„Denke dabei an die Fußballer“
Die extreme Wüstenhitze in Katar könnte für ein weiteres Novum in der Fußballgeschichte sorgen: Nach vielen Experten hat sich auch FIFA-Präsident Joseph Blatter erneut für eine Verlegung der WM 2022 in die Wintermonate ausgesprochen. „Ich erwarte, dass sie im Winter ausgetragen wird“, sagte der Schweizer vor der Eröffnung des Asien-Cups am Freitag im Land des künftigen WM-Gastgebers.
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„Es ist noch elf Jahre hin, aber wir müssen uns für die angemessenste Jahreszeit entscheiden, das bedeutet Jänner oder am Jahresende“, sagte Blatter, der sich bereits im Dezember für eine Verlegung in die kältere Jahreszeit starkgemacht hatte. „Ich denke dabei an die Fußballer. Nicht nur an die Fans, sondern an die Hauptdarsteller“, erklärte der FIFA-Boss damals.
Im Sommer herrschen in Katar Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius. Spieler und Fans wären extremen Bedingungen ausgesetzt. Die Versprechungen der Katarer, alle Stadien per Klimaanlage auf angenehme 25 Grad zu kühlen, reichen der FIFA nun offenbar doch nicht mehr aus.
„Haben das Recht alles zu ändern“
Um den Winterplan durchzusetzen, müsste Blatter aber auch seine eigenen Regeln wieder einmal neu interpretieren. Bis vor kurzem hatte er eine Verschiebung abgelehnt, da die Kandidaten in ihren Bewerbungsdossiers zwingend den Zeitraum Juni/Juli einplanen mussten.
Der streitbare Fußballmachthaber merkte vorsorgend möglicher Proteste der unterlegenen Nationen Australien, Japan, Südkorea und USA kategorisch an: „Das FIFA-Exekutivkomitee hat das Recht alles zu ändern, was in der Bewerbung stand.“ Katar hatte von FIFA-Experten in einem internen Dossier wegen der hohen Temperaturen als einziger WM-Bewerber negative Noten erhalten, dann aber überraschend doch den Zuschlag bekommen.
Enorme Auswirkungen auf Club-Fußball
Die Anzeichen für eine Terminkehrtwende auch in der FIFA-Chefetage verdichteten sich bereits, als FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke kurz vor Weihnachten Sympathie für die Winteridee verkündete und auch der französische UEFA-Präsident Michel Platini sein Okay gab.
Auf Europas Fußball hätte eine Verschiebung von Juni/Juli auf Jänner enorme Auswirkungen. Der Kalender von mindestens zwei Saisonen müsste komplett geändert werden. Eine grundsätzliche Diskussion über eine Spielplan-Revolution hin zum Kalenderjahrrhythmus wäre gewiss.
Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw sprach für die Verlegungskritiker, da eine Winter-WM gerade bei den Fans in Europa keine kollektiven Sommermärchen-Gefühle wecken würde.
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