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Fuchs-Hammer gegen Griechen zu wenig

Österreich hat das Länderspieljahr 2010 nicht mit einem Erfolgserlebnis beendet. Die ÖFB-Elf musste sich Griechenland vor 16.200 Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion mit 1:2 geschlagen geben. Die Österreicher scheiterten gegen den Ex-Europameister am eigenen Unvermögen vom Elfmeterpunkt, an der mangelnden Chancenauswertung und am Schweizer Referee.

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Teamchef Dietmar Constantini setzte wie schon zuletzt in der EM-Qualifikation auf Stefan Maierhofer als Solospitze. Der etatmäßige Kapitän Marc Janko musste vorerst auf der Bank Platz nehmen. David Alaba bekam im defensiven Mittelfeld von Beginn an seine Chance.

Und bereits nach einer Minute setzte sich Maierhofer in Szene. Der Duisburg-Legionär wurde knapp außerhalb des Strafraums gelegt, der von Marko Arnautovic getretene Freistoß blieb aber in der griechischen Mauer hängen.

Klein vergibt Elfmeter

Die Österreicher machten weiter Druck. In der vierten Minute wähnten sich die Fans bereits im siebenten Himmel: Maierhofer wurde im Strafraum von Papastathopolous gestoßen, doch Florian Klein hatte vom Elferpunkt kein Glück. Der zentral und schwach geschossene Ball konnte von Goalie Alexandros Tzorvas ohne Mühe abgewehrt werden. Das ÖFB-Team blieb trotz des Dämpfers die klar spielbstimmende Mannschaft, Griechenland kam kaum über die Mittellinie.

Florian Klein liegt nach seinem verschossenen Elfer am Boden

GEPA/Christopher Kelemen

Florian Klein kann seinen vergebenen Elfmeter nicht fassen.

Nach einer kurzen Schaffenspause zeigte Marko Arnautovic wieder auf. Dem Bremen-Legionär fiel an der Strafraumgrenze der Ball vor die Füße, Arnautovic fackelte nicht lange und zog ab, doch der Ball strich knapp am linken Pfosten vorbei. Nach anfänglichem Schwung ging der Partie in der Folge das Tempo verloren. Griechenland verlegte sich auf Konter und kam nur einmal nach einem Vorstoß durch Vassilios Torossidis auf der rechten Seite gefährlich in die Nähe des ÖFB-Gehäuses, doch die Abwehr stand bei Torossidis’ Flanke sicher.

ÖFB-Tor wird aberkannt

In Sachen Ballbesitz hieß der Sieger zur Mitte der ersten Hälfte eindeutig Österreich. Die Constantini-Elf brachte sich durch leichtfertige Fehlpässe aber immer wieder um die Früchte des Erfolgs. Glück für Österreich, dass auch die Griechen keinen Tempofußball praktizierten. Der auf der Bank sitzende Paul Scharner konnte sich angesichts dieser Vorstellung ein Gähnen nicht verkneifen.

Arnautovic war der gefragteste Mann im Spielaufbau der Österreicher, immer wieder kam der Ball auf seine linke Seite. Von dort ging auch die gefährlichste Aktion der ÖFB-Elf in der ersten Hälfte aus. Eine Flanke von Christian Fuchs landete genau auf dem Kopf von Maierhofer, der schneller am Ball war als der griechische Torhüter, und von dort ins Tor, doch Referee Sascha Kever entschied auf Stürmerfoul - eine klare Fehlentscheidung. Statt mit einer ÖFB-Führung ging es mit 0:0 zum Pausentee.

Kalte Dusche zu Wiederbeginn

Nach der Pause ersetzte wie angekündigt Christian Gratzei den in der ersten Hälfte unterbeschäftigten Jürgen Macho im Tor, ansonsten hob sich der Teamchef seine Wechsel für später auf. Dafür begann die zweite Hälfte mit einer kalten Dusche für Österreich. Fuchs verlor auf der linken Seite einen Zweikampf, Klein sprang bei der folgenden Flanke daneben und Celtic-Stürmer Georgios Samaras versenkte den Ball im österreichischen Tor (49.). Griechenland ging mit der ersten Chance in Führung, Gratzei war chancenlos.

