Turbulentes Spiel in Kapfenberg
Meister Red Bull Salzburg hat am Mittwochabend in der 23. Runde der tipp3-Bundesliga einen überaus glücklichen 1:0 (1:0)-Erfolg in Kapfenberg und damit den ersten Sieg im Jahr 2011 gefeiert. Den einzigen Treffer erzielte Roman Wallner aus einem Elfer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Allerdings hätte der Strafstoß gar nicht gegeben werden dürfen.
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Salzburg ist damit weiter Vierter, dem Titelverteidiger fehlen aber nur noch vier Punkte auf die Spitze, da Tabellenführer Austria im Schlager gegen Sturm Graz 2:2 spielte. Die im Frühjahr noch immer punkte- und torlosen Kapfenberger blieben Achter, haben jedoch weiter 13 Punkte Vorsprung auf Schlusslicht LASK Linz, das beim Trainerdebüt von Walter Schachner 2:3 gegen Wiener Neustadt verlor.
Comeback von Gustafsson
Salzburg-Coach Huub Stevens war nach seiner Grippeerkrankung wieder so weit genesen, dass er auf der Trainerbank Platz nahm. Und im Tor der Gäste gab Eddie Gustafsson sein Comeback. Der 34-jährige Schwede hatte seit 18. April 2010, als er bei einem Foul von LASK-Stürmer Lukas Kragl einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Unterschenkel erlitten hatte, kein Pflichtspiel mehr für die „Bullen“ bestritten.

GEPA/David Rodriguez Anchuelo
Salzburg-Torhüter Eddie Gustafsson gab gegen Kapfenberg sein Comeback.
Die Salzburger waren in den ersten 35 Minuten klar spielbestimmend. Vor allem Alan (5., 14. und 33.) war ein ständiger Gefahrenherd, dazu landete noch ein leicht abgefälschter Wallner-Weitschuss an der Latte (17.). Erst im Finish von Hälfte eins kamen die Steirer etwas auf, auch weil Gustafsson Unsicherheiten zeigte. Zuerst flog der Goalie im Strafraum bei einem Kocin-Corner vorbei. Nur wenig später agierte er erneut zu zögerlich, hatte aber wiederum Glück, weil Hüttenbrenner den Ball nicht richtig traf (beide 40.).

APA/Leodolter
Gregoritsch tobte sich aus und wurde dafür auf die Tribüne verbannt.
Elfergeschenk für Salzburg
Unmittelbar vor dem Halbzeitende wurde es dann hektisch. Zunächst verbannte Schiedsrichter Harald Lechner Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch wegen Kritik auf die Tribüne (45.). Unmittelbar danach verhängte er einen Foulelfer, der gar keiner war. Die Zeitlupe zeigte deutlich, dass nicht Hüttenbrenner Salzburg-Angreifer Alan zurückgerissen hatte, sondern es genau umgekehrt war. Wallner ließ sich das „Geschenk“ jedenfalls nicht nehmen und traf in der Nachspielzeit zum 1:0.
Lattentreffer und andere Chancen
Es war der erste Salzburger Treffer gegen Kapfenberg nach 390 Minuten. Und knapp nach dem Wechsel hätte es beinahe schon 2:0 geheißen, doch Alan hatte Pech und traf die Latte (48.). Aber auch auf der Gegenseite war das Torgebälk im Weg: Zunächst scheiterte Sencar mit seinem Kopfball nach einem Kocin-Corner an der Latte, die auch Fukal per Kopf traf, während Trainersohn Michael Gregoritsch mit seinem Kopfball an Cziommer auf der Linie scheiterte.
Auch in der Folge wurden hüben wie drüben Topchancen ausgelassen: Zunächst vergab Jantscher den Matchball für die Gäste (72.), die Gustafsson mit einem tollen Reflex bei einem Hüttenbrenner-Ferserl nach Stanglpass von Elsneg vor dem Ausgleich bewahrte. Im Finish zischte noch ein Taboga-Kopfball knapp am langen Eck vorbei (82.), und Elsneg traf nach einem gefährlichen, von Gustafsson nur kurz abgewehrten Kocin-Freistoß Salzburg-Verteidiger Afolabi (86.).
Stimmen zum Spiel:
Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): „Der Grund für die Niederlage war nicht der ungerechtfertigte Elfmeter, sondern dass wir unsere vielen Chancen nicht genützt haben. Momentan treffen wir nicht ins Tor. Der Elfer hat uns in eine Negativsituation gebracht. Diese haben wir aber weggesteckt, denn in der zweiten Hälfte haben wir so gespielt, wie ich mir das vorstelle. Man muss mit dieser jungen Mannschaft Geduld haben. Ich wünsche mir, dass sie die Unterstützung der Fans bekommt, denn die brauchen diese jungen Spieler.“
Erwin Fuchs (Kapfenberg-Präsident): „Das war Betrug, der Schiedsrichter hat unseren Spielern heute die Punkte gestohlen. Wir wollen nicht bevorzugt, sondern nur gerecht behandelt werden.“
Huub Stevens (Salzburg-Trainer): „Das war ein ganz wichtiger Sieg, den wir heute erzwungen haben. Aber wie schon zuletzt hätten wir schon früher klarer führen können, führen müssen. Im Moment gelingt es uns einfach noch nicht, ein Spiel vorzeitig zu entscheiden. Aber wir haben die Punkte eingefahren, damit müssen wir zufrieden sein. Der Schiedsrichter hat den Elfer gegeben, das war seine Entscheidung. Auf diesem Platz hätte man gar nicht spielen dürfen, aber man muss den Akteuren ein Kompliment machen, dass sie auf diesem Boden ein solch gutes Spiel gemacht haben.“
Tipp3-Bundesliga, 23. Runde
Mittwoch:
Kapfenberg - Salzburg 0:1 (0:1)
Franz-Fekete-Stadion, 1.800 Zuschauer, SR Lechner
Tor: 0:1 Wallner (45.+2/Elfmeter)
Kapfenberg: R. Wolf - Welnicki, Mavric, Taboga, Kocin - Fukal - Grgic (53./Felfernig), Sencar, Hüttenbrenner - Gregoritsch (81./Gucher) - Alar (59./Elsneg)
Salzburg: Gustafsson - Dudic (80./Hierländer), Afolabi, Schiemer, Hinteregger - Jantscher, Cziommer, Leitgeb, Svento - Alan (88./Zarate) - Wallner
Gelbe Karten: Fukal, Hüttenbrenner bzw. Hinteregger
Die Besten: Hüttenbrenner, Sencar, Kocin bzw. Alan, Wallner, Svento
Anmerkung: Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch wurde in der 45. Minute wegen Schiedsrichterkritik auf die Tribüne verbannt.
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