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„Die großen Favoriten sind andere“

Puntigamer Sturm Graz gefällt sich vor dem Frühjahrsstart der tipp3-Bundesliga am Wochenende in der Rolle des Außenseiters. Zwar fehlen den zweitplatzierten Steirern nur vier Punkte auf Winterkönig Josko Ried, dennoch gibt sich Trainer Franco Foda gewohnt zurückhaltend.

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„Alle fünf Mannschaften, die vorne stehen, können Meister werden. Aber wir müssen die Situation realistisch einschätzen. Die großen Favoriten sind andere“, sagte der Deutsche vor dem Frühjahrsauftakt daheim gegen Superfund Kapfenberg.

Titel als „riesiges Wunder“

Bei den bisher einzigen Meistertiteln der „Blackys“ in den Jahren 1998 und 1999 war Foda noch als Spieler mit von der Partie gewesen. Vom Glamour dieser Zeit ist nichts mehr übrig, die Situation in Graz hat sich völlig verändert. „Gegenüber damals wäre es ein riesiges Wunder, wenn wir den Titel holen würden. Damals gab es Millionen-Verpflichtungen, es wurden die Besten geholt. Heute müssen wir unsere besten Jungen verkaufen“, erklärte der Trainer.

Den Preis für die goldene Ära mit drei Champions-League-Teilnahmen bezahlte der Verein mit dem Gang vor den Konkursrichter vor über vier Jahren. „Daraus haben wir gelernt. Wir sind nicht mehr gewillt, unser Budget zu überschreiten, denn noch einen Konkurs wollen wir nicht erleben“, beteuerte Foda.

Deutlich weniger Geld als die Konkurrenz

Mit dem aktuellen Etat von kolportierten neun Millionen Euro liegen die Grazer nicht nur gegenüber Red Bull Salzburg, sondern auch gegenüber Rapid und Austria deutlich im Hintertreffen. Daran wird laut Foda auch die finanzielle Hilfe von Frank Stronach nichts ändern. „Wir sind froh, dass er uns unterstützt, aber überdimensionale Dinge darf man sich nicht erwarten. Ein Budget der Größenordnung von Rapid und Austria (jeweils rund doppelt so hoch wie jenes von Sturm, Anm.) wird es nicht geben.“

Über Form und Größenordnung der Stronach-Zuwendungen werden bei Sturm weiterhin keine offiziellen Angaben gemacht. Auch Foda hüllt sich in Schweigen. „Seine Unterstützung kann man nicht in Zahlen definieren.“ Sichtbar wurde die Partnerschaft mit dem Milliardär immerhin durch die Verpflichtung Patrick Wolfs vom SC Wiener Neustadt.

Gedränge an den Flügeln

Dadurch steht Foda im Frühjahr vor der Qual der Wahl, verfügt er doch neben Wolf mit Andreas Hölzl, Florian Kainz, Klaus Salmutter oder Christian Klem über eine Reihe von hochwertigen Flügelspielern, auch wenn Haris Bukva an den LASK abgegeben wurde. „Aber als Problem sehe ich das nicht, im Gegenteil: Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagte der 44-Jährige.

Weniger groß ist die Auswahl im Angriff, schließlich muss Imre Szabics wegen einer Schulterverletzung einige Wochen pausieren. „Wir haben keinen Ersatz verpflichtet, weil er nur die ersten vier, fünf Spiele ausfällt. Entscheidend ist ohnehin nicht, mit wie vielen Stürmern wir spielen, sondern wie viele Spieler sich an einem Angriff beteiligen.“

Probleme gegen die „Großen“

Das Angriffsspiel von Sturm funktioniert vor allem gegen Mittelständler und Nachzügler, aus den insgesamt sieben bisherigen Saisonduellen mit Salzburg, Rapid und Austria schauten hingegen nur vier Punkte heraus. „Wir hatten in jeder dieser Partien unsere Chancen, und ich bin überzeugt, dass wir solche Spitzenspiele auch gewinnen können“, erklärte Foda.

Das wird auch dringend nötig sein, um die Vorgabe der Vereinsführung - das Erreichen eines internationalen Startplatzes - erfüllen zu können. „Sturm ist ein großer Verein, da ist die Erwartungshaltung immer groß. Deswegen habe ich auch Verständnis für diese Forderungen. Aber ich als Trainer habe die Aufgabe, realistisch zu denken. Man kann nicht davon ausgehen, dass wir immer international spielen“, betonte Foda.

Im Vorjahr wurde die Europacup-Teilnahme durch den Cupsieg gesichert. Der erste Titel seit dem überstandenen Zwangsausgleich verschaffte dem Coach eine gewisse Genugtuung und machte Appetit auf mehr. „Ich habe mit Sturm den Cup gewonnen und auch die Europa-League-Gruppenphase erreicht. Als Nächstes wäre jetzt die Meisterschaft dran.“

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