Enttäuschter Christian Fuchs sitzt am Boden während die Griechen über ihren Sieg jubeln

ORF.at/Michael Baldauf

Die Griechen machten aus ihren wenigen Chancen gleich zwei Tore.

Nur zwei Minuten später hatten die heimischen Fans den Torschrei auf den Lippen, doch Zlatko Junuzovic schob den Ball nach Vorlage von Fuchs völlig freistehend aus fünf Metern knapp am Tor vorbei. Die Österreicher schüttelten den Schrecken des Gegentores schnell ab und suchten den Weg zum Tor, agierten aber im Abschluss zu umständlich. In der 58. Minute warf Constantini mit Janko einen zweiten Turm in die Angriffsschlacht.

Fuchs schlägt zu

In der 67. Minute erbebte das Prater-Oval unter den Schreien der Zuschauer. Kapitän Fuchs zog nach einem Energieanfall aus rund 18 Metern ab und hämmerte das Leder genau unter die Querlatte. Die Flugeinlage des griechischen Torhüters kam umsonst. Fuchs besserte damit seinen Fehler vor dem 0:1 mehr als aus und ließ sich von seinen Kollegen zu Recht feiern. Kurz darauf brachte der Teamchef mit Scharner und Roland Linz für Maierhofer und Yasin Pehlivan zwei frische Kräfte.

In der 72. Minute hatte Arnautovic die Führung am Schuh. Nach schöner Kombination kam der Bremen-Legionär alleine zum Schuss, traf aber den Ball nicht richtig und setzte das Leder neben das griechische Tor. Im Gegenzug konnte sich Gratzei bei einem Schuss von Georgios Karagounis auszeichnen. Die Österreicher versuchten in der Folge nachzusetzen, öffneten den Griechen aber damit verstärkt den Raum für Konter.

Blackout der Abwehr

Der Europameister von 2004 nahm den Raum auch dankend an. Einem schnellen Antritt von Samaras hatte die ÖFB-Abwehr nichts entgegenzusetzen, auf den eingewechselten Georgios Fotakis wurde überhaupt vergessen und der Grieche schob locker zur Entscheidung für die Gäste ein (81.). Nur fünf Minuten später verhinderte Gratzei eine noch höhere Niederlage.

Österreich erlitt damit den nicht erhofften Dämpfer und beendete das Länderspieljahr mit einer ausgeglichenen Bilanz: Drei Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. Ein einziges Mal, beim denkwürdigen 4:4 in Belgien, spielte man remis. Ein ähnlicher Abschluss wie in Brüssel, als man in der Nachspielzeit noch den Ausgleich geschafft hatte, blieb Österreich diesmal leider versagt. Auch weil Scharner zwei Minuten vor Schluss und Jakob Jantscher in der 93. Minute den Ball nicht im Tor unterbrachten.

Karl Huber, ORF.at

Mittwoch:

Österreich - Griechenland 1:2 (0:0)

Ernst-Happel-Stadion, 16.200 Zuschauer, SR Kever (SUI)

Torfolge:
0:1 Samaras (49.)
1:1 Fuchs (67.)
1:2 Fotakis (81.)

Österreich: Macho (46./Gratzei) - Klein, Prödl, Schiemer, Fuchs - Pehlivan (69./Scharner), Alaba - Kavlak (58./Janko), Junuzovic, Arnautovic (87./Jantscher) - Maierhofer (69./Linz)

Griechenland: Tzorvas - Torossidis (46./Vyntra), Papastathopoulos, A. Papadopoulos, Tzavellas - Katsouranis (74./Kafes), Karagounis (91./Makos) - Kone (46./Fotakis), Samaras, Christodoulopoulos (84./Georgiadis) - Salpigidis (71./Fetfatzidis)

Gelbe Karten: keine bzw. Papastathopoulos, Karagounis

Die Besten: Arnautovic, Fuchs bzw. Samaras, Tzavellas

Klein scheiterte mit einem Elfmeter an Tzorvas (5.).

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