wenig, wurde ohne Gegenwehr von Button überholt und rutscht unmittelbar vor Webber auf Platz vier zurück. Vorne übernimmt Vettel die Spitze vor Hamilton. Eine Schrecksekunde gibt es für Schumacher. Nach einem Dreher fährt Liuzzi auf das verkehrt stehende Auto des Deutschen und verfehlt dessen Kopf nur ganz knapp. Die Folge dieses Unfalles ist eine Safety-Car-Phase.

AP/Gero Breloer
Runde 6: Das Safety-Car gibt die Strecke wieder frei. Während einige Fahrer, wie etwa Mercedes-Pilot Rosberg, die Phase für ihren ersten Boxenstopp nutzen, bleiben die Titelanwärter geschlossen draußen.
Runde 10: Im Mittelfeld kommt es zu einigen Positionskämpfen. An der Spitze bestimmt Vettel das Tempo und fährt einen Vorsprung von zwei Sekunden auf Hamilton heraus. Button folgt mit 5,7; Alonso mit 7,6 Sekunden Rückstand. Glück hat Webber: Der Australier touchiert mit seinem Hinterreifen die Leitplanken.

AP/Gero Breloer
Runde 12: Der Fahrfehler bleibt nicht ohne Folgen. Webber muss frühzeitig zum Reifenwechsel und fällt auf Platz 16 zurück. Die Hoffnungen auf den Titel erhalten einen herben Dämpfer. Webbers außerplanmäßiger Stopp lässt auch die Köpfe bei den Gegnern rauchen, denn die Strategien der Teams werden damit über den Haufen geworfen.
Runde 14: Ferrari reagiert und holt Massa an die Box. Die Überlegung, den Alonso-Kollegen vor Webber auf die Strecke zu schicken und den Red-Bull-Piloten damit abzublocken, geht aber nicht auf, denn Webber bleibt knapp vor Massa. Webber hat freie Fahrt und begibt sich mit schnellen Rundenzeiten auf die Jagd.
Runde 16: Alonso kommt zum Reifenwechsel. Da Webber unmittelbar nach seinem Stopp von Alguersuari ein wenig aufgehalten wird, ordnet sich der Spanier hauchdünn wieder vor seinem Titelkontrahenten auf der Strecke ein und ist Zwölfter. An der Spitze liegt weiter Vettel und ist zu diesem Zeitpunkt virtuell Weltmeister.

AP/Luca Bruno
Runde 21: Alonso steckt im Mittelfeld fest und kommt nicht an Renault-Pilot Petrow vorbei. Der Spanier verliert wertvolle Zeit, liegt als Elfter bereits 28,8 Sekunden hinter Leader Vettel und gerät ordentlich unter Druck. Von der Ferrari-Box kommt über Funk: „Wir wissen, dass du dein Bestes gibst, aber du musst überholen.“
Runde 24: Alonso versucht es mit der Brechstange, kommt allerdings nicht vorbei und hatte Glück, dass er nicht ausfällt. Etwa zur gleichen Zeit kommt Hamilton an die Box. Der Engländer bleibt aber locker vor Alonso und reiht sich auf Platz fünf ein.
Runde 25: Vettel absolviert seinen Reifenwechsel ohne Probleme. Der Deutsche kommt hauchdünn vor Kubica und Kobayashi als Zweiter hinter Button auf die Strecke zurück. Eine entscheidende Szene, denn Vettel hat damit die mit Abstand besten Karten, da Hamilton drei Plätze zurückliegt. Alonso und Webber stecken überhaupt als Elfte und Zwölfte im Mittelfeld fest. Der Titel ist für den 23-Jährigen schien zum Greifen nahe.

Reuters/Ahmed Jadallah
Runde 30: Hamilton gegen Kubica und Alonso gegen Petrow sind die Duelle im Fokus zu diesem Zeitpunkt. Die Renaults lassen ihre Gegner jedoch nicht vorbei und agieren als „Königsmacher“, denn sie bremsen zwei Titelanwärter entscheidend. An der Spitze liegt Button, der noch ohne Boxenstopp ist, 11,6 Sekunden vor Vettel.
Runde 34: Der drittplatzierte Kobayashi fährt in die Box und lässt Alonso (10.) und Webber (11.) einen Platz vorrücken, was allerdings an der Ausgangsposition nichts ändert. Der zweifache Weltmeister wird von Petrow weiter auf eine Geduldsprobe gestellt. Zu diesem Zeitpunkt hat Alonso in der WM-Wertung zwei Punkte Rückstand auf Vettel.
Runde 40: Button fährt an die Box und kommt als Vierter ebenfalls weit vor Alonso zurück auf die Strecke. Der dritte Titel für den Spanier rückt in weite Ferne, denn Vettel übernimmt die Führung. Runde für Runde kommt der junge Deutsche seinem großen Traum näher.
Runde 45: Unverändert sind die Positionen. Ausgerechnet das Renault-Team, mit dem Alonso zweimal Weltmeister wurde, lässt die Hoffnungen des Spaniers immer mehr schwinden. Verzweifelte Funksprüche der Ferrari-Box erhöhen die Dramatik.
Runde 47: Kubica absolviert seinen ersten Reifenwechsel. Hinten jagen Petrow und Alonso heran. Doch die flinke Arbeit der Boxencrew bringen den Polen vor Alonso zurück auf die Strecke. Vettel führt 11,4 Sekunden vor Hamilton und 13,8 vor Button. Alonso liegt auf Platz sieben, ihm fehlen ganze drei Ränge auf den Titel. Webber ist als Achter längst aus dem Rennen. Die endgültige Entscheidung scheint gefallen zu sein.
Runde 50: Nur noch ein Defekt kann Vettel zum großen Triumph stoppen. Die Nervosität in der „Bullen“-Box steigt stetig. Das eine oder andere Stoßgebet für Motor, Getriebe und alles andere am Red-Bull-Boliden kommt Teamchef Christian Horner, Technikgenie Adrian Newey und allen Mechanikern wohl über die Lippen kommen. Alonso versucht es hinten mit Harakiri-Aktionen, doch auch dafür ist es zu spät.
Runde 54: Nur noch elf Kilometer trennen Vettel vom Triumph. Lotus-Pilot Trulli verliert seinen Heckflügel. Das Teil liegt auf der Strecke, doch der Deutsche kann rechtzeitig ausweichen. Das war noch eine Schrecksekunde.

AP/Gero Breloer
Ziel: Es ist vollbracht. Vettel überquert die Ziellinie vor Hamilton und Button. Alonso, Webber und Hamilton sind geschlagen. Der deutsche Jungstar reißt die Arme in die Höhe, die Box ist außer sich vor Freude. Mit tränenerstickter Stimme bedankt sich Vettel bei seinem Team („Thank you boys, I love you“) für ein perfektes Wochenende mit Pole Position, Rennsieg und Weltmeister-Titel.
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