Erste sieben Runden als Wegweiser
Das bisherige Sensationsteam der tipp3-Bundesliga könnte sich im Fall des Falles selbst vorzeitig aus dem Titelrennen nehmen. Wie Trainer Paul Gludovatz erklärte, wird Winterkönig Josko Ried nach dem dritten Saisonviertel die Chancen auf den Titel abwägen und danach möglicherweise die Konsequenzen ziehen.
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Besteht vor dem Saisonfinale keine allzu große Hoffnung mehr auf den großen Coup, sollen in den ausstehenden Partien verstärkt junge Spieler eingesetzt werden. „Nach den ersten sieben Frühjahrsrunden werden wir eine Zwischenbilanz ziehen“, kündigte Gludovatz an. „Dann kann man entscheiden, ob wir schon für den Herbst aufbauen oder weiter jedes Spiel gewinnen wollen.“
Die vier „Großen“ warten
In den besagten sieben Spielen treffen die Oberösterreicher, die mit vier Zählern Vorsprung auf den Tabellenzweiten Sturm Graz ins Frühjahr starten, unter anderem auswärts auf Austria, Sturm und Rapid sowie daheim auf Salzburg. Sollte die Punkteausbeute in diesen Duellen mager bleiben, wird das Hauptaugenmerk wohl schon auf das kommende Spieljahr gelegt. „Wir werden mit Sicherheit nicht um jeden einzelnen Tabellenplatz raufen. Wenn ich dem Verein für den Herbst helfen kann, stelle ich mein Ego gerne in den Hintergrund“, erklärte der Burgenländer.
Neue Aufgabe für Gludovatz?
Ob der 64-Jährige in der nächsten Saison überhaupt noch auf der Rieder Trainerbank sitzt, ist derzeit offen. „In der jetzigen Situation wäre es für mich ein Leichtes gewesen, meinen Vertrag zu verlängern. Aber ich bin so fair, dem Club anzubieten, später über einen neuen Vertrag zu verhandeln“, erklärte der Coach, dessen Kontrakt in Ried mit Saisonende ausläuft.
Im Moment scheint sein Verbleib über den Sommer hinaus fraglich zu sein. „Der Verein muss sich fragen, was ich ihm überhaupt noch geben kann“, sagte der langjährige ÖFB-Nachwuchsbetreuer und sprach - ohne Details zu verraten - von einer „neuen Aufgabe“, die er übernehmen könnte.
„Zumachen kann jeder“
Vorerst aber gilt die Konzentration der Fortsetzung des Erfolgslaufes vom Herbst. In diesem Zusammenhang soll vor allem das Offensivspiel verbessert werden. „Zumachen kann jeder. Mit irgendeinem Spiel werden wir immer hinten nach sein, deswegen wollen wir unser Spiel schneller und zukunftsträchtiger machen. Die Qualität einer Mannschaft entscheidet sich in der gegnerischen Hälfte.“
Die neu entdeckte Angriffslust der Rieder könnte allerdings von Personalproblemen gebremst werden. Die verletzten oder rekonvaleszenten Stefan Lexa, Nacho, Thomas Gebauer und Peter Hackmair versäumten große Teile der Vorbereitung und haben bis zum Auftaktspiel am Samstag in Wien gegen die Austria noch viel Aufholbedarf. „Doch Kopfzerbrechen bereitet mir das nicht. Es ist normal, dass immer wieder jemand ausfällt“, beteuerte Gludovatz.
Druck haben höchstens die Spieler
Auch die Tatsache, dass sein Club im Frühjahr der große Gejagte sein wird, kostet den Betreuer gerade einmal ein Schulterzucken. „Ich weiß nicht, wie die Spieler damit umgehen, weil die Situation für alle neu ist. Aber ich persönlich spüre keinen Druck“, betonte Gludovatz, der den Gewinn des Meistertitels nicht über den vierten Platz mit dem ÖFB-Nachwuchs bei der U20-WM 2007 stellen würde.
„Man könnte es nicht vergleichen, weil es zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Aber wenn man mit einem Verein mit nicht allzu großen Möglichkeiten etwas Außergewöhnliches erreicht, wäre das schon schön.“
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