Keine großen Sprüche vor der WM
Eigentlich ist es nur der Sieg bei der Vierschanzentournee, der Simon Ammann noch fehlt. Stöbert man in der ausgezeichneten Zwischenbilanz des vierfachen Olympiasiegers aber etwas genauer, entdeckt man, dass der Schweizer noch keine WM-Goldmedaille von der Normalschanze gewonnen hat.
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Mit WM-Gold 2007 vom großen Bakken sowie Silber 2007 und Bronze 2009 jeweils von der kleinen Schanze hat Ammann zwar schon einen kompletten Medaillensatz in der Vitrine, die „kleine“ Goldene fehlt aber noch. Auf einen großen Spruch des Meisters der psychologischen Kriegsführung wie vor der letzten Vierschanzentournee wartet man vor den 48. nordischen Titelkämpfen in Oslo allerdings vergeblich.
Damals hatte Ammann noch angekündigt: „Ich werde die Tournee gewinnen.“ Am Ende musste sich der 29-Jährige aber Thomas Morgenstern geschlagen geben. Auch im Gesamtweltcup gelang dem Schweizer die Wiederholung seines Vorjahreserfolgs nicht, Morgenstern sicherte sich am 13. Februar in Vikersund vorzeitig seinen zweiten Sieg nach 2007/08.
„Habe einige Erfahrungen gesammelt“
„Die Tournee war für mich sicher ein toller Versuch, es mit einer richtigen Maxime zu beginnen. Ich habe jetzt aber einige Erfahrungen durch den Winter gesammelt. Ich bin Weltcup-Zweiter, war auch Tournee-Zweiter, das war sehr nahe“, sagte Ammann vor der Weltmeisterschaft, die für die Skisprung-Herren am Samstag (15.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) mit dem Einzelbewerb auf der Normalschanze beginnt.

GEPA/Sebastian Krauss
Statt großer Sprüche will Ammann in Oslo lieber große Weiten zeigen.
Man müsse aber beachten, dass er im Dezember und Anfang Jänner viel getestet habe. Das soll sich nun auf der Schanze zeigen, hofft Ammann. „Mein Ziel wäre sicher eine Medaille, und wenn es möglich wäre zu gewinnen, wäre es natürlich perfekt für mich. Ich brauche aber ein bisschen Platz im Kopf auch, und ich werde mir nicht so viel Druck machen“, sagte der 29-Jährige.
Ammann von „Wunderanzug“-Aufregung genervt
Von der Aufregung über seinen neuen „Wunderanzug“ für die WM will sich Amman nicht anstecken lassen. „Ich denke, das ist etwas behaftet vom letzten Jahr“, erinnerte er an seine revolutionäre Bindung direkt vor den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver, bei denen er zweimal Gold gewann. „Viele Leute suchen ein bisschen danach, dann gab es eine Nachricht, die hat gewaltige Wellen geworfen. Ich muss mich ein bisschen davon distanzieren.“
Natürlich wolle er wettbewerbsfähig an den Start gehen, neue Anzüge für Großereignisse hätten aber viele Nationen im Talon. „Das erwartet man auch von einem Profi. Für mich ist das letzte Puzzleteil immer noch der Mensch. Und dieses Jahr habe ich genug lernen müssen, dass es wirklich an mir selbst liegt. Wenn ich die Tagesform habe, dann kann ich fast alles erreichen.“ Die exakten Neuerungen wollte der vierfache Olympiasieger freilich trotzdem nicht verraten.
Sieg bei Generalprobe auf der Großschanze
2002, im zweiten Springen 2007 und bei der Generalprobe im Vorjahr hat Ammann auf der Großschanze des Holmenkollen schon gewonnen. Eine besondere Beziehung zum WM-Schauplatz hat er also. Die hat allerdings auch Adam Malysz, der Pole siegte 1996, 2001, 2003, 2006 und im ersten Springen 2007. 2010 wurde Malysz Zweiter. „Es wäre natürlich fantastisch, wenn wir auf dem Podest stehen könnten“, meinte Ammann.
Auch die österreichischen Springer schätzt der Schweizer „extrem stark“ ein. Auf einen Favoriten beim Bewerb auf der Normalschanze, von der im Weltcup nicht gesprungen wird, wollte sich Ammann nicht festlegen. „Vielleicht gibt es auch die eine oder andere Überraschung.“ Sein Fokus ist jedenfalls klar: „Ich versuche zu springen, bis es nur noch mich und die Schanze gibt.“
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