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Tritscher und Wurm mit Chancen

Die 48. nordische Ski-WM beginnt am Donnerstag in Oslo gleich mit dem wohl besten Bewerb für die ÖSV-Langläufer. Im Sprint in der freien Technik (Qualifikation 13.30 Uhr/Finali ab 15.00 Uhr, live in ORF eins) treten Bernhard Tritscher, Harald Wurm, Markus Bader und Max Hauke sowie Katerina Smutna an. Tritscher und Wurm haben sich das Erreichen des Halbfinales der Top Zwölf zum Ziel gesetzt.

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Die meisten, noch sehr jungen Österreicher in der großen, zehnköpfigen Langlauf-Delegation sollen vor allem Erfahrung sammeln, daher appellierte der Sportliche Leiter Markus Gandler auch, unterschiedliche Erwartungshaltungen zu berücksichtigen.

Die ÖSV-Langläufer Max Hauke, Markus Bader, Bernhard Tritscher und Harald Wurm

APA/Barbara Gindl

Max Hauke, Markus Bader, Bernhard Tritscher und Harald Wurm

Nachwuchs soll Erfahrung sammeln

Gandler und die Trainer haben Läufer für die WM nominiert, die zum Teil noch der Juniorenklasse angehören und noch gar keinen Weltcup-Start absolviert haben, wie etwa der 18-jährige Steirer Hauke. Doch Ex-Staffel-Weltmeister Gandler suchte sich bewusst Oslo für einen „Neustart“ aus und will ein Zeichen setzen. „Ein großes Team war uns wichtig“, betonte Gandler am Mittwoch, „es liegt nahe, den Jungen hier die wirkliche Welt des Langlaufs zu zeigen“.

Die Zeiten, in denen Österreicher um Medaillen mitgelaufen sind, sind vorbei - zum Teil auch als Folge der Dopingaffären rund um die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin. Der Weg zurück ist hart, das ist auch Gandler klar. „Wir wollen uns kontinuierlich nach oben orientieren, bis zu den Winterspielen in Sotschi 2014 kann viel möglich sein.“

Bessere Skater als Klassiker

Im Sprint ist der Weg Richtung Spitze rascher zu bewältigen als in den Distanzrennen, so haben im WM-Winter schon vier der schnellen ÖSV-Skating-Spezialisten Weltcup-Punkte geholt und für nächste Saison drei Startplätze gesichert. Tritscher und Wurm sind die Aushängeschilder, gemeinsam waren sie im Teamsprint in Düsseldorf sogar Weltcup-Vierte. Doch in Oslo wird der Teamsprint in der klassischen Technik gelaufen, und da besteht noch großer Rückstand auf die Spitze.

Tritscher hat mit zwei Halbfinali im Weltcup (Zehnter und Elfter) die besten ÖSV-Saisonresultate erreicht. „Das Halbfinale hier in Oslo wäre ein Traum, als Zehnter würde ich dreimal in die Luft springen“, sagte der Salzburger. Der 22-Jährige ist aber Realist, für einen Platz ganz vorne fehlt noch etwas. „Da müssten schon einige stürzen. Aber in Zukunft möchte ich das schon erreichen“, sagte Tritscher.

ÖSV-Langläuferin Katerina Smutna

GEPA/Oliver Lerch

Katerina Smutna ist die einzige ÖSV-Langläuferin in Oslo.

Die Strecke kommt ihm ebenso wie Wurm entgegen. „Sie ist kupiert, es geht auch bergauf, da kann ich meine Qualitäten gut ausspielen“, meinte Tritscher. Zunächst gilt es, in einem Einzelrennen die Qualifikation für die Top 30 zu schaffen, danach geht es im K.-o.-System in Sechsergruppen weiter. Der Tiroler Wurm will ebenfalls ins Halbfinale, obwohl er das in dieser Saison noch nicht geschafft hat. „Das muss das große Ziel sein, das will ich schaffen“, sagte der 26-Jährige.

Smutna als Einzelkämpferin

Smutna hat im Gegensatz zu den Herren ihre Vorzüge in der klassischen Technik, ihr wichtigstes Rennen ist der 10-km-Bewerb am Montag. Im Skating-Sprint will sie sich jedenfalls für das Viertelfinale der besten 30 qualifizieren. „Die Top 20 zu schaffen wäre sehr gut“, meinte die Wahltirolerin.

Sie ist noch Alleinkämpferin, denn bei den Damen sind die Auswahlmöglichkeiten nach der Abwanderung eines Trios zum Biathlon begrenzt. Im Nachwuchsbereich gab es durch Nathalie Schwarz und Teresa Stadlober zuletzt schöne Erfolge, doch Oslo war für sie kein Thema. Gandler: „Sie sind noch Jugendliche, eine WM wäre zu viel.“

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